Christian Drosten , Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Berlin, äußert sich in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.  | Sean Gallup/Getty Images

Nordrhein-Westfalen Drosten: Mit der Impfung bleibt das Virus im Matsch stecken

Stand: 14.01.2022 22:15 Uhr

Appelle zum Impfen gab es schon viele. Virologe Drosten hat jetzt zum anschaulichen Vergleich gegriffen: Impfungen seien wie Matsch auf einem Sandweg, in dem das Virus stecken bleibe.

Von Frank Menke

Bisher war im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nie von Autos, PS-Stärken, Sandwegen und Matsch die Rede. Aber Virologe Christian Drosten, Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, wollte in der Pressekonferenz mit Bundes-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und RKI-Chef Lothar Wieler am Freitag deutlich machen, warum das Impfen wichtig ist - auch wenn es die Ansteckung mit der Omikron-Variante nicht immer verhindern könne.

Virus auf unwegsamem Gelände unterwegs

Das Coronavirus, so Drosten, sei wie ein Auto auf einem Sandweg. Und der Sandweg sei wiederum die Immunität der Bevölkerung. Die Omikron-Variante habe nun eben breitere Reifen als etwa die Delta-Variante und komme daher auf dem Sandweg immer noch gut voran. Er betonte aber: "Der Sandweg bremst jedes Auto ab, die Impfung bremst jedes Virus ab. Das ist ganz entscheidend, sich das klarzumachen."

Die Impfungen machen in diesem Bild laut Drosten den Sandweg immer unwegsamer: "Was wir mit der Impfung machen, ist, wir machen immer mehr Matsch auf diesen Sandweg drauf, bis das Auto irgendwann stecken bleibt. Grundsätzlich fährt ein Auto auf dem Schlammweg langsamer als auf der Autobahn."

Zu viele ungeimpfte Menschen über 60

Die Impfungen wirkten also. Auch wenn die Omikron-Variante besser vorankäme und sich damit schneller ausbreiten könne als Delta – die Impfungen bremsten auch dieses Virus aus. Und je langsamer sich das Virus verbreite, je eher werde die Pandemie in eine Endemie übergehen: "Und diesen endemischen Zustand werden wir dann bis Ende des Jahres erreicht haben."

Sorgen machen Drosten allerdings weiterhin die vielen Ungeimpften, besonders die Älteren. Wenn man zu den Ungeimpften diejenigen dazu zähle, die nicht vollständig immunisiert seien, käme man auf fast neun Millionen in der Gruppe der Über-60-Jährigen.

Drosten legte auch dar, dass Omikron womöglich nicht der Pandemie letztes Wort ist: "Ungeimpfte können sich nicht darauf verlassen, dass ein Delta-Virus nicht wieder zurückkommt. Damit müssen wir rechnen."

Quelle: wdr.de