Inge Gräßle (CDU) sagt: "Der Euro ist "härter" als es die Mark je war!" | WDR

Nordrhein-Westfalen Ist der Euro härter als die Mark?

Stand: 24.05.2019 06:30 Uhr

Der Euro sei "härter", als es die Mark je war, schreibt Inge Gräßle (CDU). Das kann man so sagen, zeigt der #wahlwatch-Check.

Europapolitikerin Inge Gräßle (CDU) sagt: "Der Euro ist 'härter', als es die Mark je war!"

Stimmt das?

Der Euro existiert seit 1999 als Buchgeld für die Banken, seit 2002 auch als Bargeld. Als Gradmesser für die "Härte" von Währungen gelten vor allem stabile Verbraucherpreise. Auch Inge Gräßle bezieht sich nach Angaben ihres Büros auf entsprechende Berechnungen des Bundesfinanzministeriums.

Wie haben sich die Preise in Deutschland also vor und nach der Einführung des Euro-Bargelds entwickelt?

Entwicklung der Inflationsrate | WDR

Entwicklung der Inflationsrate Bild: WDR

  • Barrierefreie Version: Entwicklung der Inflationsrate von Mark und Euro

Es fällt auf: Zu D-Mark-Zeiten haben die Verbraucherpreise insgesamt stärker geschwankt als bisher zu Euro-Zeiten. Das hat unterschiedliche Gründe – zum Beispiel die Wiedervereinigung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finden es deshalb schwierig, die Zahlen zu vergleichen.

Stellt man trotzdem die Durchschnittswerte gegenüber, zeigt sich:

Durchschnittliche jährliche Inflationsrate, D-Mark: 2,6%, Euro: 1,4% | WDR

Entwicklung der Inflationsrate Bild: WDR

Die Aussage ist also: größtenteils wahr.

#wahlwatch Größtenteils Wahr | WDR/ Maik Arnold

#wahlwatch Größtenteils Wahr Bild: WDR/ Maik Arnold

Übrigens

Vergleicht man die Härte der Münzen, schneidet der Euro nicht so gut ab. Ein Belastungstest zeigte 2001: Die Zwei-Euro-Münze ist weicher als ein Mark-Stück.

  • Zur Härte des Euro
  • Destatis zur Entwicklung der Inflation (pdf)
  • Das Bundesfinanzministerium zur Bedeutung des Euro
  • Daten zur Inflation vom Statistischen Bundesamt

Quelle: wdr.de