Wolfsburg-Trainer und Spieler nach dem Sieg gegen Schalke | dpa

Fußball-Bundesliga Nächste Klatsche für Schalke

Stand: 13.03.2021 20:15 Uhr

Nach einer krachenden Pleite beim VfL Wolfsburg taumelt Schalke 04 weiter der Zweitklassigkeit entgegen. Nach einer soliden ersten Halbzeit brachen die Gäste im zweiten Durchgang dramatisch ein und sind in dieser Verfassung nicht mehr vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga zu retten.

Von Arne Lichtenberg

Bezeichnenderweise leitete ein Eigentor von Shkodran Mustafi die deutliche 0:5-Niederlage der Schalker ein. Der Abwehrchef der Gelsenkirchener fälschte in der 31. Minute einen Schussversuch von Admir Mehmedi per Kopf unhaltbar ins eigene Tor ab.

Der bis dahin eher unauffällige Wout Weghorst baute den zu diesem Zeitpunkt noch etwas schmeichelhaften Vorsprung der Platzherren aus. Der Niederländer war in der 51. Minute aus zehn Metern erfolgreich, es war sein 16. Saisontreffer. Gegen die nun demoralisierten Schalker trafen in der Folgezeit auch Ridle Baku (58.), Josip Brekalo (64.) und Maximilian Philipp (79.). Mustafi leistete sich vor dem 0:3 einen Ballverlust am eigenen Strafraum.

"Ich glaube nicht, dass wir uns auflösen", sagte Schalkes Timo Becker in der Sportschau. "Heute haben wir einige Tore kassiert, die wir selber durch Tore verschuldet haben". Wolfsburgs Josh Guilavogui lobte in der Sportschau seine Mitspieler: "Wir waren richtig eiskalt und das hat den Unterschied gemacht heute. Wir haben den Traum Champions League im Kopf. Es ist noch weit, aber wir wollen unseren Platz behalten und das heißt, jedes Spiel wennmöglich zu gewinnen."

Zäher Spielbeginn

Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner schenkte in der Innenverteidigung den beiden Corona-Sündern John Anthony Brooks und Marin Pongracic sein Vertrauen. Die beiden Defensivspieler waren am Freitag zu einer Geldstrafe in fünfstelliger Höhe und sozialer Arbeit verdonnert worden, weil sie an einer Privatparty ohne Mundschutz und ohne den gebotenen Mindestabstand teilgenommen hatten.

Zumindest in der ersten Halbzeit war das Duo aber kaum gefordert. Die Gäste erwiesen sich zwar als bissige Zweikämpfer, waren aber offensiv mehr als harmlos. Coach Dimitrios Grammozis schlug in der leeren Wolfsburger Arena mehrfach entsetzt die Hände vors Gesicht.

Weghorst zuerst noch unter Kontrolle

Aber auch der Tabellendritte fand nach zwei Pflichtspielniederlagen in Serie nur schwer in die Partie. Grundsätzlich technisch überlegen verdarben sich die Norddeutschen ihre Aktionen durch ein schlampiges Passspiel. So konnte sich die Schalker Defensive zumindest bis zum Seitenwechsel immer wieder rechtzeitig positionieren und Konterattacken beginnen.

Und zunächst gelang es ihr auch, Weghorst gut abzuschirmen. Der Niederländer rannte sich immer wieder fest und kam vor dem Seitenwechsel zu keiner klaren Einschussmöglichkeit. Doch das änderte sich nach Wiederbeginn nicht zur beim VfL-Torjäger .

Nach dem 0:2 fiel Schalke auseinander

Nach der Pause dauerte es aber nicht einmal 15 Minuten, bis die Partie entschieden war. Die Wolfsburger schienen einen solchen Aufbaugegner gebraucht zu haben. Denn nach den beiden Niederlagen in Leipzig im Pokal und Hoffenheim fanden sie am Samstag nur schwer ins Spiel. Nach dem 2:0 allerdings fraßen die
"Wölfe" die harmlosen Schalker geradezu auf.

Die Wolfsburger reisen am kommenden Spieltag am Samstag (20.03.2021) zu Werder Bremen, Schalke spielt am selben Tag im Spätspiel gegen Borussia Mönchengladbach.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. März 2021 um 20:00 Uhr.