Eine Zeichnung von einer Frau mit einem Pflaster auf dem Mund. |

Nordrhein-Westfalen Maria 2.0-Gründerinnen wollen aus Kirche austreten

Stand: 25.03.2021 14:54 Uhr

Zwei Initiatorinnen der Reformbewegung Maria 2.0 aus Münster wollen die katholische Kirche verlassen. Ihr Frust ist einfach zu groß geworden.

Von Heike Zafar

Lisa Kötter und Andrea Voss-Frick hatten Maria 2.0 vor zwei Jahren in Münster gegründet, um für mehr Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche zu kämpfen. Aus Ärger über die sexuelle Gewalt durch Priester und die Vertuschung wollen sie jetzt aber die katholische Kirche verlassen.

Hoffnung auf Veränderung verloren

Eigentlich hatten die beiden Frauen die Katholische Kirche verändern wollen. Sie engagieren sich in der Initiative "Maria 2.0", setzen sich unter anderem dafür ein, dass Frauen Zugang zu allen kirchlichen Ämtern bekommen. Lisa Kötter: "Als wir Maria 2.0 gegründet haben, haben wir wirklich gedacht, das geschlossene System der römischen Kirche wird endlich einen Riss bekommen und dieser Riss wird größer werden, und diese Hoffnung habe ich verloren."

Lisa Kötter will im Sommer aus der Kirche austreten. Andrea Voss-Frick hat bereits einen Austrittstermin beim Amtsgericht Münster gebucht: "Bei mir ist irgendwie der Punkt gekommen zu sagen, dass ich das mit meinem Gewissen eben nicht mehr vereinbaren kann, weil ich dadurch dass ich Kirchensteuer zahle und irgendwie noch treu bin, das System auch stütze."

Machen weiter bei Maria 2.0 mit

Für die beiden Frauen heißt der Abschied aber nicht, dass sie sich nicht mehr katholisch fühlen. Sie steigen damit nicht aus ihrem Glauben aus. Auch weiterhin wollen sie sich engagieren, dann aber von außen. Lisa Kötter: " Die Solidarität mit denen weltweit, die von der Kirche verletzt werden, die bleibt ja, deswegen werde ich mich auch mit Maria 2.0 weiter bewegen auf diesem Weg."

Quelle: wdr.de