Schlusslicht

Gelbohrige Blattmaus (Foto: Marcial Quiroga-Carmona/Universidad Austral de Chile/dpa) | Bildquelle: dpa

Auf 6700 Metern entdeckt Höher, zäher, Maus

Stand: 19.07.2020 07:47 Uhr

Eine Blattohrmaus hat den bisherigen Rekord pulverisiert: In so großer Höhe wie sie - auf genau 6739 Metern - wurde noch kein Säugetier entdeckt.

Auch in den lebensfeindlichen Höhen der Anden leben Säugetiere: Auf dem Gipfel des nordchilenischen Vulkans Llullaillaco haben Forscher in 6739 Meter Höhe eine Blattohrmaus entdeckt. Es sei das erste Mal, dass in so großer Höhe ein Säugetier gesichtet wurde, schreiben die Wissenschaftler in der US-Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" ("PNAS"). Bislang hielt der Großohr-Pfeifhase aus dem Himalaya den Rekord mit einer belegten Sichtung auf 5182 Metern und glaubwürdigen Berichten über einen Fund auf 6130 Metern Höhe.

Unterschätzte Anpassungsfähigkeit

Die Entdeckung der Maus auf dem Gipfel lege nahe, dass die Anpassungsfähigkeit von Säugetieren an die Lebensbedingungen in so großer Höhe bislang unterschätzt worden sei, schreiben die Forscher um Jay Storz von der University of Nebraska. Offenbar sei es den Tieren trotz der widrigen Umstände gelungen, sich an die Kälte und den geringen Sauerstoffgehalt der Luft zu gewöhnen.

Allerdings bleiben zu der Maus, die Wissenschaftler Phyllotis xanthopygus rupestris nennen, noch viele Fragen offen: Unklar ist beispielsweise, von was sich das Tier rund 2000 Meter oberhalb der Vegetationsgrenze ernährt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova in der Sendung "Grünstreifen" am 19. Juli 2020 um 12:00 Uhr.

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