Maare und Vulkanismus in der Eifel | WDR/dpa

Nordrhein-Westfalen Forscher: In der Eifel könnten wieder Vulkane ausbrechen

Stand: 21.09.2021 16:40 Uhr

Geophysik-Professor Torsten Dahm ist der Ansicht, dass Vulkan-Ausbrüche in der Eifel künftig möglich sind. Im WDR5-Interview erklärt er wieso und welche Vorsorge-Maßnahmen man treffen kann.

In der Eifel ist seit 13.000 Jahren kein Vulkan mehr ausgebrochen. Doch das heißt wohl nicht, dass das in Zukunft so bleiben muss. Der Geophysik-Professor Torsten Dahm vom Potsdamer Helmholtz-Zentrum hält künftige Vulkanausbrüche in der Eifel für grundsätzlich möglich: "Wir wissen, dass das magmatische System unter der Eifel in größerer Tiefe durchaus noch aktiv ist", sagte Dahm im WDR5-Interview.

Das liege an Kohlendioxid-Gasen, die aus rund 40 Kilometern Tiefe nach oben drücken würden, erklärte Dahm, der im Helmholtz-Zentrum Leiter der Erdbeben- und Vulkanphysik ist. Diese Gase "treten massiv auf in der Ost-Eifel".

Magmatische Prozesse auf La Palma aber viel ausgeprägter

Mit der Ausgangssituation in La Palma kann man das aber wohl nicht vergleichen. Die magmatischen Prozesse seien hier "deutlich geringer", deshalb gebe es auf den Kanarischen Inseln und gerade La Palma viel häufiger Vulkan-Ausbrüche.

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Wann genau sich in der Eifel ein solcher Ausbruch ereignen könnte, kann Dahm kaum vorhersagen. Er sagt, es gebe nicht genug Daten dafür. Mit heutigen Methoden könne man grundsätzlich viel mehr erforschen als noch vor ein paar Jahrzehnten, dazu seien allerdings entsprechende Gelder nötig.

Forscher fordert bessere Überwachung von Vulkanen in der Eifel

Wenn es aber zu verstärkten magmatischen Prozessen in der Eifel komme, "dann kann es auch schnell gehen". Dann könnten Vulkane innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten ausbrechen.

Wichtig sei deshalb, das Überwachungssystem zu verbessern. "Bis heute werden CO2-Ausflüsse nicht kontinuierlich überwacht", erklärte Dahm. Mit entsprechenden Vulkan-Bohrungen gebe es die Chance, "ganz kleine Vorläufer-Signale zu erkennen" - um dann rechtzeitig darauf reagieren zu können.

Quelle: wdr.de