Schlusslicht

Bitcoin-Münzen auf Dollarscheinen vor Computertastatur | Bildquelle: REUTERS

Digitale Währung Bitcoins Brite kämpft um stinkende Schatzsuche

Stand: 07.12.2017 17:55 Uhr

James Howells ist quasi "stinkreich" - zumindest fast. Denn der Computer-Experte hat schon vor Jahren in Bitcoins investiert, doch deren Erfolg dann unterschätzt. Die Folge: Die Festplatte landete im Müll - und da verrotten die digitalen Millionen bis heute.

Von Susann Burwitz, tagesschau.de

Es sind Geschichten wie die von Indiana Jones oder holzbeinigen Piraten auf hoher See, die die Herzen von kleinen und großen Abenteurern höher schlagen lassen. Durch unzählige Gefahren schlagen sich die Helden auf der Suche nach einem großen Schatz - Truhen gefüllt mit glänzendem, unermesslichem Reichtum. Doch halt! Die berühmten Schatzjäger von gestern können einpacken - vergessen sind heute Gold, Silber und Diamanten.

Denn im digitalen Zeitalter, in dem das Handy das Portemonnaie ersetzt und die moderne Schatzkammer Paypal heißt, horten Schlaufüchse ihren Reichtum online. Ganz hoch im Kurs: die Kryptowährung Bitcoin. Die Währung im Netz kann heute schon Millionäre hervorbringen - so wie James Howells, ein Computerexperte aus dem britischen Städtchen Newport.

Die Millionen liegen auf dem Müllberg

Seine Schatztruhe ist eine Festplatte - auf der hat er nämlich sein Bitcoin-Wallet gespeichert. 7500 Bitcoins sind darin gespeichert - inzwischen haben sie einen Wert von rund 95 Millionen Euro. Es könnte also alles so schön sein für den 32-Jährigen: zurücklehnen, Tee trinken und finanziellen Sorgen ein letztes Mal zum Abschied winken. Doch James hat ein kleines Problem: Sein Millionen-Schatz liegt leider auf dem Müll, wie die Zeitung "Telegraph" berichtet. Genauer gesagt liegt die so wertvolle Festplatte irgendwo vergraben und verschüttet zwischen den rund 200.000 Tonnen Müll auf der örtlichen Deponie.

Denn auch ein Computer-Fachmann kann sich bei der digitalen Zukunft ja mal verschätzen. Wer konnte denn vor vier Jahren schon ahnen, dass diese Bitcoins so eine große Sache werden. James zumindest nicht. Und so landete die Festplatte 2013 beim Großputz im Papierkorb.

Stadt stellt sich stur

Mittlerweile hat James seinen folgenschweren Fehler erkannt und möchte die Tradition des alten Schatzsuchens wieder aufleben lassen - sich also bewaffnet mit Schaufel - oder besser einem Radlader - durch die müffelnden Berge der Mülldeponie arbeiten, um seine millionenschwere Festplatte zurückzuergattern.

Für die stinkende Schatzsuche bräuchte er aber die Erlaubnis der Stadt. Und die stellt sich stur - und weist den unglücklichen James darauf hin, dass das Umgraben, das neue Sortieren und Lagern der Hunderttausenden Tonnen Müll voraussichtlich Millionen kosten würden - und damit den Bitcoins-Reichtum gleich wieder deutlich schmälern würde.

Doch James will nicht aufgeben. Sogar teilen würde er seinen Schatz mit der Stadt. Die Chancen für ein Umdenken der Behörden stehen allerdings schlecht. Und so muss James weiter sehnsüchtig auf die Berge auf der Mülldeponie schauen - und weiter vom digitalen Münzenklingeln träumen. Das stinkt dem Briten garantiert ganz gewaltig!

Darstellung: