Ursula Wanecki, Kanzlerinnen-Double, winkt.  | dpa

Nordrhein-Westfalen Berühmtes Double der Kanzlerin: "Ich werde Frau Merkel vermissen"

Stand: 24.09.2021 15:15 Uhr

Seit 10 Jahren gehört Ursula Wanecki aus Attendorn zu den berühmtesten Merkel-Doubles Deutschlands. Nach der Bundestagswahl endet nicht nur für die Bundeskanzlerin eine Ära.

Von Elli Konstantinidis

Die Büroangestellte aus Attendorn wird mit Angela Merkel in Ruhestand gehen. Im WDR-Interview blickt sie auf die turbulenten Jahre als Double der mächtigsten Frau der Welt zurück.

WDR: Wie hat Angela Merkel ihr Leben verändert? 

Merkel Double aus Attendorn | Elisabeth Konstantinidis

Ursula Wanecki hatte zehn Jahre lang zahlreiche Auftritte als Merkel-Double Bild: Elisabeth Konstantinidis

Ursula Wanecki: Es hat sich für mich eine Welt geöffnet, welche ich mir nie erträumt habe. In den vergangenen Jahren habe ich berühmte Leute kennengelernt, Begegnungen gehabt. Das ist unglaublich, was in meinem Leben passiert. Ein riesiges Abenteuer, das jetzt leider zu Ende geht. Dafür möchte ich mich bei Frau Merkel bedanken.

WDR: Ihr Enkel hat sie damals auf die Ähnlichkeit zu Frau Merkel angesprochen, hat den Stein ins Rollen gebracht. Wie ging es dann weiter?

Ursula Wanecki: Am Anfang meiner Karriere bin ich quasi ins kalte Wasser rein geschubst worden. Damals habe ich noch gedacht, ich müsste jeden Auftrag annehmen. Doch mit der Zeit bin ich immer wählerischer geworden, habe viele Aufträge auch abgelehnt. Egal wie hoch die Gage war. Mir war ganz wichtig, unsere Bundeskanzlerin nicht lächerlich zu machen, weil ich die wirklich sehr mag.

WDR: War es ein großer Aufwand, in die Rolle Angela Merkels zu schlüpfen? 

Ursula Wanecki: Die Mimik, die Gestik, all das ist angeboren. Mich kostet das überhaupt keine Mühe, diese Umwandlung in Frau Merkel. Manchmal denke ich mir, dass das meine zweite Haut ist. Da muss ich nichts einstudieren, ich schminke mich ganz normal, gehe aus dem Haus und bin Merkel.

Ursula Wanecki

Ursula Wanecki | WDR

Angela-Merkel-Double: Die "Bundeskanzlerin" aus Attendorn Bild: WDR

Ursula Wanecki ist 65 Jahre alt und wohnt in Attendorn. Seit 10 Jahren ist sie das wohl berühmteste Merkel-Double Deutschlands. Mehr als 130 TV Auftritte hat sie in dieser Zeit absolviert. Neben Auftritten bei Stefan Raab, Joko und Klaas sowie der Carolin Kebekus Show war sie als Double der mächtigsten Frau in ganz Europa unterwegs. Persönlich hat sie die Bundeskanzlerin nicht getroffen, jedoch besitzt Angela Merkel eine 3D Figuren die nach den Maßen von Ursula Wanecki angefertigt wurde. 

WDR: Wie war es für Sie, plötzlich auf der Straße angesprochen zu werden? 

Merkel Double aus Attendorn | Elisabeth Konstantinidis

Oft wird die Doppelgängerin um ein Foto gebeten. Bild: Elisabeth Konstantinidis

Ursula Wanecki: Ich habe damit überhaupt keinen Stress. Ich fand das sehr angenehm, mit der Frau Merkel verglichen zu werden. Ich freue mich, dass die Leute sich freuen und die haben auch viele Erinnerungen, die sie nach Hause nehmen. Egal ob in Berlin oder in Attendorn und das ist ein Signal für unsere Bundeskanzlerin, dass sie geliebt wird.

WDR: Können Sie sich noch an besondere Aufträge erinnern?

Ursula Wanecki: 2015 wurde ich für einen Werbefilm für ein Berliner Magazin angefragt. Es sollte darin um gleichgeschlechtliche Liebe gehen. Mit dem Video habe ich mich wirklich sehr schwergetan. Die brauchten Wochen, um mich zu überzeugen. Ich komme aus einer ganz streng katholischen Familie in Polen und mit dem Thema Homosexualität habe ich mich früher nicht auseinandergesetzt. Nach intensiver Überlegung habe ich mitgemacht und dafür bin ich sehr dankbar. Die Resonanz war enorm. Für mich war es ein tolles Gefühl, dass ich mit meinem Mitwirken wichtige politische Themen bewegen konnte.

WDR: Sie haben die Bundeskanzlerin noch nie persönlich getroffen. Haben Sie noch einen großen Wunsch?

Merkel Double aus Attendorn | Elisabeth Konstantinidis

Wie die echte Kanzlerin lässt sie sich gern einen Döner schmecken. Bild: Elisabeth Konstantinidis

Ursula Wanecki: Natürlich ein Treffen mit der Bundeskanzlerin. Das wünsche ich mir sehr. Wenn sie pensioniert ist, hat sie vielleicht mehr Zeit, dann können wir uns in Berlin treffen. Ich kenne da ein kleines italienisches Restaurant, wo Frau Merkel gerne hingeht. Dort ein kurzes Treffen mit Kaffee oder einem Glas Wein - das wäre was Tolles. Dann könnten wir in Ruhe darüber reden, was wir so in der Rente vorhaben.

Quelle: wdr.de