Masernimpfung | Bildquelle: imago/Christian Ohde

Nordrhein-Westfalen Stamp prüft Umsetzung der Masern-Impfpflicht in NRW

Stand: 13.04.2019 11:38 Uhr

Die Diskussion wird schon seit einiger Zeit kontrovers geführt. Jetzt will die Landesregierung Ernst machen und lässt die Umsetzung der Masern-Impfpflicht für Kinder in Kindergärten vorbereiten.

In NRW wird die Umsetzung der Masern-Impfpflicht für Kindergartenkinder vorbereitet. Dem WDR sagte Kinder- und Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Samstag (13.04.2019): "Ich bin für eine generelle Impfpflicht – das gilt auch für Kindergärten. Wie wir das dort umsetzen, werden wir prüfen."

Bereits im März 2019 hatte sich der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf die Seite der Befürworter geschlagen. "Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern können lebensgefährlich werden", sagte Laumann. Um sie auszurotten, benötige man laut Experten eine Impfquote von mindestens 95 Prozent.

Am Donnerstag (11.04.2019) hatte sich der Brandenburger Landtag für eine Masern-Impfpflicht in Kitas ausgesprochen.

In dem Antrag wird die rot-rote Landesregierung aufgefordert, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass die Impfung verpflichtende Voraussetzung für den Besuch von Kitas und Tagespflege wird. Auf eine bundeseinheitliche Lösung will Brandenburg nicht warten.

In der Tagesschau beklagte der Kölner SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach am Freitag (13.04.2019) eine zunehmende Impfmüdigkeit und Impfskepsis.

"Das verbreitet sich im Internet wie ein Lauffeuer. Dagegen kommen wir als Ärzte mit der Aufklärung nicht mehr an. Wenn wir keine Impfpflicht einführen, dann könnte es sein, dass wir in ein paar Jahren viel größere Ausbrüche haben."

Länder noch uneins

Nicht alle Bundesländer unterstützen die Impfpflicht: Trotz einer gestiegenen Zahl von Masernfällen lehnt die Gesundheitsministerin von Niedersachsen die Einführung einer Impfpflicht vorerst ab. "Eine gesetzliche Impfpflicht greift stark in die Selbstbestimmung ein und bedarf daher einer besonderen Begründung."

Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) will mit besserer Aufklärung für höhere Impfquoten sorgen und hält eine Impfpflicht nicht für verhältnismäßig.

Essener Kita will nur noch geimpfte Kinder aufnehmen

Aufsehen hatte im Februar 2019 ein Fall in Essen erregt. Dort will eine Kindertagesstätte eines privaten Trägers künftig bei Neuanmeldungen nur noch geimpfte Kinder aufnehmen. Andere Einrichtungen in der Region setzen nach wie vor auf das bundesweit geltende verpflichtende Beratungsgespräch.

Quelle: wdr.de

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