Marianne Doblun frühstückt mit ihren Kindern in der alten Wohnung | WDR/Mike Külpmann

Nordrhein-Westfalen Demenz-Studie: So schützen Sie sich vor der Krankheit

Stand: 07.01.2022 14:54 Uhr

Schon jetzt ist Demenz eine der Hauptursachen, wenn ältere Menschen pflegebedürftig werden. Je älter wir werden, desto höher ist das Risiko, zu erkranken. Eine neue Studie prognostiziert, dass die Zahlen noch deutlich steigen werden.

Derzeit leiden gut 60 Millionen Menschen weltweit an Altersdemenz - und es könnten bald noch deutlich mehr werden. Eine aktuelle Studie geht davon aus, dass sich die Fallzahlen in den kommenden 30 Jahren verdreifachen könnten. Das berichtete das Fachmagazin "The Lancet".

Für Deutschland, das schon eine relativ alte Bevölkerung hat, gehen die Forscher zwar von einem geringeren Anstieg aus. Aber auch hier könnte es 65 Prozent mehr Fälle geben. Nach Angaben der WHO ist Demenz derzeit die siebthäufigste Todesursache weltweit und eine der Hauptursachen für Behinderungen und Pflegebedürftigkeit bei älteren Menschen.

Bislang können Demenzkrankheiten wie etwa Alzheimer nicht geheilt werden. Lediglich die Verlangsamung der Krankheit ist möglich. Genetische Faktoren können die Entwicklung einer Demenz begünstigen. Wenn Verwandte ersten Grades betroffen sind, vervierfacht sich das Risiko.

Es existieren aber auch Risikofaktoren, die man beeinflussen kann. Mediziner haben diese zwölf Faktoren identifiziert:

  • Rauchen
  • Fettleibigkeit
  • hoher Blutzucker
  • niedrige Bildung
  • Bluthochdruck
  • Hörminderung
  • Depression
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes
  • soziale Isolation
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Kopfverletzungen

Mehr Sport für Körper und Gehirn

Manche dieser Faktoren lassen sich leichter beeinflussen als andere. So raten Demenzforscher dazu, sich auch im Alter viel zu bewegen und nach Möglichkeit spazieren zu gehen oder radzufahren. Auch der Ausbruch aus täglichen Routinen soll helfen, indem man etwa nicht immer dieselben Weg zum Bäcker oder zur Apotheke wählt. Kreuzworträtsel, Spiele, Lesen, Diskutieren - es gibt viele Möglichkeiten, sein Gehirn auch im Alter beweglich zu halten.

Wichtig ist aber laut Forschern: Es muss Spaß machen und darf nicht als lästige Pflicht empfunden werden. Zudem sollen die Patienten gefordert, aber nicht überfordert werden. Bei zu anspruchsvollen Gedächtnisaufgaben könnten sie sich sonst schnell als Versager fühlen.

Quelle: wdr.de