Eine Hand hält ein selbst gebasteltes Peace Zeichen in den ukrainischen Farben gelb und blau bei einer Demonstration unter dem Motto "Stoppt den Krieg! Frieden für die Ukraine und ganz Europa" gegen den russischen Angriff auf die Ukraine . | dpa

Nordrhein-Westfalen Düsseldorf: Notunterkunft für 1000 Flüchtlinge in Messehalle

Stand: 09.03.2022 10:41 Uhr

In der Stadt kommen immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine an. Damit alle untergebracht werden können, hat die Stadt jetzt eine Messehalle angemietet, die vorübergehend als Notunterkunft dient.

Bis zu 1000 Menschen können in der Düsseldorfer Messehalle untergebracht werden. Sie soll nur vorübergehend als Unterkunft dienen, bevor die Geflüchteten in kleinere Unterkünfte oder Wohnungen umziehen. Schon am Montag trafen die ersten Flüchtlinge in der Messehalle ein. 

"Alles, was wir aufgebaut haben, mussten wir zurücklassen"

Zwei Tage lang war ein 70-Jähriger unterwegs, seine Flucht führte aus der umkämpften Stadt Nikolajew im Süden der Ukraine über Warschau und Berlin nach Düsseldorf. In seiner Heimatstadt explodierten schon am ersten Kriegstag früh morgens russische Bomben.

"Alles, was wir aufgebaut haben, mussten wir zurücklassen", sagt der völlig übermüdet wirkende Ukrainer, "die Autos, die Häuser, alles was man aufgebaut hat, gibt es nicht mehr". Er hat kaum Hoffnung, jemals in seine Heimat zurückkehren zu können. 

Insgesamt gibt es in Düsseldorf Platz für 1700 Flüchtlinge

Seine 37-Jährige Tochter berichtet von heftigem Beschuss auch auf Wohngebiete. Sie stammt ebenfalls aus der Stadt Nikolajew. “Die Situation ist nicht gut, weil die Häuser beschossen werden und nicht mehr die militärische Infrastruktur. Wir haben uns zwei Tage im Keller des Hauses versteckt, mit den Kindern.” Dann seien sie geflüchtet, mit einem Bus Richtung polnische Grenze.

Dass sie in der Messehalle ein warmes Bett und etwas zu Essen bekommen, freut die beiden, trotz aller Strapazen. Sie sind überrascht von der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, mit der sie auf ihrer Flucht in Polen und Deutschland willkommen geheißen wurden. "Wir hoffen natürlich, dass wir bald eine kleine Wohnung haben, in der wir unterkommen können", sagt der 70-Jährige.

Aktuell sind schon über 900 Flüchtlinge in Düsseldorf angekommen, und es werden noch mehr erwartet. Auch schon 2015, als tausende Flüchtlinge aus Syrien kamen, hatte die Stadt eine Messehalle als Notunterkunft angemietet. An einem Tor vor der Messehalle kommen in regelmäßigen Abständen Autos mit ukrainischen Kennzeichen an. Die Stadt hat seit dem Beginn des Kriegs insgesamt 1700 neue Unterkunftsplätze geschaffen.

Über dieses Thema berichten wir auch in der WDR-Lokalzeit aus Düsseldorf am 8. März.

Quelle: wdr.de