Eine Frau schaut sich das Bild "Mädchen mit Fischglas" von August Macke an | dpa/Berg

Nordrhein-Westfalen Visionäre der Moderne in Wuppertal

Stand: 22.11.2021 10:19 Uhr

Die Künstlergruppen "Brücke" und "Blaue Reiter" stehen für den deutschen Expressionismus wie niemand sonst. Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum widmet ihnen eine große Ausstellung.

Sie waren Zeitgenossen, Kollegen - und Konkurrenten: Die Künstlerinnen und Künstler der "Brücke" und der "Blauen Reiter". Zusammen haben sie vor dem Ersten Weltkrieg den deutschen Expressionismus entwickelt und die klassische Moderne eingeläutet.

Ausschnitt aus dem Gemälde "Mädchen mit Fischglas" von August Macke | Von der Heydt-Museum Wuppertal

Farbgewalt: Mackes Bild "Mädchen mit Fischglas" von 1914 Bild: Von der Heydt-Museum Wuppertal

Und auch hundert Jahre später berühren ihre Gemälde - die Werke von Macke, Marc, Kirchner, Schmidt-Rottluff oder etwa Else Lasker-Schüler - immer noch die Menschen. Sie sind durch Poster und Kalender omnipräsent.

Schockierende Gemälde

Damals aber waren ihre Bilder ein Skandal. Sie sprengten die herkömmlichen Kunst-Konventionen. Vor allem ihre Akt-Zeichnungen wurden in Ausstellungen sogar bespuckt, erzählt Roland Mönig, Leiter des Wuppertaler Von der Heydt-Museums: "Beide Künstlergruppen verstanden sich als Vorreiter eines neuen Sehens, eines neuen Fühlens, eines neuen Denkens."

Gefühle in Farben übersetzt

Ein Mann steht vor den Bildern "Mädchen auf blühender Wiese" von Ernst Ludwig Kirchner und "Akt mit Katze" von Franz Marc | dpa/Berg

Hin- und hergerissen zwischen zwischen Kirchner und Marc Bild: dpa/Berg

"Sie erwarteten eine neue Zeit und eine neue Welt und wollten ihren Beitrag dazu leisten. Sie wollten radikal von heute sein, und haben auch ihre Formen und ihre Farben aus der Gegenwart genommen: Aus dem Licht der Städte, aus den Bewegungen, die sich in der Städten abspielen, der unglaubliche Verkehr, diese Massen von Menschen", so Mönig weiter. Auch der Erste Weltkrieg spiegelte sich in den Bildern der überlebenden Künstler: Sie wurden düsterer, verzweifelter.

Reichhaltige Museumssammlung

Ausschnitt aus dem Gemälde "Frauen auf der Straße" von Ernst Ludwig Kirchner | Von der Heydt-Museum Wuppertal

Gefühle transportieren: Kirchners "Frauen auf der Straße", 1914 Bild: Von der Heydt-Museum Wuppertal

Was verband die beiden Künstler-Gruppierungen? Wie beeinflussten sie sich gegenseitig? Was inspirierte sie? Diesen Fragen geht das Wuppertaler Von der Heydt-Museuma b Sonntag (21.11.2021) mit seiner großen Ausstellung "Brücke und Blauer Reiter" nach.

160 ausgewählter Hauptwerke – 90 Gemälde und 70 Arbeiten auf Papier - hat das Museum dafür zusammengetragen. Erstmals seit 25 Jahren können die beiden Gruppierungen jetzt wieder gemeinsam betrachtet werden.

Etwa die Hälfte der Ausstellung stammt aus dem eigenen Bestand des Von der Heydt-Museums, in einer Kooperation ergänzt um Leihgaben des Buchheim Museums Bernried am Starnberger See und der Kunstsammlung Chemnitz, sowie weiteren internationalen Leihgebern.

Die Ausstellung "Brücke und Blauer Reiter" ist im Von der Heydt-Museum in Wuppertal noch bis zum 27. Februar zu sehen.

Quelle: wdr.de