Schüler demonstrieren unter dem Motto 'Fridays for Future' für mehr Klimaschutz  | Bildquelle: picture alliance / Geisler-Fotop

Nordrhein-Westfalen "Parents for Future" unterstützen Klima-Streiks

Stand: 09.03.2019 11:00 Uhr

Erneut sind Schüler unter dem Motto "Fridays for Future" auf die Straße gegangen. Inzwischen bekommen sie Unterstützung von den "Parents for Future".

"Parents for Future" ist von Thomas Stegh, Software-Entwickler aus Hürth, mit gegründet worden. Er ist Vater von vier Kindern. Eine seiner Töchter engagiert sich seit Längerem für die Schüler-Bewegung "Fridays for Future".

Thomas Stegh von hinten auf dem Fahrrad
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Thomas Stegh hat "Parents for Future" mit gegründet

WDR: Was war die Initialzündung für die Gründung von „Parents for Future“?

Thomas Stegh: Ich war, wie viele andere Eltern, in einer Whatsapp-Gruppe zu "Fridays for Future". Meine Tochter hat sich dort engagiert – und ich fand das spannend. Irgendwann wollten wir aber unsere Kinder bei dem, was sie auf die Beine stellen, nicht mehr stören. Und daher haben wir spontan "Parents for Future" gegründet.

WDR: Wie groß ist diese Bewegung inzwischen?

Stegh: Wir haben einen Nerv getroffen: Innerhalb von zwei Wochen haben sich deutschlandweit 60 Ortsgruppen und neun Regionalgruppen für die einzelnen Bundesländer gegründet.

WDR : Und was wollen die "Parents for Future" erreichen?

Stegh: Wir wollen uns erst einmal hinter unsere Kinder stellen. Denn sie haben mit dem, was sie fordern, recht. Die Wissenschaft ist auf ihrer Seite. Wir unterstützen auch das Mittel, das sie gewählt haben – also die Schulstreiks. Man sollte auch nicht über die Streiks diskutieren, sondern über die Klimakatastrophe. Die bedroht uns und vor allem unsere Kinder.

WDR: Es gibt auch einen offenen Brief von der Initiative, der unter anderem an Ministerpräsident Laschet gerichtet ist. Was wird dort thematisiert?

Stegh: Man sollte sich mit den Positionen von "Fridays for Future" auseinandersetzen. Es gibt inzwischen auf der ganzen Welt sehr viele Jugendliche, die bis tief in die Nacht die Organisation dieser Streiks stemmen. Sie investieren einen Riesenteil ihrer Freizeit für die Proteste - und diese Schüler dann als reine Schulschwänzer darzustellen, ist absolut daneben.

WDR: Wie reagieren die Schulen denn?

Stegh: Das ist sehr unterschiedlich. Manche Schulleitungen sind sehr kooperativ. Da organisieren die Schulen zum globalen Klimastreik am 15. März beispielsweise einen Ausflug. Zum Teil werden aber Kollektivstrafen ausgesprochen. Das heißt: Die ganze Klasse wird dafür bestraft, dass einzelne Schüler an den Streiks teilnehmen. Da lassen wir uns jetzt juristisch beraten.

WDR: Und wie reagieren die Schüler darauf, dass die Eltern sich jetzt mehr einmischen?

Stegh: Die finden es toll, dass wir sie unterstützen – das sind zumindest die Rückmeldungen aus den Gruppen. Sie wünschen sich auch, dass die Erwachsenen mit auf die Straße kommen und nicht nur bei Facebook und Twitter kommentieren, dass sie die Aktionen der Jugendlichen befürworten.

Das Gespräch führte Nina Giaramita.

Quelle: wdr.de

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