Das Bild zeigt einen COVID-19-Schnelltest. | dpa/Sven Hoppe

Nordrhein-Westfalen Corona: Die meisten Schnelltests können Omikron nachweisen

Stand: 07.01.2022 17:04 Uhr

Das Paul-Ehrlich-Institut geht davon aus, dass "die allermeisten der in Deutschland angebotenen und positiv bewerteten Antigentests eine Omikron-Infektion nachweisen können".

Drehen, träufeln, warten - und fertig: Antigen-Schnelltests sind unkompliziert und bringen ein relativ sicheres Ergebnis. Deswegen sind sie zusammen mit den PCR-Tests eine wichtige Säule im Kampf gegen das Corona-Virus. Und wenn sich neue Varianten des Virus wie jetzt Omikron exponenziell verbreiten, stellt sich die Frage, ob diese Tests sie zuverlässig erkennen.

PEI von Zuverlässigkeit der Schnelltests überzeugt

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist sich ziemlich sicher, dass sie es tun: Auf eine entsprechende WDR-Anfrage verwies das PEI am Freitag (7.01.2022) auf seine Einschätzung, die es bereits Ende des Jahres abgegeben hatte.

Da hatte Europa aus den USA gerade die Nachricht erreicht, dass einige der Antigen-Schnelltests auf die hochansteckende Omikron-Variante nicht so sensibel zu reagieren scheinen wie auf die Varianten zuvor. Doch das PEI gab Entwarnung:

Eine geringere Zuverlässigkeit der Tests stand im Raum, weil die Mutationen der Omikron-Variante vor allem das S-Protein des Virus betreffen. Die meisten der bislang 245 vom PEI geprüften Antigen-Tests weisen das Virus aber mit Hilfe des N-Proteins nach.

Laut PEI betreffen nur vier Mutationen der Omikron-Variante das N-Protein. Und zwei davon "traten auch bei den bisher bekannten SARS-CoV-2-Varianten auf und hatten keinen Einfluss auf die Zuverlässigkeit der Antigen-Nachweistests", heißt es weiter.

Weitere Untersuchungen notwendig

Das PEI wies in seiner Mitteilung Ende vergangenen Jahres allerdings darauf hin, dass für eine endgültige, qualitative und quantitative Aussage weitere Untersuchungen, insbesondere Vergleichsstudien mit Proben von Omikron-infizierten Personen erforderlich seien.

Das Paul-Ehrlich-Institut veröffentlichte die Erkenntnisse zwei Tage nach Bekanntwerden der Studienergebnisse aus den USA.

Wieso kommen die US-Forscher zu einem anderen Ergebnis?

Das könnte daran liegen, dass die von der US-Arzneimittelbehörde FDA untersuchten Tests vielleicht auf ein anderes Protein anspringen. Genau sagen lässt sich das noch nicht, denn "in der Stellungnahme der FDA werden keine Namen genannt", sagte Monika Kunze vom WDR-Wissenschaftsteam im Dezember.

Das heißt, es ist noch unklar, welche Tests genau untersucht wurden. Fest steht nur, dass einige von der WHO zugelassen und damit für uns wichtig sind. Vielleicht handelt es sich dabei aber auch um einige der insgesamt 46 Tests, die auch die Prüfung des PEI nicht bestanden haben. Am Freitag gab es dazu vom PEI noch keine neuen Informationen.

Die Datenlage war im Dezember insgesamt noch sehr dünn, weshalb sich die US-Forschenden mit endgültigen Aussagen zurückhielten. Allerdings hat auch die Genfer Virologin Isabella Eckerle Untersuchungen angestellt, die das US-Ergebnis zu bestätigen scheinen. Sie nennt auch die Namen der sieben Tests, die sie untersucht hat. Nachzulesen sind sie in einem vorab veröffentlichten wissenschaftliche Artikel:

Quelle: wdr.de