Die deutsche Para-Athletin Lindy Ave bejubelt ihre Goldmedaille über 400 Meter. | IMAGO / Beautiful Sports

Sprinter bei Paralympics Gold und Weltrekord für Ave, Silber für Streng

Stand: 04.09.2021 14:01 Uhr

Lindy Ave und Felix Streng haben ihre Medaillensammlungen am Samstag (04.09.2021) vergrößert. Ave sicherte sich über 400 m in Weltrekordzeit Gold. Streng raste über 200 Meter zu Silber.

Ave hat ihre Paralympischen Spiele in Tokio mit einer Goldmedaille veredelt. In einem spannenden Rennen über 400 Meter (Klasse T38) lief die 23-Jährige in exakt 1:00,00 Minuten über die Ziellinie - Weltrekord. Zweite wurde nur knapp dahinter Maragarita Goncharowa (1:00,14 Minuten), die für das Russische Paralympische Komitee startet. Dritte wurde Darian Faisury Jimenez Sanchez aus Kolumbien (1:00,17 Minuten).

Für Ave war es die Krönung der Spiele, die ohnehin schon gut liefen für die Neubrandenburgerin. Bereits am vergangenen Samstag (28.08.2021) war sie zu Bronze über 100 Meter gelaufen. "Das hätte ich niemals im Leben geglaubt, dass ich das schaffen kann", sagte sie nach ihrem Gold-Rennen der Sportschau. "Ich bin überglücklich."

Zweite Medaille auch für Streng

Ebenfalls seine zweite Medaille sicherte sich am Samstag Felix Streng. Der 26-Jährige kam über 200 Meter der Klasse T64 in 21,78 Sekunden als Zweiter ins Ziel und musste sich nur dem Costa Ricaner Sherman Isidro Guity Guity geschlagen geben, der in 21,43 Sekunden erneut paralympischen Rekord lief. Dritter wurde der US-Amerikaner Jarryd Wallace (22,09 Sekunden).

Streng hatte am Montag über 100 Meter Gold geholt. Sein selbsterklärtes Ziel war es eigentlich, auch über 200 Meter Erster zu werden. Vor dem Finale habe er aber dann Probleme mit den Adduktoren bekommen. "Beim Start hat's direkt reingezogen", sagte der Athlet vom Sprintteam Wetzlar der Sportschau.

Streng haderte zwar ein wenig mit seinem zweiten Platz, urteilte abschließend dann aber doch: "Es waren trotzdem unglaublich gute Spiele für mich. Silber ist auch ein guter Platz über 200 Meter."

Wieder Weltrekorde auf der Olympiabahn

Die schnelle Olympiabahn ermöglichte schon am Samstagmorgen weitere Rekorde: Dmitri Safronow aus dem Team des russischen paralympischen Komitees brauchte in der T35-Klasse für die 200 Meter exakt 23,00 Sekunden, stellte einen Weltrekord auf und sahnte Gold ab. 

Im nächsten Finale über 200 Meter gab es erneut eine neue Weltbestzeit zu bestaunen. Der US-Amerikaner Nick Mayhugh übertraf seinen eigenen Rekord um 35 Hundertstelsekunden und gewann Gold.

Scheil kann Titel nicht verteidigen

Keine Medaille gab es für Kugelstoßer Daniel Scheil. Der Goldmedaillen-Gewinner von Rio 2016 konnte seinen Titel gegen die starke Konkurrenz in Japan nicht verteidigen. Seine Weite von 9,86 Meter entsprach auch nicht den eigenen Ansprüchen des 48-Jährigen und reichte nur zu Platz fünf.

Gold ging an den Marokkaner Zakariae Derhem, der mit 11,37 Metern Scheils olympischen Rekord (11,03 Meter) brach. Der Algerier Kamel Kardjena folge mit 11,34 Meter nur knapp dahinter. Bronze sicherte sich der Kroate Deni Cerni mit 11,25 Metern.

Dieses Thema im Programm:
Das Erste | Paralympics Tokio 2020 | 04.09.2021 | 09:00 Uhr