Vladimir Darida bejubelt sein Tor gegen Fortuna Düsseldorf | Bildquelle: imago/Eibner

Fußball-Bundesliga Hertha BSC baut seine Erfolgsserie aus

Stand: 04.10.2019 22:15 Uhr

Friedhelm Funkel konnte nach seinem 500. Spiel als Trainer in der Bundesliga nicht jubeln. Hertha BSC verdarb dem 65 Jahre alte Düsseldorfer Fußballlehrer das Jubiläum und beendete gegen die Fortuna eine fast 40-jährige schwarze Serie.

Der Hauptstadtklub setzte sich zum Start des 7. Spieltages mit 3:1 (2:1) durch und gewann erstmals seit dem 8. Dezember 1979 wieder in der ersten Liga gegen die Rheinländer.

Ibisevic trifft zum Ausgleich

Vedad Ibisevic (37. Minute) und Javairo Dilrosun (44.) mit ihren jeweils dritten Saisontoren sowie Vladimir Darida (62.) sorgten am Freitagabend (04.10.2019) für den ungefährdeten dritten Hertha-Erfolg in der laufenden Spielzeit nacheinander. Rouwen Hennings hatte die Gäste vor 37.128 Zuschauern im Olympiastadion mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung gebracht (32.).

Funkel, der am 8. Juni 1991 mit Bayer Uerdingen auch sein erstes Bundesligaspiel gegen Hertha bestritt, hatte am verregneten Freitagabend nicht viel Freude an der Seitenlinie. Zum sechsten Mal in Serie gab es für sein Team keinen Sieg. Von Herbst 2009 bis 2010 war er auch kurzzeitig Coach bei der Hertha gewesen.

"Zu viele Fehler gemacht"

"Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht. Das Zweikampfverhalten war nicht so gut", kritisierte Funkel. "Wir werden jetzt hart arbeiten. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Mannschaft zur Winterpause da steht, wo wir stehen wollen", fügte er hinzu. "Wir haben uns die Butter vom Brot nehmen lassen", bedauerte Torschütze Hennings.

Historie: Friedhelm Funkel - Cheftrainer seit 1991
Historie: Friedhelm Funkel - Cheftrainer seit 1991

Der aktuelle Berliner Trainer Ante Covic hatte Ibisevic nach dessen zwei Jokertoren in Köln wieder in die Startformation berufen, Davie Selke und Millionen-Zugang Dodi Lukebakio, der im Vorjahr 14 Treffer für die Fortuna erzielte, nahmen zunächst auf der Bank Platz. "Wir sollten den Sieg jetzt genießen", empfahl Covic seinen Spielern, der den Erfolg mit in die Luft gestoßenen Fäusten feierte.

Aufregung nach Mittelstädt-Foul

Hertha zeigte sich nach den beiden ersten Saisonsiegen gegen Paderborn (2:1) und in Köln (4:0) im eigenen Wohnzimmer als das aktivere Team, suchte mit Selbstvertrauen den Weg Richtung Gäste-Tor. Kapitän Ibisevic schoss über das Tor (5.), der von Borussia Dortmund geliehene Marius Wolf scheiterte per Kopfball. Auch Javairo Dilrosun zeigte sich dreimal in guter Position nicht entschlossen genug.

Für die erste Aufregung im Hertha-Strafraum sorgte nach 25 Minuten ein vermeintliches Foul von Maximilian Mittelstädt an Lewis Baker, doch nach Eingriff des Video-Assistenten entschied Schiedsrichter Martin Petersen zum Ärger des wild gestikulierenden Jubilars Funkel nicht auf Elfmeter.

Foulelfmeter nach Tritt auf Finks Fuß

Sechs Minuten später aber zeigte der Referee - erneut unter Einbeziehung des Video-Assistenten - auf den Punkt, als Herthas Neuzugang Dedryck Boyata Fortunas Kapitän Oliver Fink im Strafraum auf den Fuß trat: Den fälligen Elfmeter verwandelte Rouwen Hennigs zu seinem vierten Saisontreffer.

Hertha war aber um eine Antwort nicht verlegen und belohnte sich für den hohen Offensiv-Aufwand. Eine schöne Eingabe von Wolf verwertete Kapitän Ibisevic im klassischen Mittelstürmer-Stil (37.). Es war das 123. Bundesliga-Tor des Bosniers, sein erstes gegen die Fortuna.

Zu wenig Gegenwehr in der Defensive

Und auch beim 2:1 der Berliner, diesmal von Darida vorbereitet, ließ die Düsseldorfer Innenverteidigung Herthas Dilrosun frei zum spektakulären dritten Saison-Treffer einschießen. Für die Vorentscheidung durfte Spielmacher Darida selbst sorgen. Nach Pass des kurz zuvor eingewechselten Lukebakio schob er locker zum 3:1 ein.

Mit mehr Ballbesitz hatten die Berliner das Match danach jederzeit unter Kontrolle, hatten aber kurz vor Schluss ein weiteres Mal Glück, als ein klares Handspiel von Per Skjelbred nicht mit dem fäligen Elfmeter geahndet wurde.

Fortuna steht Abstiegskampf bevor

Ihr bisheriger Angstgegner Düsseldorf - die zurückliegenden vier Begegnungen hatte die Fortuna gewonnen - muss sich mit nur vier Punkten auf Platz 14 nun voll auf den Abstiegskampf konzentrieren. Hertha rückte nach neun Punkten aus den vergangenen drei Spielen als Zehnter näher an die obere Hälfte der Tabelle heran.

Nach der Länderspielpause müssen die Herthaer am Samstag (19.10.2019) bei Werder Bremen antreten. Die Fortuna hat zeitgleich den 1. FSV Mainz 05 zu Gast.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Freitag, 04.10.19, 22.50 Uhr

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Oktober 2019 um 01:00 Uhr.

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