Frauen streiken vor einer Kirche

Nordrhein-Westfalen Maria 2.0: Kirchenrebellinnen haben viele Mitstreiter

Stand: 12.05.2019 14:20 Uhr

Die in Münster gegründete Initiative "Maria 2.0" will bis Samstag für für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche streiken. Die Resonanz ist bisher groß.

Die bundesweite Bewegung für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche stößt nach Einschätzung der Initiatoren auf große Resonanz. "Unsere Aktion 'Maria 2.0' ist zum absoluten Selbstläufer geworden", sagte Mit-Initiatorin Lisa Kötter. Bis Samstag (18.05.2019) wollen die streikenden Frauen kein Gotteshaus betreten und keine ehrenamtlichen Dienste verrichten.

Gebete vor den Domtüren

In Münster versammelten sich bereits am Sonntagmorgen (12.05.2019) mehrere hundert Frauen und Männer zu einer Mahnwache vor dem Dom.

Eine Zeichnung von einer Frau mit einem Pflaster auf dem Mund.
galerie

Kirchenfrauen wollen nicht länger schweigen

Mit Liedern und Gebeten feiern sie ihren Gottesdienst, bewusst vor den Toren des Doms. Denn Kirchen wollen die gläubigen Frauen eine Woche lang nicht betreten und ihre ehrenamtlichen Ämter ruhen lassen. "Wir wollen nicht mehr nur Kaffee kochen im Kirchencafe, wir haben den Kaffee auf", sagte eine der Initiatorinnen von Maria 2.0. 

Auch in Wuppertal gab es am Sonntag einen Gottesdienst unter freiem Himmel. Die ganze Woche über wird es im Bergischen Land verschiedenen Andachten und Aktionen der Frauen geben.

Protest gegen Machtstrukturen

Die Frauen aus der Münsteraner Gemeinde Heilig Kreuz wollen es einfach nicht mehr hinnehmen, dass in der katholischen Kirche nur Männer zum Priester geweiht werden können. Sie fordern volle Gleichberechtigung für Frauen, Zugang zu allen geweihten Ämtern und eine schonungslose Aufklärung aller Missbrauchsfälle.

Auch an vielen anderen Orten haben sich Menschen dem Kirchenstreik angeschlossen. Bundesweit seien es zehntausende Menschen, so Mit-Initiatorin Lisa Kötter. Hunderte Gruppen, zum Teil ganze Kirchengemeinden, hätten sich mit der Bewegung solidarisiert.

Offener Brief an Papst Franziskus

Die Frauen von "Maria 2.0" fordern dies auch in einer Online-Petition an Papst Franziskus. Die Petition ist noch bis zum 18. Mai 2019 online.

Unterstützung von Bischöfen

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode unterstützt die Bewegung. "Ich finde die Aktion gut, um ein Zeichen zu setzen für mehr Beteiligung von Frauen in der katholischen Kirche", sagte Bode. Er glaube aber nicht, dass es in absehbarer Zeit eine Chance gebe, dass das Priesteramt für Frauen geöffnet wird.

Auch der Speyerer Bishof Wiesemann will sich für die Weihe von Freien einsetzten. Er könne die Wut, die Trauer und den Ärger der Frauen darüber verstehen, dass sie von der Kirche seit Jahrzehnten hingehalten werden.

Quelle: wdr.de

Darstellung: