Bremens Osako (links) im Zweikampf mit den Wolfsburgern Pongracic (Mitte) und Schlager | Bildquelle: PATRIK STOLLARZ/POOL/EPA-EFE/Shu

Auswärtssieg in Bremen Wolfsburg verschärft Werders Sorgen

Stand: 07.06.2020 15:26 Uhr

Elfte Heimniederlage und immer weniger Hoffnung: Für Werder Bremen rückt nach der Pleite gegen den VfL Wolfsburg der zweite Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte immer näher.

Die Bremer verloren das Nordduell gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag (07.06.2020) mit 0:1 (0:0). Der Rückstand auf den rettenden 15. Tabellenplatz beträgt nach dem 30. Spieltag sechs Punkte, auf den Relegationsplatz fehlen Werder drei Zähler. Zudem haben die Bremer das schlechteste Torverhältnis aller Mannschaften im Tabellenkeller.

"Wir kämpfen um den Relegationsplatz, das ist unser erstes Ziel", sagte Bremens Trainer Florian Kohfeldt. "Aufgeben gilt auf gar keinen Fall." Er sprach von einer "über weite Strecken ordentlichen Leistung" seines Teams. "Die Enttäuschung heute ist groß, aber der Kampfeswille ist ungebrochen."

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Weghorst trifft spät für Wolfsburg

Wolfsburg Torjäger Wout Weghorst sorgte in der 82. Spielminute per Kopf für den entscheidenden Treffer. Er sehe sein Team "auf einem sehr guten Weg", sagte er im ARD-Interview. Die Gäste schoben sich durch den Erfolg in der Tabelle wieder auf den sechsten Platz vor und untermauerten ihren Anspruch auf eine erneute Qualifikation für die Europa League. In den vergangenen vier Jahren hatte der VfL an der Weser regelmäßig verloren.

Werder stand fast über die gesamte Spieldauer defensiv sehr stabil. Aber wieder einmal fehlte es an Kreativität im Spiel nach vorne. "Das war offensiv heute zu wenig", sagte auch Bremens Niklas Moisander.

Bremer Wechsel bleiben ohne Wirkung

Allerdings galt das über weite Strecken auch für die Wolfsburger. Deshalb blieben klare Einschussmöglichkeiten absolute Mangelware. Die beste Chance vereitelte Werder-Torhüter Jiri Pavlenka in der 13. Minute gegen Weghorst. Der Niederländer war nach einem Pass von Maximilian Arnold seinem Bewacher Milos Veljkovic entwischt. In der 31. Minute scheiterte der Japaner Yuya Osako am Wolfsburger Schlussmann Koen Casteels. Die zerfahrene erste Hälfte war geprägt von Stockfehlern auf beiden Seiten.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am Spielverlauf - von einem heftigen Gewitterschauer abgesehen. Die Bremer bemühten sich um mehr Angriffsdruck, kamen jedoch meistens nur bis zur Strafraumgrenze. Kohfeldt reagierte und ersetzte Philipp Bargfrede durch die Offensivkraft Fin Bartels (61. Minute). Auch Leonardo Bittencourt (ab 75.) sollte für mehr Power sorgen. Auch VfL-Coach Oliver Glasner sah sich veranlasst, seine vordere Reihe durchzumischen. Als zweiter Stoßstürmer neben Weghorst rückte Daniel Ginczek ins Sturmzentrum (64.). Chancen gab es dennoch kaum. Der starke Regen trug auch nicht dazu bei, die Spielqualität in der Schlussphase noch zu erhöhen.

Werder seit neun Monaten ohne Heimsieg

Die Bremer sind im heimischen Weser-Stadion mittlerweile seit mehr als neun Monaten ohne Sieg. Hoffnung macht jetzt nur noch das vermeintlich lösbare Restprogramm an den letzten vier Spieltagen. Zwar geht es im nächsten Heimspiel gegen den alten und wahrscheinlich auch neuen deutschen Meister Bayern München. Doch die anderen drei Gegner heißen schon am nächsten Samstag (13.06.2020) SC Paderborn (15.30 Uhr), Mainz 05 und am letzten Spieltag 1. FC Köln.

"Gegen Paderborn müssen wir gewinnen. Alles ist noch möglich", so Moisander. Wolfsburg trifft ebenfalls am nächsten Samstag zu Hause auf den SC Freiburg.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. Juni 2020 um 18:00 Uhr.

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