Ein Vater sitzt mit seinem Sohn auf der Fensterbank und sieht nach draußen | xUtexGrabowsky/photothek.netx

Nordrhein-Westfalen Quarantänezeit wird verkürzt: Auch Bundesrat hat zugestimmt

Stand: 14.01.2022 15:18 Uhr

Infizierte und Kontaktpersonen können in Zukunft schon nach sieben Tagen Isolation und Quarantäne beenden. Voraussetzung ist ein negativer Test. Geboosterte Kontaktpersonen müssen gar nicht mehr in Quarantäne.

Die neuen Quarantäneregeln für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen können in Kraft treten. Nach dem Bundestag hat am 14.Januar auch der Bundesrat einer Verordnung zugestimmt, die dafür einen rechtlichen Rahmen schafft.

Die Verordnung sieht unter anderem vor, dass sich dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Außerdem werden kürzere Isolationszeiten im Fall von Infektionen ermöglicht, um bei stark steigenden Infektionszahlen den personellen Zusammenbruch wichtiger Versorgungsbereiche zu verhindern. Betroffene können sich bereits nach sieben Tagen "freitesten".

NRW-Gesundheitsministerium: Anpassungen erfolgen in Kürze

Für eine Anpassung der Quarantäneverordnung in NRW fehlen derzeit noch Vorgaben des Paul-Ehrlich- sowie des Robert Koch-Instituts (RKI). Das teilte das Landesgesundheitsministerium mit. Mit den entsprechenden Anpassungen sei aber in Kürze zu rechnen.

Bis dahin gelte der Erlass vom 11. Januar. Demnach dürfen die Gesundheitsämter in NRW in Einzelfallentscheidungen die von Bund und Ländern am 7. Januar beschlossenen verkürzten Quarantäneregelungen bereits anwenden.

Sowohl Zustimmung als auch Kritik aus der Ärzteschaft

Intensivmediziner begrüßten die Änderung der Quarantäne-Regeln. "Der größte Teil unserer Kolleginnen und Kollegen ist geimpft und geboostert. Nach der Anpassung der Rechtsverordnung müssen die Geboosterten nicht mehr in Quarantäne, das ist für uns total beruhigend", sagte Jörg Weimann, Chefarzt am Berliner Sankt-Gertrauden-Krankenhaus.

Die Ärzteorganisation Marburger Bund befürchtet hingegen, dass die neuen Ausnahmen von der Quarantäne zu mehr Corona-Infektionen führen werden. Zudem wurde kritisiert, dass Infizierte sich nach den neuen Regeln nicht nur mit einem PCR-Test, sondern auch mit den unsichereren Schnelltests aus der Quarantäne freitesten könnten.

Quelle: wdr.de