Marco Rose | firo/Jürgen Fromme

Nordrhein-Westfalen BVB-Coach Rose vor brisantem Wiedersehen mit Gladbach

Stand: 24.09.2021 11:51 Uhr

Für BVB-Trainer Marco Rose steht am Samstag ein brisantes Wiedersehen an. Nach 222 Tagen kehrt der Coach erstmals für ein Spiel an seine einstige Wirkungsstätte zurück.

Von Cora Lanzerath

Der Empfang in Gladbach dürfte ungemütlich werden, denn die Wut der Fans über seinen Wechsel nach Dortmund ist noch lange nicht verraucht. "Das Thema kann ja noch nicht vorbei sein, weil es bislang keine Möglichkeit für die Fans gab, ihren Unmut zu äußern", stellte Gladbachs Fanbeauftragter Thomas Weinmann gegenüber der "Sport Bild" klar. Denn als Rose im Februar entschied, die Ausstiegsklausel zu ziehen, waren im Borussia Park wegen der Corona-Bestimmungen noch keine Fans erlaubt.

Diesmal jedoch werden 25.000 Zuschauer den Ex-Trainer empfangen - und das wohl wenig freundlich. "Ich gehe von einem gellenden Pfeifkonzert und Schmährufen gegen ihn aus", glaubt Michael Weigand von der Gladbacher Fanvertretung "Supporters Club". Besonders übel nahmen es die Fans, dass Rose stets erklärt hatte, in Gladbach langfristig etwas aufbauen zu wollen. Erste Ansätze waren vielversprechend. In seinem Debüt-Jahr führte der einstige Salzburg-Coach die Borussia in die Champions League und später gar in das Achtelfinale des lukrativen Wettbewerbs.

Fans fühlen sich "verarscht"

Umso schmerzlicher traf die Anhänger die kurz darauf folgende Wechselankündigung des 45-Jährigen. "Wir Fans wurden von ihm hinters Licht geführt und verarscht", findet Weigand in der "Sport Bild" deutliche Worte. Anschließend begann die Gladbacher Talfahrt, die bis heute anhält. Zunächst verpasste die Borussia im Saison-Endspurt noch die Qualifikation für das internationale Geschäft und auch der Start unter Neu-Trainer Adi Hütter verlief bislang enttäuschend. Vier Punkte aus fünf Spielen bedeuten aktuell Rang 16.

Angesichts der Gesamtsituation kann Sportchef Max Eberl den Unmut der Fans durchaus verstehen, wie er sagte: "Das Spiel Gladbach gegen Dortmund ist immer brisant. Jetzt hat es noch mehr Brisanz." Größere Sicherheitsvorkehrungen als sonst soll es im Borussia-Park aber nicht geben. Eberl sieht auch keinen Anlass, im Vorfeld auf Fan-Vertretungen einzuwirken: "Es herrscht Meinungsfreiheit. Die werden wir auch nicht verbieten." Gleichzeitig appelierte der Sportchef aber an die Fans, sich nicht in einen "Kleinkrieg" zu verlieren.

Rose gibt sich gelassen

Marco Rose selbst verfährt vor der Partie nach dem Motto: Augen zu und durch. "Ich versuche, die Geschichten, die drum herum entstehen, für mich nicht aufkommen zu lassen", erklärte der Coach. Zwar habe ihn die Fankritik angesichts seines Wechsels schon "angefasst, aber es geht dann halt auch irgendwann weiter". Die wachsende Zuneigung in Dortmund nach vier Siegen in den ersten fünf Ligapartien dürfte Rose ein wenig über die kritische Haltung des Gladbacher Anhangs hinweg trösten. Für ihn geht es jetzt vor allem darum, für den neuen Verein "das Bestmögliche" rauszuholen: "Das sind für uns drei Punkte."

Die hätten auch die Hausherren nach dem Fehlstart bitter nötig, weswegen Gladbach-Coach Hütter auch mehr mit sich und dem Team als der Rose-Rückkehr beschäftigt ist: "Es spielt Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund. Ich brauche keine zusätzliche Motivation."

Quelle: wdr.de