Gewitterwoken über einem grünen Feld | Jana Zumbrink

Nordrhein-Westfalen Erneut Schauer und Gewitter mit Starkregen am Wochenende von Eifel bis Münsterland

Stand: 24.07.2021 18:55 Uhr

Am Wochenende ziehen Schauer und Gewitter durch NRW, teils auch mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Lokale Überflutungen sind möglich. Es wird aber wohl nicht so heftig wie in der vergangenen Woche.

Am Wochenende kann es in NRW wieder viel regnen: Am Samstagnachmittag gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine amtliche Warnung der Stufe 2 vor starkem Gewitter mit Sturmböen um 70 Stundenkilometer, Starkregen und Hagel für Teile NRWs heraus. Demnach seien vor allem das Münsterland und nördliche Teile des Ruhrgebiets betroffen. Hier müsste mit Niederschlagsmengen zwischen 20 und 30 Litern pro Quadratmeter binnen sechs Stunden gerechnet werden.

Aber der DWD wiegelte auch ab. Zum Vergleich: Während der Hochwasser-Katastrophe waren stellenweise Regenmengen von über 150 Litern pro Quadratmeter heruntergekommen. Heute sei mit keinem Extremwetterereignis dieser Dimension zu rechnen, so der Wetterdienst.

Hochwassergeschädigte Kommunen wie etwa Leichlingen rüsteten sich dennoch für neuen Starkregen und legten Abflüsse frei. An der Steinbachtalsperre wurden vorsorglich Pumpenkapazitäten bereitgestellt, um den Wasserstand unterhalb einer kritischen Höhe zu halten.

Kein Dauerregen erwartet

Die Schauer und Gewitter ziehen aber mit einem gewissen Schwung über den Westen hinweg, sodass es eine ganz andere Situation sein werde, als wir das in der vergangenen Woche erleben mussten.

In der Nacht zum Sonntag bleibe es dann ab Mitternacht weitgehend trocken, die Wolken lockern auf.

Für das Ahrtal hat das Lagezentrum Rheinland-Pfalz folgende Prognose veröffentlicht: "Es besteht keine akute Hochwassergefahr für die Ahr. Dennoch ist bei Niederschlag mit verstärktem Oberflächenwasser insbesondere in den Orten zu rechnen, in denen Teile der Kanalisation zerstört oder verstopft sind."

Weiche Böden: Rutschgefahr an Hanglagen

Nach Ansicht von Geo-Wissenschaftlern der TU Darmstadt reichen mittlerweile 20 bis 25 Liter pro Quadratmeter aus, um viele Böden in Steillage instabil zu machen. Je nach Bodenbeschaffenheit droht dann die Gefahr von Erdrutschen.

So sei neben der erneuten Überschwemmungsgefahr auch die Frage, wie stabil die aufgeweichten Böden überhaupt noch sind - besonders in Hanglagen, an Abbruchkante oder Deichen.

Durch die Regenmassen der letzten Wochen seien vielerorts die Böden in Bewegung. Erdschichten, die auf felsigem Untergrund lagern, können durch den anhaltenden Regen ins Rutschen geraten. Bäume könnten leicht umknicken.

Wetterdienst soll Feuerwehr informiert halten

Das NRW-Innenministerium gab bekannt, dass die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei am Freitag per Erlass - also in Form einer Anweisung - für die Wetterlage am Wochenende "nochmals besonders sensibilisiert" worden seien. Mit dem Deutschen Wetterdienst sei vormittags für Samstag und Sonntag eine Telefonkonferenz vereinbart, in der allen die aktuellsten Informationen zur Wetterlage übermittelt würden.

"Äußerste Vorsicht bei Aufräumarbeiten an Gewässern"

Symbolbild: Aufräumen nach Überflutung | wdr

Vorsicht bei Aufräumarbeiten am Samstag Bild: wdr

Die Pegelstände der Bäche und Flüsse sind nahezu auf Normalmaß zurückgegangen. Sie können wieder mehr Wasser abtransportieren. Das Landesumweltamt (LANUV) mahnt dennoch zu äußerster Vorsicht bei Aufräumarbeiten in der Nähe von Gewässern. "Engpässe in den Flüssen können durch Müll, Unrat oder Baumäste entstehen, vor allem auch an Brückenpfeilern", sagte eine Sprecherin. Aber: Wenn es an solchen Stellen zu Überschwemmungen kommen sollte, dann nur lokal.

Örtlich ist aber mit Wassereinbrüchen in Kellern durch Starkregen zu rechnen. Für die Städteregion Aachen warnt der stellvertretende Kreisbrandmeister Jürgen Förster: "Sollte es dazu kommen, dass Wasser in die Kellerräume dringt, schalten Sie bitte elektrische Geräte und Heizungen in Räumen, die volllaufen können, ab", forderte er die Bewohner auf. "Denken Sie an die Stromschlaggefahr."

Warnungen für Hagen

Die Stadt Hagen hat Anwohner aufgefordert, bei Überschwemmungsgefahr nicht in Keller oder Tiefgaragen zu gehen, nicht durch überflutete Straßen zu fahren. Auch vor dem Durchschreiten von überschwemmten Unterführungen wird gewarnt: Durch den Druck im Kanal können Schachtabdeckungen hochgedrückt werden. Dabei entsteht ein Sog, durch den eine Person angesaugt werden kann.

Quelle: wdr.de