Gefällte Kahlfläche nachdem Fichten von Borkenkäfern zerstört wurden

Nordrhein-Westfalen Schlechte Stimmung bei Waldbauerntag in Werl

Stand: 25.09.2019 18:05 Uhr

Über 500 Waldbauern kommen zu ihrem Jahrestreffen nach Werl. Der Vorsitzende des NRW-Waldbauernverbandes Heereman nannte das Treffen „den Waldgipfel der Betroffenheit“.

Von Elfie Schader

Waldbauern aus Werl
galerie

Philipp Freiherr Heereman

"Die Situation ist dramatisch und dafür ist die Hilfe aus Berlin einfach zu klein". Mit diesen Worten begrüßte der Vorsitzende des Waldbauernverbandes Philipp Freiherr Heereman am Mittwoch (25.09.2019) die Waldbauern aus ganz NRW.

Damit reagierte er auf eine Nachricht, die kurz zuvor aus Berlin kam. Auf dem Waldgipfel mit Bundesagrarministerin Julia Klöckner war über finanzielle Hilfen verhandelt worden.  

"Für Condor Kredit über Nacht" – Waldbauern lange im Stich gelassen

Waldbauern aus Werl
galerie

Auf dem Waldbauerntag gab es viele unzufriedene Teilnehmer

Demnach soll es in den kommenden vier Jahren für die deutschen Waldbauern rund 550 Millionen Euro vom Bund geben. Damit soll der kaputte Wald wieder aufgeforstet werden. Waldbauern aus dem Sauerland und der Eifel hielten in Werl mit ihrer Kritik an dieser Politik nicht hinterm Berg.

Der Staat gebe Geld, ohne das eigentliche Problem zu beheben, das Klima. "Wer das Zwei-Grad-Ziel aufgibt, also die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad zu begrenzen, entzieht dem Wald die Solidarität", sagte einer der Waldbauern. Ein anderer machte seinem Ärger über den schnellen Kredit für die Condor-Pleite Luft. Quasi über Nacht sei der Fluggesellschaft Geld versprochen worden – die Waldbauern hätten ein Jahr lang auf Hilfe warten müssen.

 Wald soll klimafitter werden

Künftig werden die Waldbesitzer mehr auf Mischwälder setzen. Auch über Baumarten aus anderen Regionen der Erde werde nachgedacht, hieß es auf dem Waldbauerntag. Das werde jeder der 150.000 Waldeigentümer in NRW allein entscheiden. Gänzlich ohne den Anbau geeigneter Nadelgehölze werde es aber auch in Zukunft nicht gehen– das sei ein "betriebswirtschaftlicher Zwang".



Quelle: wdr.de

Darstellung: