Schlusslicht

Der Grinch schwebt als Luftballon auf einer Parade in new York | Bildquelle: dpa

US-Lehrerin schockiert Klasse Ein Grinch am Lehrerpult

Stand: 06.12.2018 20:19 Uhr

Bei den Kindern ist die Vorfreude auf Weihnachten wohl am größten. Da ging es einer 1. Klasse in den USA nicht anders. Bis ihre Lehrerin sich als echter Christmas-Muffel entpuppte.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Der Vorfall ereignete sich in der 1. Klasse der Cedar Hill Grundschule in Montville im Bundesstaat New Jersey. Eine Lehrerin, die seit mehreren Jahren als Vertretung unterrichtet, fragte die 22 Erstklässler, welches Fest demnächst gefeiert werde. "Weihnachten!", antworteten die Kinder begeistert.

Alles Humbug

Doch was dann passierte, muss nach Schilderungen mehrerer Eltern die sechs- und siebenjährigen Kinder zutiefst verstört haben. Die Lehrerin, die in der Facebook-Gruppe der Eltern nur "Ms. M" oder "Grinch" genannt wird, erklärte den verblüfften Kindern: Es gebe gar keinen Weihnachtsmann Kris Kringle. Auch keine Weihnachtselfen. Und Rentiere könnten gar nicht fliegen - alles Humbug. In Wahrheit kämen die Geschenke unterm Weihnachtsbaum nicht von Santa Claus und seinen Gehilfen vom Nordpol, sondern von ihren Eltern.

Als Reaktion auf die erschrockenen Gesichter der Erstklässler legte die Lehrerin noch nach: Auch den Osterhasen gebe es nicht wirklich. Und die Zahnfee, die Geld unter das Kissen legt, wenn Kinder ihre Milchzähne verlieren - auch sie sei bloß eine Erfindung der Eltern.

Unter den Eltern der Grundschulkinder sorgte der Vorfall für einen wahren Proteststurm. Ihre Tochter sei in Tränen aufgelöst nach Hause gekommen, schrieb eine Mutter auf Facebook und forderte: "Zerstört uns nie wieder unsere Weihnachtsstimmung!" Andere berichten von Besuchen beim Weihnachtsmann in der Shopping-Mall und anderen verzweifelten Versuchen, den Schaden zu begrenzen.

Lehrerin darf nicht mehr unterrichten

Der Leiter der Cedar Hill-Grundschule, Michael Raj, entschuldigte sich öffentlich: Als vierfacher Vater sei ihm bewusst, wie sensibel das Thema Weihnachtsmann sei. Die Leiterin des Schulbezirks, Rene Rovtar, ging einen Schritt weiter: Der Vorfall habe sie "besorgt und entmutigt". Die Vertretungslehrerin dürfe künftig in ihrem Schulbezirk nicht mehr unterrichten.

Der regionalen Zeitung "Jersey Journal" war das Thema sogar einen Leitartikel wert. Es sei richtig gewesen, dass die Lehrerin für ihr wenig einfühlsames Vorgehen büßen müsse. Schließlich sei die Kontroverse um den Weihnachtsmann seit 1897 ein für alle Mal geklärt. Und dann zitierte der Zeitungskommentar aus der berühmten Antwort des Kolumnisten Francis Church an die achtjährige Virginia:

"Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie wäre so dunkel, als gäbe es keine Virginia. Es gäbe keinen Glauben, keine Poesie - gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Der Weihnachtsmann lebt, und er wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen. Frohe Weihnacht, Virginia!"

US-Lehrerin enttarnt Weihnachtsmann und wird gefeuert
Martin Ganslmeier, NDR Washington
07.12.2018 06:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 06. Dezember 2018 um 20:27 Uhr und 22:27 Uhr.

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