Corona-Maske hängt an einem Autospiegel | dpa

Nordrhein-Westfalen Mitnahme von Masken im Auto-Verbandkasten soll Pflicht werden

Stand: 25.09.2021 10:04 Uhr

Für Auto-, Lastwagen- und Busfahrer soll nach der Corona-Pandemie gelten: zwei Mund-Nase-Bedeckungen im Verbandkasten werden Pflicht. Bahnreisende sind das schon gewohnt - doch Verstöße häufen sich.

Wer im Auto unterwegs ist, soll künftig immer eine Schutzmaske griffbereit haben. Selbst nach der Corona-Pandemie sollen zwei Masken im Verbandkasten in Autos, Lastwagen und Bussen Pflicht sein.

Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums bestätigte einen Bericht der "Rheinischen Post", dass diese Neuregelung in der nächsten Änderung der Verkehrsordnung festgeschrieben werde. Sie tritt dann voraussichtlich nächstes Jahr in Kraft.

Kontrollieren kann das dann jederzeit die Polizei. Bisher gilt: Ein nicht vorhandener oder abgelaufener Verbandskasten kann bis zu zehn Euro Bußgeld kosten. Er muss jederzeit griffbereit sein, also nicht eingeklemmt zwischen Koffern im Kofferraum.

230.000 Verstöße gegen die Maskenpflicht in Zügen

Maske liegt auf dem Bahnsteig, im Hintergrund ein Zug | image images

Maske liegt auf dem Bahnsteig Bild: image images

Dass sich einige nicht an die Maskenpflicht halten, ist schon aus dem Bahnverkehr bekannt. Rund 230.000 Verstöße hat die Bundespolizei dieses Jahr laut "Welt am Sonntag" bisher erfasst.

In den allermeisten Fällen konnten es die Beamten bei einer Belehrung der Bahnkunden belassen, aber in über 11.000 Fällen wurde auch ein Bußgeld für die Maskenmuffel fällig. In Hunderten Fällen mussten Maskenverweigerer auch gleich den Zug verlassen.

Angriffe auf Bahn-Beschäftigte nehmen zu

Seit der Einführung der Maskenpflicht kommt es in Zügen immer wieder zu Übergriffen auf Mitarbeiter, berichtet der Betriebsrat der Deutschen Bahn. "Aus persönlichen Gesprächen weiß ich, dass manche Beschäftigte ihre Schicht mittlerweile mit steten Sorgen im Hinterkopf absolvieren", so Betriebsrat Jens Schwarz gegenüber der Zeitung. 

Zugenommen habe seit dem Beginn der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung die Zahl der Attacken auf Bahnmitarbeiter - neben Beleidigungen und anderen verbalen Angriffen häufig auch körperliche Angriffe.

Ohne Maske am Geldautomat und im Wahllokal

Angriffe von Maskenverweigerern gibt es auch in anderen Bereichen im öffentlichen Raum. An einer Tankstelle in Idar-Oberstein endete sie tödlich.

Ein Angriff auf eine Bankangestellte in Düsseldorf wird seit Freitag vor Gericht verhandelt. Dem 50-Jährigen Angeklagten wird Körperverletzung vorgeworfen. Ein Urteil gab es am Freitag wider Erwarten nicht: Ein Sachverständiger soll zunächst den Geisteszustand des Angeklagten im Hinblick auf seine Schuldfähigkeit untersuchen.

Auch viele Städte in NRW bereiten sich auf Maskenverweigerer in den Wahllokalen am Sonntag vor. In Köln werden mobile Urnen außerhalb der Gebäude aufgestellt für "diejenigen, die partout keine Maske tragen wollen", sagte ein Stadtsprecher. In einigen Städten liegen Masken bereit. Falls sich Wahlberechtigte dennoch weigern, einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen, soll etwa in Aachen der Betrieb für sie kurz unterbrochen werden.

Quelle: wdr.de