Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki | dpa

Gutachten zu Missbrauch Kardinal Woelki bittet um Verzeihung

Stand: 25.12.2020 10:42 Uhr

Der Kölner Erzbischof Woelki hat sich in der Christmette zum Umgang des Bistums mit sexualisierter Gewalt geäußert. Ohne auf konkrete Vorwürfe einzugehen, bat für die Debatte um die Veröffentlichung eines umstrittenen Gutachtens um Verzeihung.

Kardinal Rainer Maria Woelki (l), Erzbischof von Köln, unterschreitet in einer Prozession den Dreikönigsschrein.  | Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Dreikönigstag im Kölner Dom Bild: Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

"Zu den Sorgen, die Sie alle durch Corona ohnehin schon haben, haben wir, habe ich leider noch eine Bürde hinzugefügt", sagte er. Woelki wird kritisiert, weil er ein Gutachten zu Missbrauch im Erzbistum Köln wegen "methodischer Mängel" unter Verschluss hält. Er gab stattdessen ein neues Gutachten in Auftrag, das im März veröffentlicht werden soll.

Ohne mögliche eigene Versäumnisse anzusprechen und auf konkrete Vorwürfe einzugehen, sagte Woelki weiter: "Was die von sexueller Gewalt Betroffenen und Sie in den letzten Tagen und Wochen vor Weihnachten im Zusammenhang mit dem Umgang des Gutachtens zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in unserem Erzbistum, was sie an der Kritik darüber und insbesondere auch an der Kritik an meiner Person ertragen mussten: Für all das bitte ich Sie um Verzeihung."

"Vorgänge aufklären und Verantwortliche benennen"

Er habe vor zwei Jahren sein Wort gegeben, "dass wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln die Vorgänge aufklären und auch Verantwortliche benennen werden". Das solle "ungeschönt und ohne falsche Rücksichten" geschehen. "Ich stehe weiterhin zu diesem Wort, auch wenn dies öffentlich gerade anders gesehen und angezweifelt wird", sagte der Kölner Erzbischof Woelki.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Dezember 2020 um 16:00 Uhr.