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Nordrhein-Westfalen Von Kindergeld bis CO2-Steuer - Das ändert sich 2021

Stand: 31.12.2020 18:48 Uhr

Mehr Kindergeld, höherer Mindestlohn und eine CO2-Abgabe - mit dem neuen Jahr gibt es Entlastungen und gelten andere Steuern. Eine Übersicht darüber, was sich 2021 ändert.

Von Andrea Groß

Mit dem neuen Jahr treten zahlreiche Änderungen in Kraft. Die Grundrente wird eingeführt, der reguläre Mehrwertsteuersatz gilt wieder und für viele fällt der Solidaritätszuschlag weg. Außerdem gibt es klimaschonende Neuerungen: Fahrzeuge mit hohem Spritverbrauch kosten nun mehr KfZ-Steuer und es gibt einen CO2-Preis für Verkehr und Heizen. Hier kommt ein Überblick über die wichtigsten Änderungen:

Solidaritätszuschlag

Der Solidaritätszuschlag ist Vergangenheit - zumindest für die meisten. Anfang der 1990er Jahre wurde er eingeführt, um die Kosten der Deutschen Einheit zu finanzieren. Jetzt fällt er für Normalverdiener komplett weg und für Gutverdiener zum Teil. Nur Spitzenverdiener bekommen ihn weiter komplett abgezogen. Wo die Grenzen liegen, hängt nicht nur vom Einkommen ab, sondern auch von den Lebensumständen - etwa von Familienstand und Kinderzahl. Wie hoch die Ersparnis sein wird, kann man mit Hilfe des Soli-Rechners auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums ausrechnen.

Kindergeld

Symbolbild Kindergeld, Kinderbonus | imago

Symbolbild Kindergeld, Kinderbonus Bild: imago

Das monatliche Kindergeld steigt um 15 Euro pro Kind. Außerdem erhöht sich auch der Kinderzuschlag, der zusätzlich zum Kindergeld an Familien mit geringem Einkommen gezahlt wird. Er beträgt seit dem 1. Januar 205 Euro im Monat pro Kind, 20 Euro mehr als bisher. Auch die steuerlichen Freibeträge für Kinder, bzw. deren Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf wurden erhöht.

Grundrente

Wer viele Jahre in die Rentenkasse eingezahlt, aber nur wenig verdient hat, der hat bisher eine so kleine Rente bekommen, dass sie noch unterhalb der Grundsicherung gelegen hat. Diese Lücke wird durch die Einführung einer Grundrente geschlossen. Ob man darauf Anspruch hat, wird automatisch geprüft. Einen Antrag muss man nicht stellen.

Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn lag bisher bei 9,35 Euro. 2021 wird er gleich zweimal angehoben: Ab dem 1. Januar beträgt er 9,50 Euro; ab 1. Juli kommen noch einmal 10 Cent dazu. Die Ausnahmen bestehen aber weiter: Auszubildende, Selbständige, Langzeitarbeitslose und Ehrenamtliche haben keinen Anspruch auf Mindestlohn.

CO2-Steuer

Ein Kohlekraftwerk und Windräder produzieren Strom. Rauchsäulen steigen auf. | dpa/Julian Stratenschulte

Bundestag: Anpassungsstrategie an den Klimawandel Bild: dpa/Julian Stratenschulte

Um Anreize für mehr Klimaschutz zu schaffen, hat die Bundesregierung eine CO2-Abgabe eingeführt. Sie wird auf Benzin, Diesel, Heizöl und Gas erhoben. Energieversorger und Mineralölunternehmen kündigten an, diese Mehrkosten an die Verbraucher weiterzugeben. Das betrifft fast drei Viertel der Haushalte in Deutschland, so viele heizen mit Öl oder Gas. Autofahrer müssen nach Angaben der Bundesregierung damit rechnen, beim Tanken zwischen sieben und acht Cent pro Liter mehr zu zahlen. Außerdem wurde die KFZ-Steuer für Autos mit hohem Spritverbrauch erhöht. Das gilt allerdings nur für Autos, die neu zugelassen werden.

Und sonst?

Die Mehrwertsteuer beträgt wieder 19 Prozent bzw. 7 Prozent beim ermäßigten Satz. Im Sommer hatte die Bundesregierung sie gesenkt, um Kaufanreize zu schaffen und so Einzelhändler in der Corona-Krise zu unterstützen. Nach Einschätzung des Handelsverbandes Deutschland hatte das aber nur einen minimalen Effekt. Viele Händler gaben die zeitweise Senkung auf 16 bzw. 5 Prozent nicht an ihre Kunden weiter, weil sie jeden Cent für ihr wirtschaftliches Überleben gebraucht hätten, so der Verband.

Quelle: wdr.de