Das Bild zeigt einen Corona-Schnelltest. | picture alliance / dpa-tmn

Nordrhein-Westfalen Corona-Selbsttests im Handel - was zu beachten ist

Stand: 10.03.2021 18:30 Uhr

Mal eben schnell zuhause auf das Coronavirus testen – das ist jetzt möglich. Im Handel gibt es erste Corona-Selbsttests. Wir erklären, worauf dabei geachtet werden muss.

Corona-infiziert, ja oder nein? Das kann bald jeder selbst herausfinden - bei einem Test zu Hause. Die ersten sieben Hersteller haben inzwischen eine Sonderzulassung erhalten, seit Samstag werden die ersten Packungen verkauft.

Wie unterscheiden sich Schnelltests und Selbsttests?

Corona-Schnelltests werden von geschultem Personal durchgeführt. Dabei wird meist mit einem langen Stäbchen tief in der Nase und/oder im Rachen ein Abstrich genommen. Bislang dürfen diese Tests nur an Ärzte, medizinische Einrichtungen oder Pflegeeinrichtungen abgegeben werden. Ab Montag aber soll sich jede/r einmal wöchentlich kostenlos testen lassen können. Durchgeführt werden diese Schnelltests dann in Testzentren, in Arztpraxen oder in Apotheken.

Allerdings werde es diese Schnelltests zum Start noch nicht überall geben, erklärte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf einer Pressekonferenz am Freitag. Für das Einrichten der Teststellen etwa in Zentren oder Apotheken sind die Länder zuständig. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass das jetzt auch zügig vor Ort umgesetzt werden kann", ergänzte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

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Anders verhält es sich hingegen mit den Selbsttests für Laien. Diese werden zuhause durchgeführt und sollen leicht in der Handhabung sein. Möglich sind demnach verschiedene Varianten, etwa Abstriche in der Nase, die weniger tief entnommen werden müssen oder sogenannte Gurgel- und Spucktests.

Die ersten sieben Corona-Selbsttests zur Eigenanwendung durch Laien wurden bereits zugelassen, weitere werden folgen. Bei dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte haben bisher rund 50 Hersteller Anträge auf eine Sonderzulassung gestellt.

Wo und ab wann gibt es die Selbsttests zu kaufen?

Den Anfang hat bereits Aldi gemacht. Seit vergangenen Samstag bietet der Discounter Corona-Selbsttests an – allerdings vorerst nur eine Packung mit fünf Tests pro Kunde. Auch die Drogerie-Ketten dm, Rossmann und Müller haben angekündigt, in dieser Woche Schnelltests anzubieten. Auch bei Müller, dm und Rossmann soll es noch in dieser Woche Tests geben. Auch bei Apotheken oder anderen Einzelhändlern wie Lidl und Kaufland, Edeka, Netto oder Rewe könnten bald Selbsttests verfügbar sein.

Was kosten Selbsttests?

Zumindest der Preis bei Aldi steht schon fest: Dort kostet eine Packung mit fünf Tests 24,99 Euro, also ungefähr fünf Euro pro Test.

Wer Selbsttests online kauft, sollte darauf achten, dass sie auf der Liste vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte stehen. Nur die dort aufgeführten Tests entsprechen den Anforderungen des Paul-Ehrlich-Instituts und des RKI.

Öffnen Selbsttests überall dort die Türen, wo Tests vorgeschrieben sind?

Vorerst nicht. Im Supermarkt gekaufte Selbsttests sind zwar eine Möglichkeit, relativ sicher Freunde oder die Familie zu treffen, ermöglichen aber noch nicht den Restaurantbesuch - das ist eventuell erst bei einem weiteren Öffnungschritt möglich.

Auf jedenfall nicht möglich ist so die Nutzung körpernaher Dienstleistungen, bei der der Mindestabstand nicht eingehalten und eine Maske nicht getragen werden kann - zum Beispiel bei der Gesichtskosmetik. Denn überall dort, wo die Coronaschutzverordnung für die Nutzung eines Angebotes einen Schnelltest oder Selbsttest fordert, reichen die im Handel erworbenen Selbsttests nicht aus. "Das Ergebnis muss von einer der in der Coronatestungsverordnung vorgesehenen Teststelle schriftlich oder digital bestätigt werden. Die Testbestätigung ist bei der Inanspruchnahme des Angebotes mitzuführen", teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Freitag mit.

Sind die Schnelltests für Laien einfach handhabbar?

Bei den ersten Selbsttests, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen hat, werden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen. Laut der Hersteller können die Tests sicher auch von Laien durchgeführt werden, so das Bundesinstitut. Dabei helfen soll eine verständliche Bedienungsanleitung – die auch genau befolgt werden sollte.

Wie zuverlässig sind die Selbsttests?

Schnelltests schlagen am besten bei einer hohen Viruslast an. Das bedeutet, dass Menschen, die stark ansteckend sind, von den Selbsttests gut erkannt werden. Der WDR-Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar sagte in der "Aktuellen Stunde", es gehe bei den Selbsttests im Wesentlichen um die eigene Verantwortung.

Wer etwa vor einem Familientreffen einen Selbsttest mache, könne bei einem negativen Ergebnis davon ausgehen, dass er oder sie in den nächsten 24 Stunden nicht infektiös sei. Ein negativer Selbsttest schließe aber nicht aus, dass von einem in zwei Tagen eine Infektion ausgehen könne.

Allerdings: "Die Selbsttests haben gegenüber den PCR-Tests eine höhere Fehlerrate", teilte das Bundesgesundheitsministerium dem WDR mit. Deshalb ist ihre Aussagekraft nur begrenzt. Positive Ergebnisse müssen überprüft werden. Negative Resultate sind keine Garantie dafür, dass man nicht ansteckend ist.

Was muss ich bei einem positiven Selbsttest tun?

Wenn ein Laien-Selbsttest positiv ausfällt, sollte man das Ergebnis durch einen PCR-Test bestätigen lassen. Zudem solle man "sich vorsichtshalber solange zu Hause in Quarantäne begeben, bis das Ergebnis vorliegt", teilte das Bundesgesundheitsministerium mit.

Selbsttests setzten auf Eigenverantwortung. Eine Meldepflicht besteht nicht. "Wer ein positives Ergebnis verschweigt, sich nicht in Quarantäne begibt, muss sich klar darüber sein, dass man damit andere lebensbedrohlich gefährden kann", sagte der Virologe Martin Stürmer dem ZDF.

Quelle: wdr.de