Ein Bundesliga-Spielball im Stadion von Borussia Mönchengladbach (Archivbild vom März). | REUTERS

Bundesliga-Neustart Der Ball darf wieder rollen - noch im Mai

Stand: 06.05.2020 21:20 Uhr

Schon Mitte Mai kann die Corona-Zwangspause der Bundesliga beendet sein: Bund und Länder gaben grünes Licht für sogenannte Geisterspiele. Die DFL will am 15. Mai starten. In den Vereinen laufen die Vorbereitungen.

Die Bundesliga kann bald fortgesetzt werden: Bund und Länder haben gemeinsam die Erlaubnis für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs "ab der zweiten Mai-Hälfte" erteilt, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel mitteilte. In der Schalte vereinbarten Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder, dass die seit Mitte März pausierende Saison an neun Spieltagen mit sogenannten Geisterspielen zu Ende ausgetragen wird.

Als erster Spieltag zeichnet sich der 15. Mai ab. Die DFL informierte die 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga per Rundschreiben, dass das DFL-Präsidium als zuständiges Gremium beschlossen hat, die Saison an diesem Freitag fortzusetzen. Die Liga strebt eine Beendigung der Saison bis zum 30. Juni an. Sie hatte Bund und Ländern vor der Entscheidung ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt, um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus unter Spielern und Zuschauern zu minimieren.

Der Beschluss zwischen Bund und Ländern sei "einstimmig und einvernehmlich" gefallen, betonte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa äußerten allerdings die Länderchefs von Bremen, Andreas Bovenschulte, und Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, in der kontroversen Diskussion starke Vorbehalte gegen einen frühen Starttermin. Beide fürchteten demnach aufgrund der bisher in den Bundesländern sehr unterschiedlichen Trainingsmöglichkeiten um die Chancengleichheit ihrer Vereine Werder Bremen und FSV Mainz 05 und plädieren für einen Re-Start eine Woche später.

Mannschaften müssen vor Spielen in Quarantäne

Vor dem Anstoß der nächsten Bundesliga-Partie sollen die Mannschaften in Quarantäne gehen - dies war in der Beschlussvorlage für die Regierung eine der Voraussetzungen. Derzeit sind die Profifußballer bei ihren Clubs weitgehend streng isoliert, aber noch nicht komplett in Quarantäne. Bei einem Serientest auf Corona-Infektion hatte es bei 1724 Tests in der 1. und 2. Liga zehn Corona-Fälle gegeben.

Die Entscheidung sei "eine gute Nachricht", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. "Spiele ohne Stadion-Zuschauer sind für niemanden eine ideale Lösung. Es ist in einer für einige Clubs existenzbedrohenden Krise allerdings die einzige Möglichkeit, den Fortbestand der Ligen in ihrer jetzigen Form zu bewahren."

"Geisterspiele" für viele Vereine eine Überlebensfrage

Die 36 Profifußballvereine, die zur 1. und 2. Bundesliga zählen, hatten seit der Aussetzung der Spiele die Bedeutung einer baldigen Fortsetzung betont: Viele Clubs geraten ohne die an Spieltagen erzielten Einnahmen in finanzielle Nöte. Die nun vereinbarten "Geisterspiele" sichern zumindest Millionen an Übertragungsrechten durch das Fernsehen.

Viele Fanclubs hatten sich wiederum dagegen positioniert: Sie kritisierten unter anderem das Stadionverbot und die rein finanziellen Absichten, unter denen der Spielbetrieb fortgesetzt wird.

Trotz vereinzelter Unmutsbekundungen hält der bayerische Innenminister Joachim Herrmann Vandalismus vor den Stadien für unwahrscheinlich: "Ich glaube, dass die allermeisten Fans in der jetzigen Situation schon froh wären, wenn es wenigstens ein Fußballspiel im Fernsehen gäbe und nicht nur die Wiederholung von vor fünf Jahren", sagte er in München.

Fans protestieren vor dem Stadion von Borussia-Mönchengladbach gegen "Geisterspiele". | REUTERS

Fans protestieren vor dem Stadion von Borussia-Mönchengladbach gegen "Geisterspiele". Bild: REUTERS

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Mai 2020 um 16:00 Uhr.