Bauer Willi Kremer-Schillings auf seinem Möhrenfeld in Rommerskirchen

Nordrhein-Westfalen Klima-Aktivisten zertrampeln Felder von Bauer Willi

Stand: 25.06.2019 12:06 Uhr

Nach den Klimademonstrationen von "Ende Gelände" am Tagebau Garzweiler klagt ein Bauer aus Rommerskirchen öffentlich über die Zerstörung mehrerer Felder durch Aktivisten.

Nach den Demonstrationen durch "Ende Gelände" beim Tagebau Garzweiler am Wochenende beschwert sich ein Bauer öffentlich über die Zerstörung von Teilen mehrerer Felder in Rommerskirchen durch Aktivisten.

Landwirt Willi Kremer-Schillings hat sich bei Twitter massiv über die Aktivisten geärgert. Gegenüber dem WDR sagte er am Montag (24.06.2019): "Die waren so in ihrem 'Wir retten die Welt-Rausch'". Er könne nicht verstehen, warum die Aktivisten quer über sein Petersilienfeld und die Felder seiner Bauernkollegen gelaufen seien.

Beschädigung sei eine "Doppelmoral"

Bauer Willi Kremer-Schillings auf seinem Möhrenfeld in Rommerskirchen
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Bauer Willi Kremer-Schillings auf seinem Möhrenfeld in Rommerskirchen

Das Bündnis "Ende Gelände" kündigt zwar an, dass sie für jegliche Schäden aufkommen würden, aber darum gehe es dem 64-Jährigen nicht: "Es geht mir um den Respekt. Es wird dauernd gesagt, dass wir etwas fürs Klima machen sollen oder die Bienen retten. Und das ist für mich eine Doppelmoral."

Kremer-Schillings sei nicht gegen den Klimaschutz - er verstehe auch die "Fridays for Future"-Bewegung. Aber warum die Aktivisten nicht 100 Meter weiter in einer Schneise gegangen sind, wo sie keine Pflanzen beschädigt hätten, sei ihm unverständlich.

Ein großer Schaden sei laut seiner Auffassung zwar nicht entstanden, aber er erwarte eine Entschuldigung von "Ende Gelände".

Ende Gelände: Sicherheit der Aktivisten habe Priorität

Für Kathrin Henneberger, Sprecherin von "Ende Gelände", steht die Sicherheit der Aktivisten an oberster Stelle: "Ich vertraue den Aktivisten, in welchen Aktionen sie wie agieren." So könne es vorkommen, dass Situationen es verlangen, dass Aktivisten spontan andere Wege gehen.

Sie habe sich auch bei Bauer Willi Kremer-Schillings entschuldigen wollen, habe aber leider keinen Kontakt von ihm. Zusätzlich bitte sie um Verständnis, dass es Priorität habe, sich um Verletzte zu kümmern.

Außerdem betonte sie, dass "Ende Gelände" die Klimakrise aufhalten will: "Wenn es vier bis sechs Grad heißer wird und wir nichts dagegen tun, wird es zu Ernteausfällen kommen. Wir tun das auch für die Bauern."

Auch Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, äußerte sich zu den zertrampelten Feldern am Dienstag (25.06.2019): "Wer achtlos über Gemüsefelder trampelt, Ernte und damit Eigentum zerstört, der geht respektlos mit Lebensmitteln um, und der hat ein Glaubwürdigkeitsproblem bei seinem Kampf für das Klima. [...] So kann sich nur jemand benehmen, der keine ordentliche Kinderstube hat und die ehrliche, harte Arbeit von Bauern nicht kennt – aber sonst sofort eine Meinung dazu hat."

Aktivisten wurden zum Teil schwer verletzt

Nach Angaben des Bündnisses "Ende Gelände" wurden am Wochenende mehrere Aktivisten verletzt. Dutzende seien dehydriert oder durch Schlagstöcke oder Pfefferspray leicht verletzt. Außerdem gebe es auch einige Schwerverletzte, die teilweise mit Knochenbrüchen im Krankenhaus liegen.

Quelle: wdr.de

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