Ein Vater und seine beiden Töchter sitzen zu Hause am Tisch. Die Mädchen arbeiten in ihren Heften für die Schule, der Mann sitzt am Laptop.

Nordrhein-Westfalen Zusätzliche Kinderkrankentage - Antworten auf die wichtigsten Fragen

Stand: 20.01.2021 16:34 Uhr

Mutter und Tochter sitzen mit Laptops auf dem Boden
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Homeoffice mit Kind

Schulen geschlossen, Kitas eingeschränkt - um ihre Kinder zu betreuen, bekommen Eltern mehr Kinderkrankentage. Dafür braucht es nur eine Bescheinigung der Schule oder Kita.

Kann das Kind pandemiebedingt nicht in die Kita oder in die Schule, stehen berufstätige Eltern oft vor einem Problem. Um etwas mehr Spielraum zu bekommen, haben Bund und Länder beschlossen, Eltern mehr Kinderkrankentage zu gewähren - auch, wenn ihre Kinder gesund sind.

Statt wie bisher zehn sind es jetzt 20 pro Elternteil, Alleinerziehende bekommen statt 20 jetzt 40 Kinderkrankentage.

Welche Voraussetzungen gelten, um zusätzliche Kinderkrankentage zu bekommen?

Voraussetzung ist, dass ein gesetzlich versichertes Kind zu Hause betreut werden muss - weil Schulen oder Kitas pandemiebedingt geschlossen sind, die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben oder der Zugang zum Betreuungsangebot der Kita eingeschränkt wurde.

Ebenso darf keine weitere Person im Haushalt leben, welche die Betreuung übernehmen könnte - zum Beispiel Oma oder Opa.

Was ist mit Kitas - die sind ja nicht geschlossen?

Laut einer Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums können auch Eltern Kinderkrankengeld beantragen, die ihre Kinder wegen Stamps dringenden Empfehlung nicht in die Kita schicken, obwohl die Einrichtung nicht geschlossen ist.

Wie kann man die Unterstützung beantragen?

Muss ein Kind zu Hause betreut werden, genügt ab sofort eine Bescheinigung der jeweiligen Kita oder Schule. Die Tage können - rückwirkend zum 5. Januar - bei der Krankenkasse beantragt werden.

Was ist, wenn ich im Homeoffice arbeite?

Können Eltern theoretisch im Homeoffice arbeiten, haben sie trotzdem Anspruch auf die Unterstützung.

Wie funktioniert das normalerweise mit den Kinderkrankentagen?

Berufstätige Eltern mit Kindern unter zwölf Jahren haben Anspruch darauf, von der Arbeit bezahlt oder unbezahlt freigestellt zu werden, wenn das Kind krank ist. Ist der Arbeitgeber nicht bereit, für diese Tage Lohn zu zahlen, dann übernimmt das die gesetzliche Krankenkasse. Bezahlt werden in der Regel 90 Prozent des Nettogehalts, die Höchstgrenze liegt allerdings bei 112,88 Euro pro Tag. Manche Krankenkassen wie zum Beispiel die Techniker zahlen unter Umständen sogar 100 Prozent des Nettogehalts.

Wird das Kind jetzt krank, läuft alles wie gewohnt: Dann wird die "Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes" ausgefüllt.

Haben selbstständig arbeitende Eltern auch Anspruch auf eine entsprechende Unterstützung?

Außerhalb von Pandemiezeiten gibt es für Selbstständige normalerweise kein Kinderkrankengeld. Freiwillig versicherte Selbstständige können sich allerdings über einen erhöhten Krankenkassentarif ebenfalls einen Anspruch auf Krankengeld - und damit auf Kinderkrankengeld - kaufen. Aber wer vor der Pandemie keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld hatte, der hat jetzt auch keinen. Auch Privatversicherte bleiben außen vor. Allerdings gibt es die Möglichkeit im Infektionsschutzgesetz, für einen Verdienstausfall entschädigt zu werden.

Wer bezahlt die zusätzlichen Kinderkrankentage?

Abgerechnet werden die zusätzlichen Leistungen über die Krankenkassen. Der Bund hat aber 300 Millionen Euro eingeplant, mit denen die zusätzlichen Ausgaben kompensiert werden sollen.

Quelle: wdr.de

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