Drei Impfspritzen auf einem Impfpass | imago images/Christian Ohde

Nordrhein-Westfalen Boostern gegen Omikron: Dritte Impfung schützt wohl schneller

Stand: 05.01.2022 18:36 Uhr

Wer sich kurz vor der Omikron-Welle noch schnell boostern lassen will, kann sich freuen: Die Schutzwirkung tritt wohl schneller ein als bislang.

Schaut man sich die Corona-Zahlen in anderen Ländern an, kann einem ganz schwindelig werden. In Frankreich gab es innerhalb von 24 Stunden mehr als 270.000 Neuinfektionen, Großbritannien meldete mehr als 218.000 neue Fälle. Auch die USA oder Israel melden neue Rekordwerte. Verantwortlich dafür ist die deutlich ansteckendere Omikron-Variante.

Zwar sind wir hierzulande noch weit entfernt von Inzidenzen von mehr als 1.000 oder sogar 2.000. Doch Experten gehen davon aus, dass Omikron schon in wenigen Tagen auch im Westen die dominierende Variante sein dürfte. Die Folge: Auch bei uns werden die Zahlen steigen.

Drosten: "Dreifach-Impfung schützt richtig gut"

Der Virologe Christian Drosten. | imago images/photothek/Janine Schmitz

Virologe Christian Drosten rät zur Booster-Impfung Bild: imago images/photothek/Janine Schmitz

Angesichts dessen wird eindringlich dazu aufgerufen, zur Booster-Impfung zu gehen und den Schutz aufzufrischen. So sagt Virologe Christian Drosten: "Was richtig schützt gegen Omikron ist die Dreifach-Impfung." Zwar sei laut einer britischen Studie bei einer Omikron-Infektion das Risiko einer Klinikeinweisung generell geringer als bei Delta. Aber Geimpfte seien deutlich im Vorteil. So sinke bei doppelt Geimpften das Risiko um 34 Prozent, bei Menschen mit Booster-Impfung sogar um 63 Prozent, bei Ungeimpften nur es 24 Prozent.

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Wohl schnellere Schutzwirkung der Booster-Impfung

Doch bringt es überhaupt noch etwas, sich jetzt die Booster-Impfung abzuholen, wenn Omikron so schnell zu uns kommt? Schließlich heißt es doch immer, dass die volle Wirkung der Impfung in der Regel erst nach 10 bis 14 Tagen eintritt. Ja, bislang galt diese Faustformel. Doch bei der Booster-Impfung scheint das anders zu sein.

Karl Lauterbach spricht bei einer Pressekonferenz. | REUTERS/Annegret Hilse

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach Bild: REUTERS/Annegret Hilse

Schon kurz vor Weihnachten sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), dass die Schutzwirkung nach der Booster-Impfung laut Studien bereits nach einer Woche einsetze - also bis zu eine Woche früher als bisher. Das Ministerium weist auf seiner Internetseite auf eine im Fachblatt Lancet veröffentlichte Studie hin, laut der der Impfschutz ab sieben Tagen nach der Booster-Impfung eintritt.

Zwar hängt der individuelle Schutz nach einer Impfung immer von verschiedenen Faktoren ab. Aber wer sich jetzt mit Blick auf die erwartete Omikron-Welle noch schnell boostern lassen will, kann sich wohl schneller über die Schutzwirkung freuen als noch bei den ersten beiden Impfungen. Wohl auch deshalb sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Mittwoch: "Wer es noch nicht getan hat: Lassen Sie sich boostern."

Auch Erstimpfungen haben einen Nutzen

Und was ist mit denen, die sich noch gar nicht haben impfen lassen? Selbst da hat eine Erstimpfung schon einen Nutzen, wenn Omikron bald dominant ist. So sagte Lauterbach in einem Zeitungsinterview: "Viele Ungeimpfte haben das Gefühl, dass der Zug für sie eh abgefahren sei. Das stimmt nicht!" Die erste Impfung senke das Sterberisiko bereits nach 14 Tage drastisch. "Mit der Steigerung der Erstimpfungen können wir in der Omikron-Welle die Zahl der Corona-Toten wirksam senken."

Quelle: wdr.de