Der Rheinturm in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf. | Bildquelle: REUTERS

Nordrhein-Westfalen Düsseldorf will bis 2035 klimaneutral sein

Stand: 05.07.2019 06:59 Uhr

Die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf hat am Donnerstagabend den Klimanotstand ausgerufen. Anstatt bis 2050 soll die Stadt bereits 2035 klimaneutral werden.

In Nordrhein-Westfalen haben am Donnerstag (04.07.2019) auch Düsseldorf, Bonn, Krefeld und Düren den Klimanotstand ausgerufen. Damit gebe es nun 15 solcher Städte im Land, teilte die frühere NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) mit.

Klima-Check für alle Beschlüsse

Die NRW-Landeshauptstadt setzte sich mit knapper Mehrheit zum Ziel, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden – und alle Beschlüsse einem Klima-Check zu unterziehen. Dies beschloss der Stadtrat in einer sehr knappen Abstimmung am Abend.

Nach den Sommerferien soll über konkrete Maßnahmen diskutiert werden. Bislang hatte die Stadt das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Noch vor der Sitzung hatten der Jugendrat und Vertreter der "Fridays for Future"-Bewegung die Politiker dazu aufgefordert, mehr für den Klimaschutz zu tun.

Das Ziel, klimaneutral zu werden, bedeutet: Der jährliche CO2-Ausstoß pro Kopf soll nach einer Empfehlung des Weltklimarates von 6,6 Tonnen auf 2 Tonnen reduziert werden.

Klimafreundliche Lösungen bevorzugt

Zuvor hatten in Nordrhein-Westfalen etwa Herford, Münster, Bochum, Aachen und Bottrop den sogenannten Klimanotstand erklärt. Die Städte verpflichten sich in der Regel dazu, bei relevanten Anträgen etwaige negative Auswirkungen auf Atmosphäre und Klima abzuschätzen – und Lösungen, die sich positiv auf das Klima auswirken, zu bevorzugen.

In Dortmund konnten sich SPD und CDU am Donnerstag (04.07.2019) im Rat allerdings nicht dazu durchringen. Vielen in der SPD-Fraktion war der Begriff "Klima-Notstand" zu radikal. "Das ist bei uns in der Fraktion schwer vermittelbar gewesen, weil viele 'Notstand' auch anders kennen, anders erlebt haben. Deshalb haben wir uns auf den Begriff Krise geeinigt", sagte Monika Lührs, umweltpolitische Sprecherin der SPD. Dennoch einigten sich die Parteien darauf, wesentlich mehr für den Klimaschutz zu tun. Die Verwaltung soll jetzt entsprechende Vorschläge erarbeiten.

In Soest wurde der Beschluss vertagt – weil klar wurde, dass "Klimanotstand" auch bedeuten würde, dass keine Baugebiete mehr ausgewiesen werden, um Flächenfraß zu vermeiden. Und auch, weil dann die Allerheiligenkirmes mit ihrem hohen Stromverbrauch zur Disposition stehen könnte. Am 10. Juli soll der Rat nun entscheiden.

Quelle: wdr.de

Darstellung: