Eine große Kiefer ist im Rheinpark Köln abgeknickt  | WDR

Nordrhein-Westfalen Live-Ticker zum Sturm: Gefahr in Wäldern und Parks - nächster Sturm kommt

Stand: 19.02.2022 20:52 Uhr

Orkantief "Zeynep" ist durchs Land gefegt, zwei Menschen sind in NRW ums Leben gekommen. In Wäldern und Parks ist es noch immer gefährlich.

Dieser Sturm-Ticker ist beendet. In der Nacht zum Montag wird ein weiteres Sturmtief erwartet, das wieder schwere Sturmböen und orkanartige Böen bringen kann. Über Sturmtief "Antonia" berichten wir laufend auf allen Ausspielwegen des WDR, auch in der App WDR aktuell und auf WDR.de.

ARD-Wetter-Experte warnt weiter vor Wald- und Parkbesuchen

Das Sturmtief "Zeynep" ist am Samstag weitgehend abgeflaut - zwischendurch hat sich am Nachmittag sogar die Sonne durchgesetzt. In der Nacht kann es aber nach wie vor starke Böen geben, außerdem ist starker, teils lang anhaltender Regen vorhergesagt. Bäche und Flüsse können gebietsweise über das Ufer treten. Eine dramatische Hochwasser-Lage, wie es sie im vergangenen Juli in NRW gegeben hat, ist nach aktuellem Stand aber nicht zu erwarten.

In der Nacht von Sonntag auf Montag soll es dann auch wieder richtig stürmen - mit teils erneut orkanartigen Böen im Berg- und Tiefland, so laut WDR-Wetterredaktion. "Bereits ab Sonntag nimmt die Sturmserie mit Annäherung des nächsten Sturmtiefs 'Antonia' wieder deutlich an Fahrt auf", bestätigte auch eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes. Erst ab Dienstag soll sich das Wetter beruhigen.

Ein Baum wurde entwurzelt im Westfalenpark in Dortmund, NRW am 18.02.22 | Federico Gambarini/dpa

Ein Baum wurde entwurzelt im Westfalenpark in Dortmund, NRW am 18.02.22 Bild: Federico Gambarini/dpa

Der ARD-Wetterexperte Tim Frühling warnt im WDR davor, dass es in Wäldern und Parks weiterhin gefährlich ist. Der Boden sei durchgeweicht, auch wegen des vielen Regens - gerade Bäume mit flachen Wurzeln könnten jetzt auch bei weniger kräftigen Windböen noch umfallen.

Sturm "Zeynep" ist in der Nacht von Freitag auf Samstag über Deutschland hinweggefegt und hat mit seinen Orkanböen überall seine Spuren hinterlassen. Nach Angaben des Landesinnenministeriums sind in NRW zwei Menschen ums Leben gekommen. Eine weitere Person wurde demnach lebensbedrohlich verletzt, fünf Menschen schwer.

Bilderstrecke

So wirbelte Orkantief "Zeynep" über NRW

19.07 Uhr: "Zeynep" in NRW – ein Kurzüberblick

  • Im Münsterland sind zwei Autofahrer ums Leben gekommen.
  • Bei Paderborn wurde ein Kleinbus von einem umstürzenden Baum eingedrückt - zwei Menschen wurden verletzt.
  • Unter anderem in Solingen und Essen sind Menschen durch herabfallende Dachziegel verletzt worden.
  • In Krefeld fiel ein Ast auf einen Zug. 90 Menschen mussten in einen Ersatzzug umsteigen.
  • In Gütersloh stürzte ein Baum in einen Gastank. Zunächst war Gas ausgetreten, dieses konnte aber kontrolliert abgelassen werden.
  • In Neuss stürzte ein Baum auf einen Linienbus.
  • In Dortmund krachte ein Kreuz von einer Kirchturmspitze auf ein parkendes Auto.
  • In Hamm wurden große Teile eines Flachdaches abgeweht – umliegende Häuser mussten evakuiert werden.
  • Im Kreis Recklinghausen fiel ein Baum auf einen Krankentransporter mit Menschen darin. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
  • Im Kreis Herford ist ein Pkw in einen Baum gekracht, der Fahrer wurde leicht verletzt.
  • In Emmerich in Kleve stürzte der Sturm ein Baugerüst auf der Rheinbrücke um. Die blieb für den Verkehr deshalb den gesamten Nachmittag über gesperrt.

In allen Teilen NRWs waren Polizei und Feuerwehr wegen kleinerer Einsätze, wie etwa umgestürzter Bäume und herabfallenden Dachziegeln, im Einsatz. Auch Bahn- und Autoverkehr waren nahezu überall beeinträchtigt. Bis zu 300 Verkehrsunfälle wurden gemeldet. Die Feuerwehr verzeichnet mehr als 12.000 Einsätze.

17.36 Uhr: Freizeitanlagen in Dortmund weiterhin geschlossen

In Dortmund sind, wie auch in vielen anderen NRW-Städten, Zoo und Parks noch geschlossen. Es bestehe weiterhin Gefahr durch herabstürzende Äste. Das teilte die Stadt auf Twitter mit.

Durch das Sturmtief wurde in Dortmund außerdem ein Café-Gast durch einen umstürzenden Baum leicht verletzt. Von einem Kirchturm stürzte zudem ein großes Kreuz auf ein Auto.

17.15 Uhr: Bahnreisende können Tickets flexibel nutzen oder stornieren

Die Deutsche Bahn hat ihre Kulanz-Regeln wegen des Sturms nochmal ausgeweitet: Demnach können alle Fahrgäste, die ihre Reise für den Zeitraum vom 17. bis 21. Februar 2022 aufgrund der anhaltenden Sturmperiode verschieben möchten, ihr bereits gebuchtes Ticket für den Fernverkehr entweder flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren. Das gilt bis einschließlich 28. Februar. Außerdem ist die Zugbindung bei Sparpreisen aufgehoben.

Grund dafür sind die gravierenden Schäden an der Bahninfrastruktur. DB-Spercher Achim Stauß: "Die Prognose für den Sonntag und auch den Montag bleibt schwierig."

16.20 Uhr: Zugverkehr bis Montagnachmittag beeinträchtigt

Bahnreisende müssen weiter mit starken Beeinträchtigungen rechnen. "Aufgrund von Unwetterschäden kommt es im Norden Deutschlands und in Nordrhein-Westfalen bis mindestens Montagnachmittag zu Verspätungen und Zugausfällen", teilte die Deutsche Bahn mit.

Insbesondere Reisen von und nach Hamburg und Bremen sollten demnach vermieden werden. Der Bahn zufolge verkehren am Sonntag bis mindestens 18 Uhr keine Fernverkehrszüge nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin. Bis dahin fallen auch ICE-Züge auf der Strecke Köln - Hannover - Berlin aus, genau wie ICE-Züge zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Berlin.

Aber auch gute Nachrichten gibt es für Reisende: Der Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen ist wieder angelaufen. Er war bis zum frühen Samstagnachmittag weitgehend lahmgelegt. Auch zwischen Leipzig/Halle (Saale) und Berlin sind wieder Fernzüge unterwegs. Wann wieder ICE/IC-Züge von Frankfurt (Main) beziehungsweise Berlin nach Amsterdam im Einsatz sein werden, ist dagegen weiterhin nicht absehbar.

16.11 Uhr: Rheinbrücke in Emmerich wieder freigegeben

Bauarbeiter demontieren ein Baugerüst auf der Emmericher Rheinbrücke. Sturmtief Zeynep hatte Gerüstteile auf die Fahrbahn gedrückt. Der Verkehr über den Rhein ist bis auf weiteres gesperrt.  | Roland Weihrauch/dpa

Bauarbeiter demontieren ein Baugerüst auf der Emmericher Rheinbrücke. Sturmtief Zeynep hatte Gerüstteile auf die Fahrbahn gedrückt. Der Verkehr über den Rhein ist bis auf weiteres gesperrt. Bild: Roland Weihrauch/dpa

Die Rheinbrücke in Emmerich ist wieder frei. Das hat die entsprechende Leitstelle gegenüber dem WDR bestätigt. Das Sturmtief hatte in der vergangenen Nacht Gerüstteile auf die Fahrbahn gedrückt, die Brücke musste deshalb bis auf Weiteres gesperrt werden. Bauarbeiter bauten das Gerüst ab und machten die Durchfahrt damit wieder frei.

15.58 Uhr: "Zeynep" verursacht über 900 Millionen versicherte Schäden

Über 900 Millionen Euro versicherte Schäden – das sind die ersten Schätzungen der finanziellen Auswirkungen von Sturm "Zeynep". Der Sturm sei der intensivste seit "Kyrill" im Jahr 2007, teilte die auf Versicherungsmathematik spezialisierte Firma Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) am Samstag mit. Auf Sturm "Ylenia" entfallen demnach weitere 500 Millionen Euro.

Versicherte Schäden sind ausschließlich diejenigen, die am Ende auch von Versicherungen übernommen werden. Die Gesamtschäden sind bei Stürmen und anderen Naturkatastrophen in aller Regel höher, zum Teil erheblich. Grundlage für die Berechnungen der MSK sind Statistiken der teilnehmenden Versicherungen.

15.31 Uhr: "Zeynep" richtet europaweit Schaden an

"Zeynep" hat nicht nur in NRW, sondern auch in weiten Teilen Europas für große Verwüstungen gesorgt. Insgesamt kamen bis Samstagvormittag in Deutschland, Belgien, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und Polen 13 Menschen ums Leben – in den meisten Fällen durch auf Fahrzeuge gestürzte Bäume.

Sturm Zeynep hat am Freitagmorgen hohe Wellen in Südwales verursacht. | picture alliance / Cover Images

Sturm Zeynep: Spuren auch in weiten Teilen Europas Bild: picture alliance / Cover Images

Unter anderem brachte der starke Wind den Turm einer Kirche in Wells im Südwesten Englands zum Einsturz und riss Teile des Dachs der O2-Arena in London ab. Auf der Isle of Wight wurde eine Böe mit einer vorläufigen Geschwindigkeit von 196 Kilometern pro Stunde gemessen. Sollte die Messung bestätigt werden, handelt es sich um den höchsten jemals in England gemessenen Wert.

In Großbritannien waren am Samstagmorgen mehr als 400.000 Haushalte weiterhin ohne Strom, wie der Netzbetreiber mitteilte. In Polen waren nach Angaben der örtlichen Behörden 194.000 Haushalte betroffen, in Frankreich 37.000.

15.10 Uhr: Wuppertaler Schwebebahn wieder einsatzfähig

Die Probleme bei der Wuppertaler Schwebebahn infolge des Sturms sind behoben. "Der Fehler im Netzwerk der Schwebebahn konnte nach Austausch mehrerer technischer Komponenten beseitigt werden", teilte ein Sprecher der Stadtwerke Wuppertal mit. Am Freitagabend war der Betrieb der Schwebebahn aus Sicherheitsgründen eingestellt worden. Technische Schäden verhinderten am Samstagmorgen dann die Wiederaufnahme des Bahnbetriebs.

Auch ein Besuch des Zoos ist in Wuppertal wieder möglich: Sturmbedingt hatte dieser in den vergangenen Tagen immer wieder schließen müssen.

14.40 Uhr: Frau in Velbert schwer verletzt

In Velbert-Langenberg wurde gestern Abend eine 19-jährige Frau von einer herabstürzenden Baumkrone getroffen. Rettungskräfte brachten sie schwer verletzt in ein Wuppertaler Krankenhaus. Weitere Sturm-Ereignisse aus dem Bergischen hier:

14.25 Uhr: 1.000 Kilometer Bahnstrecke beschädigt

Laut der Deutschen Bahn sind durch Sturm "Zeynep" mehr als 1.000 Kilometer Strecke beschädigt worden. Nördlich von Dortmund gibt es weiterhin keinen Fernverkehr, in Sturmgebieten fallen auch Regionalzüge aus. Einige Strecken sollen noch bis heute Abend gesperrt bleiben.

Laut Bahn sind gerade Tausende Mitarbeiter unterwegs, um Gleise und Oberleitungen freizuräumen oder zu reparieren, teils auch mit Hubschraubern. Wer ein Ticket für heute hat, sollte seine Fahrt laut Bahn lieber verschieben - die Fahrkarten seien länger gültig, auch eine Rückgabe ist möglich. Auch mit dem Auto könnte es auf einigen Strecken noch Sperrungen geben. Am Niederrhein ist zum Beispiel die Rheinbrücke Emmerich weiter dicht. Dort versperren Gerüstteile den Weg.

14.00 Uhr: 17-Jähriger unter NRWs Sturmopfern

Auf der Bundesstraße 54 bei Altenberge im Kreis Steinfurt stürzte am Abend ein Baum auf die Fahrbahn | WDR/Daniel Winkelkotte

Auf der Bundesstraße 54 bei Altenberge im Kreis Steinfurt stürzte am Abend ein Baum auf die Fahrbahn Bild: WDR/Daniel Winkelkotte

Bei den zwei Sturmopfern in NRW durch Sturm "Zeynep" handelt es sich zum einen um einen Autofahrer, dessen Wagen von einem Baum getroffen worden war – er war auf der Bundesstraße 54 in der Nähe von Altenberge im Kreis Steinfurt unterwegs.

Das zweite Sturmopfer ist ein 17 Jahre alter Beifahrer, der mit zwei Gleichaltrigen gegen 4 Uhr morgens in Hopsten, ebenfalls im Kreis Steinfurt, unterwegs gewesen war. Grund für den Unfall könnten nach bisherigen Erkenntnissen mehrere Äste auf der Straße gewesen sein, denen der Fahrer des Wagens ausweichen wollte. Auch die beiden anderen 17-Jährigen wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Wie die 17-Jährigen an das Auto kamen, ist bislang noch unklar.

Auch in NRWs Nachbarland Niedersachen starb in der Nacht ein Mann: Er wollte während des Sturms das beschädigte Dach eines Stalls reparieren, brach durch das Dach und stürzte rund zehn Meter in die Tiefe.

13.20 Uhr: Sturm hat Nordseeinsel-Strände weitgehend weggespült

 Am Uferweg wir vor Sturmschäden gewarnt. Die Nordseeinsel Wangerooge hat im Sturm etwa 90 Prozent ihres Badestrandes eingebüßt. | Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Das Ufer von Wangerooge. Bild: Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Der Sturm hat auch auf zwei Nordseeinseln für große Schäden gesorgt. Auf Wangerooge ist der Strand nach Behördenangaben zu rund 90 Prozent weg, auch auf Langeoog geht die Abbruchkante an vielen Stellen bis zu den Dünen. Auf Wangerooge war schon durch frühere Stürme viel Sand am Strand weggespült worden.

12.47 Uhr: NRW-Innenministerium: Zwei Menschen wegen des Sturms ums Leben gekommen

Herbert Reul gestikuliert beim Reden | dpa/Federico Gambarini

NRW-Innenminister Herbert Reul. Bild: dpa/Federico Gambarini

Im Zusammenhang mit Orkantief "Zeynep" sind dem Landesinnenministerium zufolge Stand jetzt zwei Menschen ums Leben gekommen. Eine weitere Person wurde demnach lebensbedrohlich verletzt, fünf Menschen schwer. "Ich bin mit meinen Gedanken bei den Angehörigen der Unglücksopfer", wird NRW-Innenminister Herbert Reul in einer schriftlichen Mitteilung zitiert. Er wünsche ihnen viel Kraft. Der Innenminister bedankte sich auch bei den zahlreichen Einsatzkräften, die helfen, die Sturmschäden zu beseitigen.

12.05 Uhr: Windgeschwindigkeiten bis zu 137 km/h

Orkantief "Zeynep" habe an manchen Messstationen in NRW für außergewöhnlich hohe Windgeschwindigkeiten gesorgt, so ARD-Wetter-Experte Tim Frühling. Die Spitzengeschwindigkeiten im Überblick:

  • 137 km/h Oerlinghausen
  • 126 km/h Kahler Asten
  • 124 km/h Lübbecke
  • 122 km/h Geilenkirchen
  • 122 km/h Münster/Osnabrück
  • 120 km/h Gütersloh/Ems

11.19 Uhr: Wüst dankt Einsatzkräften nach Sturm-Nacht

Nach dem Sturm in Nordrhein-Westfalen hat Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) den Einsatzkräften gedankt. "Ich danke den Einsatzkräften, die bei Wind und Wetter rausgehen, wenn niemand mehr raus will, die kommen, wenn wir Hilfe brauchen", sagte der Regierungschef bei einer Parteiveranstaltung der NRW-CDU in Essen. "Es ist gut, dass wir Euch haben. Herzlichen Dank, dass wir uns auf Euch verlassen können."

11.10 Uhr: Rheinbrücke Emmerich womöglich noch bis Nachmittag gesperrt

Die Aufräumarbeiten an der Rheinbrücke Emmerich halten an - womöglich noch bis zum Nachmittag, wie von den Einsatzkräften zu erfahren ist. Grund dafür sind umgestürzte Gerüstteile, die in die Fahrbahn ragen. Über Deutschlands längste Hängebrücke führt die B220, eine wichtige Verbindung zwischen NRW und den Niederlanden.

10.36 Uhr: Passant in Essen von Dachziegel schwer verletzt

In mehreren NRW-Regionen kam es durch den Sturm zu Verletzungen. In Essen war am Freitagabend ein Mann von einem herabstürzenden Dachziegel am Kopf getroffen und schwer verletzt worden, wie die Feuerwehr am Morgen mitteilte.

9.57 Uhr: Mehr als 1.300 Einsätze in Ostwestfalen-Lippe

Polizei und Feuerwehr in den Kreisen in Ostwestfalen-Lippe meldeten seit Freitag insgesamt mehr als 1.300 Einsätze. Ganz überwiegend blieb es bei Sachschäden. Es gab auch auch Verletzte - zum Beispiel, als ein Kleinbus mit sieben Menschen in einen abgesperrten Bereich gefahren war und von einem Baum getroffen wurde.

9.51 Uhr: Mehr als 300 Einsätze im Rhein-Sieg-Kreis

Im Rhein-Sieg-Kreis gab es wegen des Sturms mehr als 311 Feuerwehr-Einsätze. Überwiegend waren es Bäume, die auf Straßen und Stromleitungen fielen. Infolge kam es zu vielen Stromausfällen, die aber meistens noch in der Nacht behoben werden konnten.

9.40 Uhr: Etwa 1.500 Einsätze im Münsterland

Die Feuerwehren im Münsterland zählen bislang seit Freitagnachmittag um die 1.500 Einsätze. In den allermeisten Fällen ging es um umgestürzte Bäume, Bauzäune, Schilder und Ähnliches. Die Sturmnacht sei trotz vieler Schäden und mindestens einem Toten weitgehend glimpflich verlaufen, so die Einsatzkräfte. Überall in der Region sind vereinzelt noch meist kleinere Straßen gesperrt.

8.58 Uhr: Erste Züge fahren wieder in NRW

Gestrandete Fahrgäste warten in der Eingangshalle des Essener Haupbahnhofes auf ein Weiterkommen.  | Roland Weihrauch/dpa

Gestrandete Fahrgäste warten am Samstagmorgen im Essener Haupbahnhof auf ein Weiterkommen. Bild: Roland Weihrauch/dpa

Nachdem am Freitag in NRW in weiten Teilen der Zugverkehr eingestellt wurde, sind die ersten Züge nun wieder unterwegs. "Wir fangen langsam wieder an. Einzelne Züge fahren, aber das ist wirklich sehr ausgedünnt", sagte eine Bahnsprecherin am Morgen. "Wir haben starke Sturmschäden." Die Strecken müssten erst überprüft werden. Am Bahnhof Essen und anderswo warteten am Morgen immer noch Menschen darauf, dass sie weiterreisen können.

7.48 Uhr: Polizei NRW zieht noch keine Bilanz

Eine Bilanz der Sturmnacht mochte die Landesleitstelle der Polizei heute Morgen noch nicht ziehen. Ein Sprecher sagte jedoch, dass gemessen am Funk-Aufkommen die Lage relativ ruhig gewesen sei, "dafür, dass der Sturm so stark gewütet hat".

6.57 Uhr: Sehr schwere Sturmflut in Hamburg

Hamburg erlebt eine sehr schwere Sturmflut. Der Wasserstand am Pegel St. Pauli erreichte am Sonnabend gegen 5.30 Uhr 3,75 Meter über dem mittleren Hochwasser. Das sei wahrscheinlich der Scheitelpunkt, sagte ein Sprecher des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie. Ab 3,5 Metern über dem mittleren Hochwasser spricht man vor einer sehr schweren Sturmflut.

6.44 Uhr: Unwetterwarnung für NRW aufgehoben - weiterhin Warnung vor Böen

Der Deutsche Wetterdienst hat die Unwetterwarnungen für Nordrhein-Westfalen aufgehoben, warnt aber weiterhin vor Wind- und Sturmböen. Im Tagesverlauf soll der Wind weiter abnehmen. Für den frühen Abend erwarten die Experten nur noch im Bergland starke Böen der Windstärke sieben. Später am Abend soll der Wind allerdings von Westen her erneut auffrischen. Dann seien verbreitet auch wieder stürmische Böen im höheren Bergland Sturmböen möglich, hieß es. Für Sonntag sagen die Meteorologen frischen Südwestwind mit starken bis stürmischen Böen voraus, im Bergland auch mit Sturmböen.

5.33 Uhr: Zugverkehr in NRW soll am Samstag wieder starten

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn bleibt in NRW wegen des Sturms mindestens bis Vormittag eingestellt. Das teilte die Deutsche Bahn am Morgen mit. Vor einer Wiederaufnahme des Verkehrs seien erst umfangreiche Erkundungsfahrten erforderlich. "Wir gehen daher davon aus, dass der Betrieb im Fernverkehr der Deutschen Bahn auf [...] frühestens ab 9 Uhr am Samstagmorgen sukzessive wieder aufgenommen werden kann", hieß es in einer Kundeninformation. In Bereichen mit starken Sturmschäden sei jedoch auch eine deutlich spätere Wiederaufnahme möglich. Nur auf der Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt werde der Betrieb mit einzelnen Zügen schon vor 9 Uhr wieder aufgenommen.

Auch im NRW-Nahverkehr war der Betrieb am Freitagnachmittag auf zahlreichen Linien eingestellt oder stark eingeschränkt worden. Hier sollen die Züge im Laufe des Tages wieder fahren.

4.39 Uhr: Rheinbrücke Emmerich wegen Sturmschäden gesperrt

Die Rheinbrücke Emmerich ist bis auf Weiteres gesperrt. Grund dafür seien umgestürzte Gerüstteile, die in die Fahrbahn ragen, teilte die Polizei am frühen Samstagmorgen mit. Die Begutachtung des Schadensausmaßes durch Sturm "Zeynep" sei für diesen Samstag bei Tageslicht geplant. Danach werde über das weitere Vorgehen entschieden. Die Polizei bat betroffene Verkehrsteilnehmer, auf die weiterhin frei befahrbare Rheinbrücke Rees-Kalkar auszuweichen.

4.24 Uhr: Umstürzende Bäume treffen Linienbus und Auto in Neuss

Bei zwei Unfällen mit umgefallenen Bäumen ist am Freitagabend in Neuss ein Mensch verletzt worden. Der Fahrer eines Linienbusses erlitt einen Schock, nachdem im Stadtteil Grefrath ein Baum sein Fahrzeug getroffen hatte, wie die Polizei mitteilte. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht. An dem Bus der Stadtwerke entstand massiver Sachschaden, wie es hieß.

Bei einem Unfall an der Autobahnabfahrt Neuss-Büttgen wurde ein fahrender Pkw von einem umstürzenden Baum getroffen. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt und konnte seinen Wagen selbst verlassen. Durch Sturmtief "Zeynep" musste die Feuerwehr in Neuss im Laufe des Freitags zu 75 Einsätzen ausrücken. Zum Großteil wegen entwurzelter Bäume, abgerissener Teile von Fassaden, herumfliegender Werbetafeln und loser Gegenstände. Die größten Schäden richtete der Sturm an Gebäuden an, wie es hieß.

4.08 Uhr: Bahn will ihren Betrieb voraussichtlich im Laufe des Samstags aufnehmen

Die Bahn in NRW will ihren Betrieb voraussichtlich im Laufe des Samstags wiederaufnehmen. Vorerst rollen aber keine Züge.

3.41 Uhr: WDR-Wetterexperte Vogt: "Das Gröbste in NRW ist durch"

Nach dem Durchzug des Orkantiefs "Zeynep" ist nach Angaben des WDR-Wetterexperten Jürgen Vogt "das Gröbste in NRW durch". Nach Windgeschwindigkeiten mit Spitzenwerten von 137 km/h in Oerlinghausen, 124 km/h in Lübbecke und 123 km/h in Geilenkirchen. Härter ist die Nordseeküste vom Sturm getroffen worden - mit Böen von teils mehr als 160 km/h und einer Sturmflut. Für das Morgen-Hochwasser in Sankt Pauli wird ein Elb-Pegel von bis zu 3,50 Meter, höher als ein mittleres Hochwasser, erwartet.

3.18 Uhr: Ausläufer des Orkantiefs fegen weiter über NRW

Die Ausläufer des Orkantiefs "Zeynep" fegen weiter über Nordhrein-Westfalen - auch jetzt gibt es teilweise noch heftige Böen. Das Gröbste scheint aber vorerst überstanden zu sein. In weiten Teilen des Landes sind unter anderem Bahn- und Straßenverkehr beeinträchtigt. Bäume sind umgestürzt, Äste liegen umher, Dächer deckte der Sturm ab.

1.18 Uhr: Amtliche Unwetterwarnung für weitere Kreise

Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen | Wetterdienst

Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen Bild: Wetterdienst

Eine amtliche Unwetterwarnung vor orkanartigen Böen gilt inzwischen für die Kreise Borken, Gütersloh, Herford, Minden-Lübbecke, Steinfurt, Warendorf sowie für die Stadt Bielefeld. Die Warnung des Deutschen Wetterdienstes gilt bis drei Uhr.

1.09 Uhr: Amtliche Unwetterwarnung für Teile von Westfalen

Der Deutsche Wetterdienst hat am frühen Samstagmorgen eine amtliche Unwetterwarnung für Teile von Westfalen herausgegeben. Bis zwei Uhr könne es in den Kreisen Olpe, Paderborn, Soest und Unna sowie im Märkischen Kreis und im Hochsauerlandkreis zu schweren Gewittern mit Orkanböen kommen.

1.05 Uhr: Über 200 Feuerwehreinsätze im Kreis Soest

Rund 800 Feuerwehrleute waren am Freitag wegen des Sturmtiefs "Zeynep" im Kreis Soest im Einsatz. Die Kräfte rückten zu insgesamt 217 Einsatzstellen aus, wie die Feuerwehren mitteilten. Bei den meisten Einsätzen handelte es sich demnach um umgestürzte Bäume. Mehrere Straßen mussten deshalb gesperrt werden.

In Geseke fiel im Bereich des Bahnhofs ein Baum auf die Oberleitung, weswegen der Bahnstrecke gesperrt wurde. Im Bereich der Alpenstraße in Lippstadt-Rixbeck lief aufgrund des Starkregens eine Unterführung voll. In Teilen der Gemeinde Welver kam es zu einem Stromausfall. Verletzte gab es nach den Angaben der Feuerwehren nicht. Am Feuerwehrhaus in Warstein-Hirschberg wurde ein Rettungswagen stationiert, um im Falle von versperrten Straßen die medizinische Versorgung im Bereich des Ortsteils sicherzustellen.

0.45 Uhr: Hunderte Einsätze in Ostwestfalen-Lippe

Allein in Ostwestfalen-Lippe ist es am Freitag bis in die Nacht hinein zu hunderten von sturmbedingten Einsätzen gekommen. Dabei ging es hauptsächlich um umgestürzte Bäume, Äste auf der Straße und abgedeckte Dächer. Viele Straßen sind abgesperrt. Im Kreis Paderborn wurden drei Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt. Weil ein Baum auf einen Gastank in Gütersloh gestürzt ist, trat zeitweise Gas aus und musste von der Feuerwehr kontrolliert abgelassen werden.

0.35 Uhr: Herabfallende Dachziegel und umgestürzte Bäume

In Solingen ist am Freitagabend sturmbedingt ein Mensch durch herabfallende Dachziegel verletzt, wie ein Stadtsprecher sagte. In Mülheim stürzten nach Angaben der Feuerwehr mehrere 25 Meter hohe Buchen aus einem Waldstück quer über die Straße und landeten auf Hausdächern. Die Bewohner mussten die Gebäude verlassen. Glück hatte ein Autofahrer in Bottrop: Er blieb laut Feuerwehr unverletzt, als ein großer Ast seinen fahrenden Wagen traf.

In Dortmund ist derzeit der Nordmarkt wegen eines umgekippten Baums gesperrt.

0.24 Uhr: Stromausfall in der Gemeinde Much im Rhein-Sieg-Kreis

In weiten Teilen der Gemeinde Much im Rhein-Sieg-Kreis ist in der Nacht auf Samstag der Strom ausgefallen. Betroffen sind rund 900 Personen. Die Störung werde so schnell wie möglich behoben, hieß es. Auch in anderen Regionen in NRW war sturmbedingt zeitweise der Strom ausgefallen,

Über dieses Thema berichten wir laufend auf allen Ausspielwegen des WDR, auch im WDR Fernsehen und Hörfunk.

Quelle: wdr.de