Leere Südtribüne im Signal Iduna Park in Dortmund. | Bildquelle: picture alliance / nordphoto

DFL-Konzept So plant die Bundesliga für Tag X

Stand: 22.04.2020 16:21 Uhr

Nur 300 Menschen im Stadion, Einzelduschen und strenge Hygieneregeln: So will die Bundesliga trotz der Corona-Pandemie weiterspielen. Am Donnerstag beraten die Vereine über den Plan der DFL.

Die "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" hat im Auftrag der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ein Konzept erarbeitet, das trotz der Corona-Pandemie Fußballspiele ermöglichen soll. Am Donnerstag entscheiden die 36 Profi-Clubs der ersten und zweiten Liga über den Plan. Mehrere Medien haben über die Inhalte berichtet, dies sind die bekannten Eckpunkte:

Personenbeschränkungen

Das Stadiongelände soll in drei Zonen eingeteilt werden: den Innenraum, die Tribüne sowie das Außengelände. "Maximal ca. 300 Personen" dürfen anwesend sein, in jeder Zone "maximal ca. 100 Personen" zeitgleich. In der 2. Liga werden den Planungen zufolge etwas weniger Menschen benötigt.

Der Grundgedanke, der sich in jeder Anweisung abgesehen vom eigentlichen Spiel widerspiegelt: Abstand halten. Während der Bundesliga-Partien rechnen die Experten mit 98 Beteiligten im Innenraum, darunter die 22 Spieler auf dem Rasen, 18 Ersatzspieler, fünf Schiedsrichter und vier Balljungen. Für eine "dynamische Bedarfsplanung" wird der Spieltag in verschiedene Zeitfenster unterteilt. So halten sich beim Anstoß nur zehn Personen im Innenraum auf, unmittelbar nach den Anpfiff dagegen 100, weil die Kontrolleure der Nationalen Anti-Doping-Agentur dazukommen.

Hygieneregeln

Die Anreise der Teams, die Aufteilung der Kabinen, das Warmmachen und das Prozedere vor dem Anpfiff sollen klar geregelt werden. So sollen keine Einlaufkinder und keine Maskottchen das Spiel begleiten. Auch auf das Mannschaftsfoto wird verzichtet, genauso wie auf das Händeschütteln.

Auf der Ersatzbank soll nur jeder 2. oder 3. Sitz benutzt werden. Die Pressekonferenz findet nur als "virtuelle PK" statt. Die Beteiligten der TV-Produktionen können auf acht Seiten nachlesen, auf was sie zu achten haben. Zu den etlichen weiteren Schutzmaßnahmen gehören stets geöffnete Türen, abgepacktes Essen, Einzelduschen und die "Sperrung des Wellnessbereiches". Die Task-Force hebt die Vorbildfunktion der Spieler hervor. "Wir bitten dringend um vorbildliches Verhalten bezüglich der Hygiene- und Isolierungsmaßnahmen außerhalb des Spielfeldes", heißt es dazu in dem Konzept.

Training und Unterbringung

Mehrere Vorgaben befassen sich mit der Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings. Dazu zählen unter anderen der Ausschluss der Öffentlichkeit, die regelmäßige Flächendesinfektion und der Einsatz personalisierter Getränkeflaschen.

Bei Auswärtsspielen sollen die Teams soweit wie möglich ein exklusives Hotel beziehen, der Kontakt zu anderen Hotelbesuchern soll in jedem Fall vermieden werden. Es besteht ein "Zugangsverbot für Spieler und Betreuerstab zum Wellnessbereich, Fitnessräumen und weiteren Gemeinschaftsräumen".

Verhalten im Privatleben

Auf zwei Seiten listen die Experten die Vorgaben für die häusliche private Hygiene auf, darunter vieles, was in der Krise selbstverständlich geworden ist. Dazu gehören der Abstand zu Dritten und das regelmäßige Händewaschen. Ein "genereller Mundschutz ist (aktuell noch) nicht notwendig", schreiben die Experten - allerdings bevor die Maskenpflicht in einigen Bundesländern beschlossen wurde. Die Profis sollen zudem "möglichst viel trinken und auf vitaminreiche Ernährung achten".

Verhalten bei einer Corona-Infektion

Wird ein Spieler positiv auf das Virus getestet, soll dieser sofort isoliert werden, die dokumentierten Kontaktpersonen sollen getestet werden. Dabei solle darauf geachtet werden, keine Panik zu verbreiten.

Die Profis selbst sollen bei Symptomen "sofort eine Selbstisolation im Sinne einer Quarantäne einleiten, um Familienangehörige und Teammitglieder nicht anzustecken". Die Vereine sollen positive Fälle nicht automatisch der Presse melden, "da Krankheitsverifizierung sowie die klare Dokumentation der vermutlichen Übertragungswege im Vordergrund stehen". Die Clubs sollen zudem "frühzeitig für einen ausreichend großen Kader im Saisonfinale sorgen".

Muss eine Person in Quarantäne, kann diese auf drei Seiten Vorgaben nachlesen. Zu diesen gehören das Schlafen in einem separaten Bett und das Benutzen eigener Teller und Wäsche. Der Kontakt zu potenziell kontaminierten Gegenständen wie Zahnbürsten, Zigaretten, Geschirr, Getränken oder Handtüchern sei zu vermeiden. Eine Entlassung aus der Quarantäne erfolge "im Regelfall frühestens" 14 Tagen nach Symptombeginn.

Quelle: dpa

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. April 2020 um 17:00 Uhr.

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