Das Bild zeigt ein Ferienhaus.

Nordrhein-Westfalen Urlaub in Corona-Zeiten - so klappt es mit dem Ferienhaus

Stand: 22.05.2020 13:25 Uhr

Urlaub im Ferienhaus gilt in Zeiten von Corona als eine der sichersten Reisevarianten. Noch sind Unterkünfte frei, das könnte sich in beliebten Regionen aber schnell ändern.

Wenn die Deutschen ihre Ferien planen, bleiben sie am liebsten im eigenen Land. Etwa ein Drittel der Reisenden machte schon vor der Corona-Krise Urlaub in Deutschland. Angesichts der immer noch unklaren Situation an vielen Reisezielen im Ausland geht die Branche davon aus, dass der Anteil in diesem Jahr deutlich höher ausfällt.

Aktuell liegt die Zahl der Buchungen für deutsche Ferienunterkünfte für den Sommer noch unter dem Vorjahresniveau, heißt es vom Deutschen Ferienhausverband (DFV). "Die Buchungen entwickeln sich aber sehr gut, Lücken, die durch Stornierungen entstehen, werden in den beliebten Hotspots schnell wieder geschlossen", sagt DFV-Sprecherin Pamela Premm.

Auch Marktführer Airbnb sagt, dass seit Anfang Mai die Buchungen für Reisen innerhalb Deutschlands wieder "stark" zugenommen haben. Besonders gefragt seien neben Städtetrips Unterkünfte im Schwarzwald, an der Ostsee in Schleswig-Holstein, die niedersächsische Nordseeküste, Rügen, die Mecklenburgische Seenplatte, Oberbayern und die Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern.

Rund 600.000 Betten zur Verfügung

Insgesamt gibt es in deutschen Ferienhäusern und -wohnungen rund 600.000 Betten. Gerade an Nord- und Ostsee sind die meisten im Sommer ohnehin ausgebucht. Wer hier nicht fündig wird, hat aber oft in ländlichen Regionen noch eine Chance auf eine freie Unterkunft.

Höhere Gebühren für Endreinigung

Wesentlich teurer werde der Urlaub aufgrund der gestiegenen Nachfrage aber nicht, so der DFV. In Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise seien die Preise im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um drei Prozent gestiegen, das habe nichts mit der Corona-Krise zu tun.

Ähnlich schätzt der Deutsche Tourismusverband die Situation ein. Die Experten beim Buchungsportal FeWo-direkt beobachten jedoch, dass einige Vermieter wegen der gestiegenen Hygieneanforderungen höhere Gebühren für die Endreinigung verlangen.

Vorsicht bei Last-Minute-Angeboten

Die Nachfrage ruft indes Betrüger auf den Plan. "Wenn der Preis zu schön ist, um wahr zu sein, sollte man besser noch einmal genauer recherchieren", rät der DFV. Besonders bei Last-Minute-Angeboten auf Kleinanzeigen-Portalen sei die Gefahr groß, auf unseriöse Anbieter hereinzufallen.

Die Masche: Sobald der Urlauber das Geld überweist, ist der vermeintliche Vermieter nicht mehr zu erreichen. Später stellt sich dann heraus, dass die angebotene Wohnung gar nicht existiert.

Die Suchzeile eines Buchungsportal
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Buchungsportal booking.com

Über bekannte Portale buchen

Wer sich schützen will, sollte über die bekannten Portale buchen und nach Bewertungen und Qualitätssiegeln suchen. Im Zweifel können örtliche Tourismusverbände einschätzen, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt.

"Gerade in diesen Zeiten sollte man sich auch die Stornoregelungen genau anschauen", rät Patrick Berger vom Deutschen Tourismusverband. Wenn nichts anderes vereinbart ist, gilt für Ferienhäuser in Deutschland eine Stornierungsgebühr von 90 Prozent.

Airbnb kündigte an, man werde seine Anbieter dazu aufrufen, ihre Unterkünfte mit flexiblen Stornierungsbedingungen anzubieten. Das gebe den Kunden mehr Sicherheit, falls sich die Corona-Krise in den kommenden Monaten wieder verschärfen sollte.

Quelle: wdr.de

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