Drei Impfspritzen auf einem Impfpass | imago images/Christian Ohde

Nordrhein-Westfalen Stiko empfiehlt Booster-Impfung schon nach drei Monaten

Stand: 21.12.2021 15:29 Uhr

Die Ständige Impfkommission reagiert auf die Omikron-Variante: Statt nach sechs Monaten wird nun eine Auffrischungsimpfung schon nach drei Monaten empfohlen.

Von Christian Wolf

In den vergangenen Wochen hat es einiges an Verwirrung rund um den richtigen Zeitpunkt für eine Booster-Impfung gegeben. Oftmals wurde fast schon dogmatisch an der Stiko-Empfehlung von sechs Monaten nach der zweiten Impfung festgehalten. Die Folge: Impfwillige wurden wieder nach Hause geschickt. In NRW sorgte die Landesregierung mit einer chaotischen Kommunikation für zusätzliche Unruhe, als kurzzeitig von nur vier Wochen die Rede war.

Neue Stiko-Empfehlung zum Boostern nach drei Monaten

Nun hat die Ständige Impfkommission (Stiko) eine neue Empfehlung abgegeben, die für mehr Klarheit sorgen soll. Demnach wird wegen der Omikron-Variante des Coronavirus die Auffrischimpfung schon nach mindestens drei Monaten empfohlen. Dieser verkürzte Impfabstand beim Boostern gelte ab sofort für Erwachsene, teilte das Gremium am Dienstag mit.

Es gehe um einen verbesserten Schutz vor schweren, durch Omikron hervorgerufene Erkrankungen in der Bevölkerung und um eine verminderte Übertragung der Variante. Es sei damit zu rechnen, dass Omikron das Infektionsgeschehen "innerhalb kürzester Zeit" bestimmen werde.

Kein Unterschied zwischen Biontech/Pfizer und Moderna

Ältere und vorerkrankte Menschen sollen laut Stiko wegen ihres höheren Covid-19-Risikos die Spritze bevorzugt erhalten. Die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und von Moderna, die zum Boostern verwendet werden, seien "hinsichtlich ihrer Wirksamkeit völlig gleichwertig".

Aktuelle Daten deuteten auf einen deutlich verringerten Impfschutz nach der Grundimmunisierung gegenüber der Omikron-Variante hin, erklärte die Stiko. Dieser nehme nach drei bis vier Monaten signifikant ab. Nach einer Auffrischimpfung steige die Schutzwirkung vor symptomatischer Infektion mit der Omikron-Variante jedoch wieder deutlich an. Es sei derzeit davon auszugehen, dass auch der Schutz vor schweren Verläufen zunehme. Zur Dauer des Schutzes könne man derzeit noch nichts sagen.

Der Charite-Immunologe Leif Erik Sander lobt die "gute neue Stiko-Empfehlung". Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) begrüßt die Entscheidung. Diese sei "sehr wertvoll und richtig". Zudem sagte Lauterbach: "Sie erlaubt eine schnellere Kampagne der Boosterimpfung gegen Omikron."

Geschlossene Praxen und Impfzentren an Feiertagen

Doch die neue Empfehlung kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt. Denn wenn sich nun wegen des verkürzten Abstandes mehr Menschen boostern lassen wollen, braucht es dafür auch das entsprechende Angebot. Die bevorstehenden Feiertage werden aber wohl eher für weniger Impfmöglichkeiten sorgen. Viele Praxen und Impfzentren haben Schließzeiten geplant.

Andere Regeln für Immungeschwächte

Die Stiko hatte bisher empfohlen, dass eine Auffrischimpfung in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen soll. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate konnte "im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden". Für Immungeschwächte war bereits ein noch kürzerer Abstand zwischen zweiter und dritter Dosis möglich.

Das RKI schätzt das Risiko für zweifach Geimpfte und Genesene seit Montag wegen Omikron als hoch ein. Für Ungeimpfte bleibt es demnach "sehr hoch". Für Menschen mit Auffrischimpfung sprach das Institut von moderatem Risiko.

Quelle: wdr.de