Braccanio-See bei Rom | Bildquelle: AP

Trockenheit in Italien In Rom wird das Wasser knapp

Stand: 23.07.2017 05:38 Uhr

Italien wird von einer beispiellosen Trockenheit heimgesucht. Nun sollen Konsequenzen gezogen werden. Für die Bürger von Rom würde dies harte Einschränkungen bedeuten.

Von Markus Epping, ARD-Studio Rom

Der Chef der römischen Wasserwerke ist aufgebracht. Paolo Saccani will nicht wahrhaben, was da auf Italiens Hauptstadt zukommen könnte.

"Wir werden keine andere Lösung finden als das Wasser für die Römer zu rationieren, für eineinhalb Millionen Römer, für alles, was produziert wird, für die Tourismusbranche, für die öffentlichen Gebäude, auch für den Vatikan - das wird passieren", sagt Saccani.

Verantwortlich dafür ist die beispiellose Trockenheit in Italien. Seit Monaten regnet es in vielen Regionen nicht. Das Niveau vieler Wasserspeicher ist auf einem Rekordtief, auch das des großen Wasserspeichers von Rom, des Bracciano-Sees.

Historisch tiefer Pegel

"Der Pegel des Bracciano-Sees ist dramatisch gesunken, so tief wie noch nie in seiner Geschichte", sagt Latiums Regionalpräsident Zingaretti. Dies habe sich seit Wochen und Monaten angebahnt. Für ihn sind es Folgen des weltweiten Klimawandels.

"Ich würde US-Präsident Trump nach Bracciano einladen, damit er sieht, was passiert, wenn man dem Klimawandel nicht entgegenwirkt", so Zingaretti.

Er zog aus dem Wasser-Tiefstand des Sees Konsequenzen und ordnete an, dass ab nächste Woche kein Wasser mehr abgepumpt werden darf, auch wenn das ein harter Einschnitt wird: "Man muss die Versorgung der Bürger einschränken, ja, aber wir dürfen nicht zulassen, dass der Bracciano-See von der Erde verschwindet."

Ein Mädchen am See Braccanio | Bildquelle: AP
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Verbietet der Regionalgouverneur die Wasserentnahme aus dem See, gibt es für die Römer harte Einschränkungen.

Harte Einschränkungen für Römer

Umweltexperten geben dem Regionalpräsidenten Recht: Das Ökosystem des Sees ist dramatisch gefährdet. Schon jetzt wuchern die Algen, die wegen des Tiefstands mehr Licht bekommen. Für die Fischwelt ist das lebensbedrohlich, denn die Algen nehmen ihnen den Sauerstoff.

Die römischen Wasserwerke entnehmen dem See so viel Wasser, dass das Niveau täglich um 1,5 Millimeter weiter sinkt.

Auch Saccani, der Chef der Wasserwerke, findet das angesichts der Trockenheit nicht schön, aber das Verbot zur Wasserentnahme hält er für überzogen: "Die Wasserentnahme auf Null zu senken, ja, das spart 1,5 Millimeter Wasserpegel pro Tag. Aber für schätzungsweise 1,5 Millionen Römer bringt das allergrößte Einschränkungen mit sich."

Die Regionalbehörden und die Wasserwerke haben jetzt eine Woche Zeit, Alternativen zu suchen. Es ist schwer vorstellbar, wo die herkommen sollen.

Ab kommendem Wochenende soll also rationiert werden in Rom, wo Wasser ja auch eine große fast repräsentative Rolle spielt - die Brunnen der Stadt sprudeln immer.

Trockenheit in Italien: In Rom wird das Wasser knapp
Markus Epping, ARD Rom
22.07.2017 23:46 Uhr

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