Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidat der Union, gibt im Regierungsviertel an der Spree ein Interview | dpa

Nordrhein-Westfalen Ticker zum Nachlesen: Union versammelt sich hinter Kanzlerkandidat Laschet

Stand: 20.04.2021 20:26 Uhr

Im Ringen um die Kanzlerkandidatur in der Union hat sich Armin Laschet (CDU) nun endgültig gegen Markus Söder (CSU) durchgesetzt. Im Ticker können Sie alle Entwicklungen nachverfolgen.

Die Union hat sich entschieden: Ihr Kanzlerkandidat für die kommende Bundestagswahl im September heißt Armin Laschet (CDU). Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker.

20.16 Uhr: Union vs. Grüne

Fast zeitgleich wurde die Kanzlerkandidatur der Grünen und der Union geklärt. Doch das war es dann auch mit den Gemeinsamkeiten. Die Entscheidungsfindung hätte unterschiedlicher nicht sein können. Eine Analyse:

19.35 Uhr: Laschet hält früheren Kohle-Ausstieg für schwierig

Im Bundestagswahlkampf dürfte das Thema Klimaschutz eine große Rolle spielen. Einen früheren Ausstieg aus der Braunkohle dürfte es mit einem Kanzlerkandidaten Laschet eher nicht geben. "Wenn es schneller geht, bin ich bereit", sagte Laschet im ZDF.

Allerdings schränkte er ein, derzeit sehe er nicht, dass man den Experten der Kohlekommission nicht folgen sollte. Diese hatten empfohlen, einen kompletten Kohle-Ausstieg bis 2035 zu prüfen. Dies soll dann Anfang der 2030er Jahre entschieden werden. Die Grünen drängen dagegen auf einen deutlich schnelleren Ausstieg aus der Kohle.

Grundsätzlich warnte Laschet vor einer Anbiederung an die Grünen bei Umweltschutzthemen. "Profil gegenüber den Grünen gewinnt man nicht, indem man Grünen-Positionen übernimmt." Der entscheidende Punkt sei, wie man Wettbewerbsfähigkeit mit Klimaschutz verbinden könne.

18.08 Uhr: Laschet und die Wirtschaft

Nach der Personalentscheidung dürfte es nun auch wieder mehr um Inhalte gehen. Doch was ist von einem Kanzlerkandidaten Laschet zu halten? Dafür steht der CDU-Mann in Sachen Wirtschaft:

17.40 Uhr: Laschet verteidigt Machtkampf mit Söder

Gut eine Woche haben Laschet und Söder um die Kanzlerkandidatur gerungen. Ein Problem sieht der CDU-Chef in dem Machtkampf aber nicht. Es sei "natürlich", dass "abgewogen" werde, wenn zwei Ministerpräsidenten bereit stünden. "Aber das ist in acht Tagen bei uns passiert. Es war eine harte Woche, ohne jeden Zweifel. Aber dann ist am Ende auch entschieden worden", sagte Laschet bei der Aufzeichnung der ARD-Sendung "Farbe bekennen". CDU und CSU zeichneten sich dadurch aus: "Man ringt hart, aber kommt am Ende zu einem guten Ergebnis."

Auf die Kritiker in den eigenen Reihen will Laschet zugehen. "Ich gehe in die Kreisverbände in den nächsten Tagen", kündigte er an. Es gehe nun darum, Gegensätze wieder zusammenzuführen - das sei ihm aber auch nach der Wahl zum CDU-Chef gelungen.

17.09 Uhr: Schäuble glaubt an Geschlossenheit

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ist für eine Corona-Impfung bei Olympia-Startern. | Bernd von Jutrczenka/dpa

CDU-Urgestein Wolfgang Schäuble Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zählte in den vergangenen Tagen zu den Unterstützern von Laschet. Trotz des offen ausgetragenen Machtkampfes ist er nun zuversichtlich, dass CDU und CSU die Reihen wieder schließen. "Bislang hat die Union immer zur notwendigen Geschlossenheit gefunden, wenn eine Entscheidung erst einmal getroffen wurde", sagte er dem "Tagesspiegel". Laschet habe seine "Durchsetzungskraft" gezeigt.

16.47 Uhr: Kein Aufstand in der Unionsfraktion

Noch vor genau einer Woche war Laschet in der Bundestagsfraktion von CDU und CSU in erhebliche Bedrängnis geraten. Jetzt, nach der Entscheidung der Kanzlerkandidatur, ist von Gegenwind nichts mehr zu spüren. Mehrere Nachrichtenagenturen berichten übereinstimmend, dass es in der Fraktionssitzung keine Diskussionen über die Personalentscheidung gibt. So habe sich von den Söder-Unterstützern nur einer gemeldet, der nun aber für Geschlossenheit werbe. Laschet habe sich bei der Fraktion für die Offenheit in der Debatte bedankt. Bundeskanzlerin Merkel gratulierte Laschet und warb für einen Blick nach vorne.

16.18 Uhr: Reul sieht Schaden durch Machtkampf

Als Unterstützer von Laschet kann sich NRW-Innenminister Herbert Reul zwar freuen. Doch der Machtkampf um die Kanzlerkandidatur hinterlässt nach seiner Einschätzung auch Spuren. "Das hat jedem ein Stück geschadet", sagte Reul. "Zumindest war es keine vergnügungssteuerpflichtige Veranstaltung." Öffentliche Debatten über Personen und Themen bedeuteten immer auch kontroverse Positionen - "und das finden die Leute in der Regel nicht gut".

16.01 Uhr: Reaktionen auf Laschets Kandidatur aus NRW

In Nordrhein-Westfalen wurde der Kampf um die Kanzlerkandidatur der Union besonders beobachtet. Die Reaktionen auf die Entscheidung sind unterschiedlich. SPD-Chef Thomas Kutschaty hat Laschet gratuliert, den langen Machtkampf aber auch scharf kritisiert. "Das Theater der vergangenen Tage bei CDU und CSU hat unserer demokratischen Kultur massiv geschadet", erklärte er. Laschet müsse sich nun wieder der Bekämpfung der Corona-Pandemie widmen.

Die FDP lobte Laschets Stil auch als für den Bund geeignetes Modell. "Er ist ein fairer Koalitionspartner, der unterschiedliche Positionen zusammenführen kann", sagte der Landesvorsitzende Joachim Stamp der "Rheinischen Post".

Und auch CDU-Landtagsfraktionschef Bodo Löttgen lobte wenig überraschend seinen Parteichef. Laschet habe "Durchsetzungsstärke, Integrationsvermögen und Führungskraft" gezeigt. Diese Eigenschaften seien auch im gemeinsamen Wahlkampf gefragt.

15.36 Uhr: Parteinachwuchs übt Kritik

Die Junge Union fordert Laschet auf, nach dem Machtkampf mit Söder für Geschlossenheit zu sorgen. Die Mehrheit des Parteinachwuchses habe sich Söder als Kanzlerkandidaten gewünscht, erklärt JU-Chef Tilman Kuban. Diese Position habe man auch in allen Gremien vertreten. Nun müsse Laschet "beweisen, dass er zusammenführen kann und es keine Verlierer in der Union gibt". Diese Fähigkeit sei mehr denn je gefragt. "Denn das Bild des gestrigen Abends war kein Bild eines Wahlsiegers und so können wir nicht in den Wahlkampf ziehen - organisatorisch und im parteiinternen Umgang."

Die Junge Union in NRW hatte sich hingegen schon im Vorfeld für Laschet ausgesprochen.

15.25 Uhr: Armin Laschet im Porträt

So kräftezehrend der Kampf um die Kanzlerkandidatur auch war - für Armin Laschet war die Erfahrung nicht neu. Der Aachener war häufig erst im zweiten Anlauf erfolgreich. Ein Porträt des CDU-Politikers:

15.15 Uhr: Brinkhaus will Konsequenzen ziehen

Ralph Brinkhaus, 12.01.2021 | dpa

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus Bild: dpa

Unionsfraktionschef Brinkhaus fordert die Unionsparteien auf, für die Zukunft ein geordnetes Verfahren zur Kür eines Kanzlerkandidaten zu finden. Wenn wieder eine solche Entscheidung anstehe, solle "rechtzeitig vorher" definiert werden, wie der Prozess ablaufe. "Wir tun gut daran, dass wir aus den letzten Wochen lernen", sagte er mit Blick auf das Ringen von Laschet und Söder. Die Entscheidungsfindung sei "durchaus ein sehr schwerer Prozess" gewesen.

14.59 Uhr: Bundestagsfraktion will Laschet unterstützen

Vor einer Woche hat es in der Bundestagsfraktion von CDU und CSU noch eine hitzige Debatte über die Kanzlerkandidatur gegeben. Nun sagt Unions-Fraktionschef Ralph Brinkaus Laschet die Unterstützung zu. "Jetzt ist die Entscheidung gefallen", sagt Brinkhaus in Berlin. Und jetzt interessiere der Weg nach vorne. Die Fraktion werde Laschet unterstützen. Bei der anstehenden Fraktionssitzung sei Laschet zugeschaltet.

14.25 Uhr: Warnung vor linkem Bündnis

Die Bundestagswahl im September bezeichnet Laschet als "Richtungsentscheidung". Sollte es zu einem rot-rot-grünen Bündnis kommen, drohe eine "andere Republik". "Alle wissen, was auf dem Spiel steht."

14.12 Uhr: Laschet dankt Söder und der CSU

Nun spricht Armin Laschet. Trotz der Diskussionen der letzten Tage lobt er den "guten" und "fairen" Umgang mit der Schwesterpartei CSU. Die Zusammenarbeit sei "gut und vertrauensvoll", und das gelte auch "für das persönliche Verhältnis von Markus Söder und mir". Alle Argumente hätten Montagabend in der Sitzung des CDU-Vorstandes auf dem Tisch gelegen. "Alle habe ihre Positionen eingebracht."

Armin Laschet vor blauem Hintergrund mit CDU-Logo | ddp images/Pool Getty Images

Armin Laschet will auch als Kanzlerkandidat weiter mit Söder zusammenarbeiten Bild: ddp images/Pool Getty Images

Er sei jetzt dankbar, dass Söder ihm die Unterstützung zugesichert habe. Ohne konkreter zu werden, kündigt Laschet an, dass der CSU-Chef künftig eine "zentrale Rolle" spielen soll. Er wolle sich regelmäßig mit Söder abstimmen. Das Verhältnis sei gut und vertrauensvoll.

14.08 Uhr: Ziemiak lobt Laschet

In der Pressekonferenz spricht zunächst CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. Er lobt seinen Parteivorsitzenden und betont, Laschet sei "der Kanzlerkandidat der gesellschaftlichen Mitte in Deutschland". Ziemiak weiter: "Er ist stark, insbesondere wenn es drauf ankommt." Er sei der "richtige Kanzler für Deutschland".

14.00 Uhr: Erster Auftritt als Kanzlerkandidat

Der frisch ernannte Unions-Kanzlerkandidat und CDU-Chef Armin Laschet tritt gemeinsam mit CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak in Berlin vor die Presse.

12.54 Uhr: Baerbock und Scholz freuen sich auf fairen Wahlkampf

Annalena Baerbock, Armin Laschet oder doch Olaf Scholz? Diese drei KandidatInnen kämpfen um den Einzug ins Kanzleramt. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock wendet sich per Twitter an den CDU-Chef und stellt einen "fairen Wahlkampf" in Aussicht.

Und auch SPD-Kanzlerkandidat Scholz meldet sich zu Wort.

12.46 Uhr Kanzlerin Merkel gratuliert Laschet

Regierungssprecher Steffen Seibert lässt via Twitter Glückwünsche der Kanzlerin an Laschet ausrichten. "Ich freue mich auf die kommenden Monate unserer Zusammenarbeit", wird Merkel zitiert.

12.37 Uhr: Günther: Zur Demokratie gehört auch Diskussion

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat sich erleichtert gezeigt, dass es nun einen Kanzlerkandidaten der Union gibt. "Es gibt Fans von Markus Söder und Fans von Armin Laschet. Beide regieren die größten Bundesländer in Deutschland sehr erfolgreich. Natürlich gibt es Mitglieder, die enttäuscht sind, da muss man jetzt eben mal Luft und Raum für lassen. Aber die meisten sind erleichtert darüber, dass es nun Klarheit gibt. Wir werden nun geschlossen in den Wahlkampf gehen. Zur Demokratie gehört auch Diskussion. Zur Demokratie gehört aber auch eine Mehrheitsfindung", so der Ministerpräsident.

12.33 Uhr: Linke nennt Laschet "maximalen Krampf-Kandidaten"

"Nach Wochen unermüdlicher Grabenkriege" hätten die "CDU-Altvorderen" Armin Laschet durchgedrückt, sagte Co-Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow. "Ich will gar nicht wissen, womit die CDU hinter verschlossenen Türen Markus Söder zum Rückzug gezwungen hat, aber eine souveräne Kandidatenkür sieht anders aus." Laschet sei "der maximale Krampf-Kandidat einer krisengeschüttelten und von Korruption gebeutelten Union", fügte sie hinzu. "Was SPD und Grüne mit ihm anfangen wollen, bleibt ihr Geheimnis."

12:03 Uhr: Markus Söder: Die Würfel sind gefallen"

Markus Söder hat seine Bereitschaft, als Kanzlerkandidat der Union anzutreten, am Dienstag zurückgezogen. "Meine Damen und Herren, die Würfel sind gefallen. Armin Laschet wird Kanzlerkandidat der Union. Mein Wort gilt. Wir haben ein Angebot gemacht", sagte er in München in einem Statement. "Nur eine geschlossene Union kann am Ende erfolgreich sein", so der CSU-Chef, der sich bei seinen Unterstützern bedankte. "Wir wollen keine Spaltung", ergänzte er und sagte: "Natürlich gibt es unterschiedliche Ambitionen. Ich habe Armin Laschet angerufen und ihm gratuliert. Wir werden ihn ohne Groll mit voller Kraft unterstützen. Es gibt Tage der Diskussion und Tage der Entscheidung. Es kommt jetzt darauf an, zusammenzustehen."

CSU-Generalsekretär Markus Blume nannte Söder "erkennbar den Kandidaten der Herzen. Aber in der Demokratie und gerade auch in der innerparteilichen Demokratie entscheidet etwas anderes, nämlich am Ende die Mehrheit. Deshalb respektieren wir das Ergebnis, und deshalb ist Armin Laschet der Kanzlerkandidat der Union."

11.44 Uhr: Thüringens CDU-Chef spricht von "Entscheidung gegen die Basis"

Thüringens CDU-Landeschef Christian Hirte hat das Votum der CDU-Spitze für Armin Laschet als Kanzlerkandidat als "Entscheidung gegen die CDU-Basis" gewertet. Die Stimmung in Thüringen sowie in mehreren anderen Landesverbänden sei deutlich für CSU-Chef Markus Söder als Kanzlerkandidat, sagte Hirte. Dennoch geht er davon aus, dass Söder einen Kanzlerkandidat Laschet im Bundestagswahlkampf unterstützten werde. "Wir sind jetzt gut beraten, uns hinter Armin Laschet zu versammeln und uns auf Inhalte zu konzentrieren."

11.32 Uhr: CDU-Landeschef wünscht sich Laschets Einbindung von Merz

Nach dem CDU-Vorstandsvotum für ihren Vorsitzenden Armin Laschet als Kanzlerkandidaten hat sich der CDU-Chef von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, dafür ausgesprochen, im Wahlkampf auch auf den früheren Unions-Fraktionschef Friedrich Merz zu setzen. "Das wäre für uns ein gutes Team auch für Sachsen-Anhalt und natürlich mit Markus Söder aus Bayern, dass wir jetzt gemeinsam zeigen, dass wir gemeinsam Wahlkampf machen."

11.23 Uhr: Dobrindt kritisiert Vorgehen der CDU-Spitze

Die CSU sieht das Benennungsverfahren der CDU für den Kanzlerkandidaten der Union kritisch. Es sei ein Verfahren, das "durchaus einige Fragezeichen hinterlässt", sagte der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt. "Das Verfahren kann man - konziliant formuliert - als interessant bezeichnen."

11.01 Uhr: Söder wird laut Berichten CDU-Votum für Laschet akzeptieren

In der CSU wird damit gerechnet, dass Parteichef Markus Söder das Votum des CDU-Bundesvorstands für Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union akzeptieren wird. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend.

10.51 Uhr: Politologe sieht in der CDU "Lust am Untergang"

Der Politikwissenschaftler Jürgen Falter sieht die Entscheidung des CDU-Bundesvorstandes in der Kanzlerkandidatenfrage kritisch. Er sagte der "Heilbronner Stimme", dass es "nur böses Blut" gebe, wenn lediglich der Bundesvorstand einer der beiden beteiligten Parteien allein über den gemeinsamen Kanzlerkandidaten entscheidet. "Was die Weisheit der Entscheidung selbst angeht, könnte man vielleicht das Ganze mit 'Die Lust am Untergang' überschreiben. Denn eine solche Entscheidung gegen den ja nun eindeutig festgestellten Willen sowohl einer Mehrheit der Mitglieder als auch der potentiellen Anhänger der CDU und auf jeden Fall der CSU zu treffen spricht dafür, dass man das Wohl des eigenen Vorsitzenden über das der Partei und das der eigenen Partei über das der gemeinsamen Union stellen will."

10.03 Uhr: Altmaier nun auch für Laschet

Wirtschaftsminister Peter Altmaier

Krisentreffen: Wie kommt die Wirtschaft wieder in Gang?

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellt sich hinter Armin Laschet als Kanzlerkandidat für die Union. "Der CDU-Bundesvorstand hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Wir haben viele Stunden diskutiert und die Argumente gewogen", twittert Altmaier. "Die Entscheidung für Armin Laschet erfolgte schließlich mit großer Mehrheit. Dem sollten wir uns nun alle verpflichtet fühlen!", fügt er hinzu. In der Sitzung selbst hatte Altmaier noch offen für Söder geworben.

9.11 Uhr: Söder tritt um 12 Uhr vor die Presse

CSU-Chef Markus Söder tritt am Mittag in München vor die Presse. Schon um 12.00 Uhr - zunächst hatte die CSU 13 Uhr als Uhrzeit angegeben - will er nach CSU-Angaben ein Statement in der Parteizentrale und abgeben, statt am Rande einer Fraktionssitzung im bayerischen Landtag.

8.21 Uhr: Kiesewetter: "War wichtig, Debatte zu führen"

Söder habe nach einem Votum gefragt und dieses bekommen, sagte der CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter im Morgenmagazin. Die Reihen in der Union hätten sich hinter Armin Laschet geschlossen. Damit sei eine große Last von der Fraktion genommen. Es sei wichtig gewesen, diese Debatte zu führen, auch wenn sie hitzig war. Schließlich kämen solche Situationen nur alle 15 bis 20 Jahre vor. Wichtig sei nun, dass sich Söder und Laschet aufeinander zu bewegen. Es gehe darum, die Bevölkerung mit Inhalten davon zu überzeugen, zur Wahl zu gehen.

7.51 Uhr: Debatte um Kanzlerkandidatur laut Krings "legitim"

Günter Krings bei einer Rede im Bundestag | picture alliance/dpa

Günter Krings Bild: picture alliance/dpa

Die CDU hat sich für einen Kanzlerkandidaten entschieden, sagt Günter Krings (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesinnenminister. Es habe eine klare Mehrheit für Armin Laschet gegeben. Krings rechnet damit, dass Söder das Ergebnis akzeptiert. Er betonte, dass man zwei starke Kandidaten gehabt hätte - und es völlig legitim war, sich für den einen oder den anderen auszusprechen.

Dass die Kanzler-Frage von Laschet und Söder nicht bilateral - wie bei den Grünen - geklärt wurde, habe daran gelegen, dass "einige Stimmen Markus Söder dazu beflügelt" hätten, ein anderes Verfahren zu wählen. Auch dies sei, so Krings, legitim.

7.40 Uhr: Politologe: Söder könnte Hintertür finden

Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte von der Uni Duisburg-Essen hält es nicht für ausgemacht, dass Laschet Kanzler wird. Zwar sei die Mehrheit grundsätzlich ausreichend, sagte Korte im Morgenmagazin. So, wie man Söder in den letzten Tage erlebt hätte, könne man nicht ausschließen, dass Söder noch eine Hintertür findet.

7.27 Uhr: Reul hat "keinen Zweifel", dass Söder das Ergebnis nicht akzeptiert

NRW-Innenminister Herbert Reul hatte als Mitglied des CDU-Bundesvorstands an der Beratung über den Kanzlerkandidat der Union teilgenommen. Für ihn war das siebenstündige Treffen "anstrengend, weil es irre lange gedauert hat", sagte Reul bei WDR 2. Er habe "keinen Zweifel", dass CSU-Chef Söder das Ergebnis der geheimen Abstimmung nicht akzeptiert.

Nach Darstellung der CDU hatten 78 Prozent für Laschet gestimmt (31 Stimmen), 22 Prozent für Söder (9 Stimmen). Die sechs Enthaltungen hat die CDU dabei nicht mitgezählt. Dann wäre käme Laschet auf 67 Prozent - das hätte nicht den Anschein einer breiten Unterstützung, wie viele in der Union es einfordern. "Dann können wir uns verabschieden, wenn wir so kleinkariert miteinander umgehen", kommentierte Reul die Zählweise.

7.14 Uhr: Politologe: Gegen Laschet hat Baerbock eine Chance

Porträt von Albrecht von Lucke

Albrecht von Lucke

Das Ergebnis der gestrigen Abstimmung um die Kanzlerkandidatur fiel klar für Armin Laschet aus. Das Dilemma der Partei sei damit aber nicht gelöst worden, sagt Politologe Albrecht von Lucke im WDR 5 Morgenecho. Laschet sei ein Parteivorsitzender, "dem das Hinterland den Dienst quittiert hat".

An der Situation würde das tiefliegende Problem der CDU deutlich: "Wir erleben eine Gremien-Politik in der CDU, die das Gefühl für die Basis verloren hat." Weite Teile der Partei würden nicht daran glauben, dass er Kanzler wird. Auch von Lucke denkt, dass Laschet der Kandidat wäre, gegen den die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock eine Chance hätte.

Laschets Kontrahent Söder könne nun noch hoffen, dass die anderen Parteigremien die gestrige Entscheidung nicht akzeptieren. "Ich glaube aber nicht, dass die Fraktion einen offenen Aufstand wagen wird", so Politologe von Lucke. Er rechnet damit, dass viele stattdessen austreten werden oder den Wahlkampf halbherzig betreiben.

6.45 Uhr: Mehr als ein Punktsieg?

CDU und CSU entscheiden heute, wie es nach dem klaren Votum des Bundesparteivorstands für Laschet weitergeht. Heute Nachmittag tagt die Unions-Bundestagsfraktion. Dort hatte sich eine Mehrheit der Abgeordneten für Söder ausgesprochen.

Die CSU hatte die Frage des gemeinsamen Kanzlerkandidaten der Union für die Bundestagswahl im September zuvor in die Hand der CDU gelegt. CSU-Chef Markus Söder sagte: "Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung."

00.33 Uhr: CDU-Bundesvorstand stimmt für Laschet

Der CDU-Bundesvorstand hat sich mehrheitlich für Parteichef Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union ausgesprochen.

In einer geheimen Abstimmung entschieden sich in der Nacht zum Dienstag 31 Vorstandsmitglieder für den CDU-Vorsitzenden und 9 für seinen Kontrahenten, CSU-Chef Markus Söder. Es gab 6 Enthaltungen, wie ein Parteisprecher nach mehr als sechsstündigen Beratungen des CDU-Führungsgremiums mitteilte.

00.31 Uhr: Abstimmung über Kanzlerkandidatur im CDU-Bundesvorstand

Der CDU-Bundesvorstand hat offenbar mit deutlicher Mehrheit dagegen gestimmt, dass es vor einer Entscheidung über die Kanzlerkandidatur eine Kreisvorsitzendenkonferenz geben soll. Das verlautete am frühen Dienstagmorgen aus Teilnehmerkreisen. Nun werde über die Kanzlerkandidatur abgestimmt, hieß es. Gestimmt werden kann entweder für CDU-Chef Armin Laschet oder CSU-Chef Markus Söder.

23.40 Uhr: Kreise: Schäuble und Brinkhaus für schnelle Entscheidung über K-Frage

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus haben sich für eine rasche Entscheidung im Machtkampf zwischen CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder um die Kanzlerkandidatur ausgesprochen. Schäuble machte nach Angaben aus Teilnehmerkreisen erneut seine Unterstützung für Laschet deutlich. An seinem Standpunkt habe sich nichts geändert, sagte Schäuble demnach in den digitalen Beratungen des CDU-Vorstands über die K-Frage der Union.

Die vergangene Woche habe nicht genützt, sondern geschadet. Dies habe daran gelegen, dass die CDU in der vergangenen Woche angenommen habe, die CSU werde sich an ihre Zusage halten, sagte Schäuble demnach. Er rate dringend dazu, noch in der laufenden Sitzung zu entscheiden.

Brinkhaus betonte demnach, gebraucht werde keine Hängepartie, sondern eine schnelle Entscheidung. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier unterstützte Laschet ebenfalls. Er warb nach Angaben aus Teilnehmerkreisen dafür, dass alle Führungsverantwortung wahrnähmen. Man habe noch nie eine derart intensive Debatte über die Haltung der Basis gehabt. Die Arbeit gehe weiter. Es müssten alle mitgenommen werden, sagte er demnach.

22.36 Uhr: Laschet will Kontakt zu Basis suchen - ihr aber nicht die K-Frage überlassen

CDU-Chef Armin Laschet will angesichts der Vorbehalte in Teilen der Partei gegen ihn als Kanzlerkandidaten auf die Basis zugehen. Im Bundesvorstand seiner Partei kündigte Laschet nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP an, bald das Gespräch mit der Basis suchen zu wollen. Eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur wolle er aber weiterhin noch am Abend im Vorstand fällen lassen und nicht etwa von einer Kreisvorsitzendenkonferenz, hieß es aus Laschets Umfeld.

Der CDU-Bundesvorstand berät seit 18.00 Uhr über den Kandidatenstreit zwischen Laschet und CSU-Chef Markus Söder. Es gab dutzende Wortmeldungen - nach Teilnehmerangaben fielen diese mehrheitlich zugunsten einer Kandidatur von Laschet aus. Nach Angaben von ARD-Hauptstadtkorrespondentin Tina Hassel könnte sich die Sitzung bis nach Mitternacht hinziehen. Zum Ende hin sollen Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier im CDU-Bundesvorstand sprechen - beide gelten als Befürworter von Laschet als Kanzlerkandidat der Union.

22.19 Uhr: Sitzung des CDU-Bundesvorstands zieht sich weiter hin

Im Machtpoker um den Kanzlerkandidaten der Union zieht sich die Sitzung des CDU-Bundesvorstands hin. Ein Ende war am späten Montagabend zunächst nicht absehbar. Nach Angaben von ARD-Hauptstadtkorrespondentin Tina Hassel sollte es noch in der Nacht eine geheime Abstimmung in dem etwa 50-köpfigen CDU-Vorstandsgremium über die Frage geben, ob CDU-Chef Armin Laschet oder sein CSU-Rivale Markus Söder als Kanzlerkandidat für die Union in den Bundestagswahlkampf ziehen soll.

21.16 Uhr: Kreise: Strobl spricht sich im Namen der Südwest-CDU für Laschet aus

CDU-Chef Armin Laschet hat Unterstützung vom baden-württembergischen CDU-Vorsitzenden Thomas Strobl bekommen. In der digitalen Sondersitzung des CDU-Vorstands zur K-Frage berichtete Strobl nach Angaben aus Teilnehmerkreisen am Montagabend von einem gemischten Bild in Baden-Württemberg.

Es gebe Unternehmer, die für CSU-Chef Markus Söder seien. Und es gebe Menschen und Familienunternehmer, die ihn beknieten, Laschet zum Kanzlerkandidaten zu machen, sagte er. Strobl betonte, der baden-württembergische CDU-Vorstand unterstütze Laschet. Der CDU-Chef solle Bundeskanzler werden. Laschet sei kein Spalter, sondern jemand, der Menschen zusammenführe und unterschiedliche politische Meinungen integriere.

20.40 Uhr: Kreise: Bei K-Frage Schlagabtausch über Stimmung im Osten

In der womöglich entscheidenden Sitzung des CDU-Vorstands im Machtkampf um die Unions-Kanzlerkandidatur hat es einen verbalen Schlagabtausch zwischen ostdeutschen CDU-Politikern über die Stimmung in den ostdeutschen Ländern gegeben. Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, wies nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in den Online-Beratungen auf eine große Unterstützung der Parteibasis für CSU-Chef Markus Söder im Osten hin. Haseloff habe allerdings persönlich kein Votum für Söder abgegeben, hieß es weiter. Haseloff, in dessen Land am 6. Juni Landtagswahlen anstehen, habe auch auf Söders gute Umfragewerte hingewiesen.

Der Fraktionschef der CDU in Brandenburg, Jan Redmann, habe sich daraufhin klar für CDU-Chef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten eingesetzt. Redmann wurde mit den Worten zitiert: "Ich widerspreche Reiner Haseloff ausdrücklich. Im Osten gibt es ein gemischtes Bild." So gebe es im Präsidium der CDU Brandenburg klare Mehrheiten für Laschet.

Der Thüringer CDU-Landeschef Christian Hirte sprach sich indes in der Sitzung für Söder aus. Zugleich sei aber auch auf die CDU in Mecklenburg-Vorpommern hingewiesen worden, wo es ein eindeutiges Votum für Laschet gebe.

20.02 Uhr: Laschet drängt auf Entscheidung noch am Montag

Im Machtpoker um die Kanzlerkandidatur in der Union drängt CDU-Chef Armin Laschet auf eine Entscheidung noch am Montag. Das verlautete nach Angaben aus Kreisen am Abend aus der Sitzung des CDU-Bundesvorstandes.

Zuvor hatte der Berliner CDU-Chef Kai Wegner dafür plädiert, die Entscheidung zu verschieben und ein Votum der Bundestagsfraktion und der Kreisvorsitzenden herbeizuführen. Laschet betonte indes: "Wir sollten heute entscheiden, wie wir es uns am Anfang vorgenommen haben." Wirtschaftsminister Peter Altmaier hatte sich nach Informationen aus Teilnehmerkreisen in der Runde dafür ausgesprochen, in der K-Frage die Basis anzuhören.

Laschet bezeichnete es als "sehr wichtiges Signal", dass sein CSU-Rivale Söder am Montag klar gemacht habe, dass er ein eindeutiges Votum des CDU-Bundesvorstands akzeptieren werde, wie Teilnehmer gegenüber der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Viele Mitglieder hätten ihm in den vergangenen Tagen gesagt: "Du musst stehen", und sie hätten ihn ausdrücklich unterstützt, sagte Laschet demnach.

19.35 Uhr: Kreise: Günther für Entscheidung über Kanzlerkandidatur noch heute

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther hat eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur in der laufenden CDU-Vorstandssitzung gefordert. Die Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein habe am Montag klar hinter Laschet gestanden, sagte er am Montagabend nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Nun werde eine Entscheidung gebraucht. Der Vorstand habe sich vor einer Woche aus guten Gründen für Laschet ausgesprochen. Das müsse gelten. Präsidiumsmitglied Norbert Röttgen sprach sich demnach gegen eine Entscheidung noch am Abend aus.

19.24 Uhr: Flut an Wortmeldungen im CDU-Bundesvorstand

Im CDU-Bundesvorstand melden sich mehr als 40 Redner an, nachdem CDU-Chef Armin Laschet zur offenen Aussprache aufgefordert hat. Die Äußerungen sind nach Teilnehmerangaben sehr unterschiedlich. Hamburgs Landesvorsitzender Christoph Ploß fordert eine Kreisvorsitzenden-Konferenz, um ein besseres Bild über die Stimmung an der Basis zu bekommen. Die rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Julia Klöckner verweist auf die Stimmung für CSU-Chef Markus Söder in ihrem Landesverband, ist aber selbst für Laschet.

Die frühere CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer widerspricht, dass die Bundesvorstandsmitglieder nicht die Basis abbilden und betont die Bedeutung der gewählten Gremien.

18.59 Uhr: "Spiegel"-Korrespondent rechnet mit Union als Wahlsieger

"Spiegel"-Korrespondent Markus Feldenkirchen rechnet damit, dass ungeachtet der Querelen um die Kanzlerkandidatur die Union bei der Bundestagswahl als Sieger hervorgehen wird. Allerdings sei noch nie in der Geschichte der Union ein Kanzlerkandidat derart geschwächt ins Rennen gegangen wie es diesmal wohl der Fall sein werde, sagte Feldenkirchen in der WDR-Sendung "Aktuelle Stunde".

Feldenkirchen schließt nicht aus, dass sich Laschet im Machtkampf mit Söder durchsetzen wird. In der CDU-Bundesvorstandssitzung, die aktuell stattfindet und in der es um die Frage der Kanzlerkandidatur geht, werde Laschet alle Mitglieder auffordern, ein Votum abzugeben. Das könne sich hinziehen - insofern könnte es eine lange Sitzung werden. Der CDU-Bundesvorstand ist das oberste Gremium der CDU Deutschland, er hat rund 50 Mitglieder.

18.40 Uhr: Laschet erklärt erneut Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur

CDU-Chef Armin Laschet hat im Machtkampf mit dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder erneut seine Bereitschaft zur Kanzlerkandidatur betont. "Es geht um die besten Antworten auf die drängenden Zukunftsfragen. Und ich bin bereit, für uns die Kandidatur zu übernehmen", sagte Laschet am Montagabend nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin in einer digitalen Sondersitzung des CDU-Vorstands.

Laschet betonte demnach, er wolle jeden ermutigen, in der Runde offen seine Meinung zu sagen. Er wurde mit den Worten zitiert: "Nur wenn wir offen, ganz transparent sind, haben wir eine Chance, gestärkt in die nächsten Wochen und in den Wahlkampf zu gehen."

18.25 Uhr: CDU-Bundesvorstand berät über Kanzlerkandidaten

Der CDU-Bundesvorstand hat mit seiner Video-Konferenz begonnen, bei der erneut über die K-Frage diskutiert werden soll. CDU-Chef Armin Laschet hat einen Vorschlag angekündigt. Unklar blieb jedoch, welchen Vorschlag Laschet genau machen will. "Ich hoffe, dass wir dann sehr schnell in dieser Woche zu den erforderlichen Entscheidungen kommen", sagte der CDU-Chef nur.

18.11 Uhr: Füracker: Den mit den größten Erfolgsaussichten zum Kanzlerkandidaten nominieren

Bayerns Finanzminister Albert Füracker appelliert an die CDU, den Kanzlerkandidaten mit den größten Erfolgsaussichten bei der Bundestagswahl zu nominieren. "Darauf kommt es jetzt an", sagte der CSU-Politiker der "Rheinischen Post" (Dienstagausgabe). Kritik am Verfahren weist er zurück. "Wir haben die Woche nicht dazu genutzt, CDU-Mitglieder oder den Parteivorsitzenden zu diskreditieren", sagte Füracker. "Es gab keine verletzenden oder ehrabschneidenden Vorwürfe seitens des CSU. Jeder muss immer das verantworten, was er selbst sagt. Insofern haben wir keine Fehler gemacht."

18.00 Uhr: CDU-Abgeordneter von Stetten warnt vor "politischem Selbstmord"

Aus Sicht des CDU-Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten muss der CDU-Bundesvorstand bei der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur die Stimmung in der Unionsfraktion im Blick behalten. "Der CDU-Bundesvorstand wird heute eine weise Entscheidung treffen und die Stimmung in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit berücksichtigen", betonte er am Montagnachmittag. "Alles andere wäre politischer Selbstmord."

Stetten ist CDU-Abgeordneter aus Schwäbisch Hall/Hohenlohe und gleichzeitig Vorsitzender des Parlamentskreis Mittelstand der Unionsfraktion im Bundestag. Er hatte bereits vor Tagen seine Unterstützung für CSU-Chef Markus Söder erklärt. Sieben weitere CDU-Politiker aus dem Südwesten hatten sich in einem Brief hinter den bayerischen Regierungschef gestellt.

17.45 Uhr: CDU-Bundesvorstand womöglich vor entscheidender Sitzung

Ist es eine der letzten Runden im Unions-Drama um die Kanzlerkandidatur? Ab 18 Uhr tagt der CDU-Bundesvorstand: Parteichef Armin Laschet hat das Gremium zu einer digitalen Sondersitzung einberufen. Auf der Tagesordnung steht die Frage: Wer zieht für die Union als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf?

Söder hatte erklärt, er stehe zwar weiter bereit. Die Entscheidung müsse nun aber die CDU treffen. "Wir als CSU und auch ich respektieren jede Entscheidung." Mache der CDU-Bundesvorstand Laschet zum Kanzlerkandidaten, könne dieser mit Unterstützung der CSU rechnen.

17.29 Uhr: Laschet will schnelle Entscheidung

Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet drückt jetzt aufs Tempo. Er glaube, dass "alle den Willen haben, es so schnell wie möglich zu entscheiden, so einvernehmlich wie möglich zu entscheiden", sagte er am Montag beim digital abgehaltenen 22. Deutschen Bankentag. "Und da sind wir mitten drinnen", ergänzte er.

Laschet hat für diesen Montagabend (18.00 Uhr) eine Sondersitzung des CDU-Bundesvorstands angesetzt. Die CDU habe Söders Ankündigung gehört, dass er die Entscheidung dieses Gremiums respektieren werde, sagte der Parteichef. "Das würde ich gerne abwarten, wie das ausgeht." Söder hatte zuvor die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur in die Hand der CDU gelegt und erklärt, dass er sie respektieren werde, egal wie sie ausgehe.

16.15 Uhr: Scholz zum Machtkampf in der Union: "Gibt Wichtigeres zu tun"

Der offene Machtkampf in der Union um die Kanzlerkandidatur ist SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zufolge nicht gut: "Da gibt es Wichtigeres zu tun." Als Beispiel nannte Scholz die geplante Corona-Notbremse, die diese Woche im Bundestag und Bundesrat beraten werden soll.

Seit vorvergangenem Sonntag liefern sich CDU-Chef Armin Laschet (60) und CSU-Chef Markus Söder (54) eine zunehmend härter werdende Auseinandersetzung in der Frage, wer von ihnen Kanzlerkandidat der Union wird. Laschet kündigte an, in einer Sondersitzung des CDU-Bundesvorstands am Abend (18 Uhr) einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen zu unterbreiten.

15.34 Uhr: Historiker sieht Laschet im Fall einer Niederlage "massiv beschädigt"

Historiker und CDU-Mitglied Andreas Rödder sieht CDU-Chef Armin Laschet "massiv beschädigt", falls er den unionsinternen Machtkampf mit CSU-Chef Markus um die Kanzlerkandidatur verlieren sollte. "Aber selbst wenn Laschet sich durchsetzt, wird durch diese Auseinandersetzung - es geht ja nicht um inhaltliche Positionen, sondern um persönliche Eignung - so viel an ihm hängen geblieben sein, dass die politischen Gegner das im Wahlkampf nur wieder aufnehmen müssen", sagte Rödder in einem Interview mit tagesschau.de

"Auf der anderen Seite kann ich mir aber auch schwer vorstellen, wie Söder einen Wahlkampf führen will, in dem er von der CDU in der nötigen Breite unterstützt wird", sagte Rödder. Es sei denn, Söder setze allein auf einen rein populistischen Personenwahlkampf, aber auch das sei für die Union "brandgefährlich". Jetzt zeige sich eben: "Es rächt sich, dass die Union es versäumt hat, einen geregelten Machtübergang für die Zeit nach Angela Merkel vorzubereiten", so Rödder. Er ist Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und hat eine Gastprofessur an der Johns Hopkins University in den USA.

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15.21 Uhr: K-Frage der Union: CDU-Sondersitzung in Rheinland-Pfalz vorgezogen

Die Online-Sondersitzung des rheinland-pfälzischen CDU-Landesvorstands ist auf den späten Montagnachmittag (17.00 Uhr) vorgezogen worden. Es geht dabei um ein Stimmungsbild im noch ungelösten Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union zwischen dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder. Der Bundesvorstand tagt anschließend (18.00 Uhr). Die Landesvorsitzende Julia Klöckner hatte die nicht-öffentliche Sitzung zunächst für Dienstag einberufen. Eingeladen seien auch Vertreter der 36 Kreisverbände, teilte ein CDU-Sprecher in Mainz mit.

Klöckner, die auch CDU-Bundesvize ist, hat Laschet ihre Unterstützung zugesagt. Der CDU-Landtagsfraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat bei der Landtagswahl am 14. März, Christian Baldauf, hat sich bisher nicht eindeutig positioniert. Der Landesverband der Jungen Union favorisiert Söder.

15.07 Uhr: Söder erwartet keinen dauerhaften Schaden für die Union

Der seit mehr als einer Woche andauernde Machtkampf in der Union bringt nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder keinen dauerhaften Schaden für die Union mit sich. Wenn der Prozess "mit Stil und Anstand" auch am Ende zu einem Ergebnis führe, "dann glaube ich, wird es uns eher möglicherweise sogar stärken, weil es auch eine Selbstvergewisserung ist, die jetzt stattfindet", sagte er am Montag nach einer Sitzung des CSU-Präsidiums in München. Söder betonte, sein Gefühl sage ihm, dass die Debatte sehr seriös stattfinde. "Wir haben natürlich jetzt einen Entscheidungsprozess, an dem die Öffentlichkeit auch mit großem Herzblut teilnimmt." "Es ist auch gar nicht so leicht, miteinander solche schwierigen Fragen zu bewerten", sagte Söder. Er glaube aber, dass dies bislang wirklich sehr gut gelaufen sei.

14.48 Uhr: CSU zahlt Söder aus Parteikasse Privatjet nach Berlin

Die CSU zahlt aus ihrer Parteikasse den Privatjet, mit dem CSU-Chef Markus Söder am Sonntagabend zu Gesprächen mit CDU-Chef Armin Laschet nach Berlin geflogen ist. CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte am Montag nach einer Präsidiumssitzung in München, "selbstverständlich" zahle die Partei den Flug des bayerischen Ministerpräsidenten. Es sei schließlich eine Parteiangelegenheit gewesen. Dass ihm nun künftig häufiger ein Privatjet gechartert wird, kann Söder allerdings nicht erwarten. So etwas sei "die absolute Ausnahme, wenn andere Verkehrsmöglichkeiten nicht gegeben sind", sagte Blume.

Söder selbst erklärte die Wahl des Privatjets mit den kurzfristig anberaumten neuen Gesprächen mit Laschet. "Wenn man schnell gerufen wird, muss man schnell entscheiden", sagte er. In den sozialen Medien hatte die Verkehrsmittelwahl Söders für Debatten gesorgt. Manche Nutzer zweifelten deshalb Söders Glaubwürdigkeit in der Klimapolitik an.

14.45 Uhr: Söder sieht keine Gefahr für politische Karriere von Laschet

CSU-Chef Markus Söder sieht CDU-Chef Armin Laschet auch im Falle von dessen Nicht-Nominierung zum Kanzlerkandidaten der Union nicht politisch angeschlagen. "Da sehe ich überhaupt kein Problem, null", sagte Söder am Montag nach einer Sitzung des CSU-Präsidiums auf die Frage, ob Laschets Posten als Parteichef gefährdet sei, wenn die Union Söder zum Kanzlerkandidaten küre.

14.42 Uhr: Söder schließt Schwarz-Grün nach der Bundestagswahl nicht aus

CSU-Chef Markus Söder schließt eine schwarz-grüne Regierungskoalition nach der Bundestagswahl im September nicht aus. "Schwarz-Grün wäre dann möglicherweise die nächste GroKo", sagte er mit Blick auf die Tatsache, dass die Grünen derzeit in Umfragen als zweitstärkste Kraft geführt werden. "Natürlich haben die Grünen in der Umweltpolitik frische und gute Ideen", sagte Söder. In der Wirtschafts- und Sozialpolitik gebe es dagegen Defizite. Die Union habe einen Führungsanspruch. Es komme darauf an, Wohlstand und Nachhaltigkeit zusammenzuführen, eine gesunde und moderne Lebensführung mit der Chance auf zukunftsfähige Arbeitsplätze zu verbinden.

14.38 Uhr: Söder nicht bei der CDU-Vorstandssitzung mit von der Partie

CSU-Chef Markus Söder wird nicht an der Bundesvorstandssitzung der CDU am Abend in Berlin teilnehmen. "Ich will mich nicht einmischen", sagte Söder in München. Die Festlegung auf einen Kandidaten sollten CSU und CDU zunächst in der jeweiligen "Familie" diskutieren und dann später zusammenführen. CDU-Chef Armin Laschet hatte Söder zuvor zu der Sitzung eingeladen.

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14.09 Uhr: Söder sieht CDU am Zuge

Im ungelösten Machtkampf innerhalb der Union zur Kanzlerkandidatur sieht CSU-Chef Markus Söder nun die große Schwesterpartei CDU am Zuge. Die Entscheidung, ob er oder CDU-Chef Armin Laschet die Union in den Bundestagswahlkampf führt, könne nur die CDU treffen, sagte Söder am Montag in München nach einer CSU-Präsidiumssitzung.

Er werde jede Entscheidung "ohne Groll akzeptieren", so Söder. Danach müsse es darum gehen, die Union zu versöhnen und zusammenzuführen.

Söder sagte, er genieße Zuspruch aus der Unionsfraktion und auch aus der Bevölkerung, die Umfragen seien hier deutlich. Seine Bitte an die CDU sei, jetzt das Meinungsbild abzulesen. Wo und wie sie dies tun wolle, entscheide die CDU aber allein.

13.55 Uhr: Laschet ruft zu Fairness und Anstand in der Politik auf

CDU-Chef Armin Laschet hat angesichts des bevorstehenden Bundestagswahlkampfs zu Fairness und menschlichem Anstand in der Politik aufgerufen. "Wir müssen menschlich miteinander fair umgehen", sagte Laschet am Montag. Zuvor hatte er der Grünen-Chefin Annalena Baerbock zur Nominierung als Kanzlerkandidatin gratuliert.

"Man muss es ganz besonders in diesen Zeiten der Pandemie, wo die Menschen existenzielle Ängste haben und von den Politikern erwarten, dass sie in einer fairen Weise miteinander Argumente austauschen, um den besten Weg ringen."

Laschet äußerte sich nicht ausdrücklich dazu, ob er bei diesen Aufruf auch CSU-Chef Markus Söder im Blick hatte. Als warnendes Beispiel führte der CDU-Chef die politische Polarisierung in den USA an: "Das sollten wir uns in Deutschland ersparen", sagte er.

13.49 Uhr: Pressekonferenz von Söder um 14 Uhr

Das CSU-Präsidium ist am Montagmittag im Machtkampf in der Union über die Kanzlerkandidatur kurzfristig zu einer Sitzung zusammengekommen und berät über den Stand der Dinge. Um 14 Uhr wollen CSU-Chef Markus Söder und Generalsekretär Markus Blume eine Pressekonferenz geben.

13.43 Uhr: Entscheidung um Kanzlerkandidatur der Union auf der Zielgeraden?

In den ungelösten Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union kommt Bewegung. An diesem Montagabend (18 Uhr) will der CDU-Bundesvorstand in einer digitalen Sondersitzung über den Stand und das weitere Vorgehen beraten.

"Ich werde dem Bundesvorstand einen Vorschlag machen, wie wir jetzt sehr schnell die nicht geklärte Frage zwischen CDU und CSU auflösen", kündigte der Parteivorsitzende Armin Laschet am Montag in Berlin an. Er hoffe, dass man dann "sehr schnell in dieser Woche" zu den erforderlichen Entscheidungen komme.

Quelle: wdr.de