DHL-Bote trägt seine Pakete in der Innenstadt aus | Bildquelle: picture alliance / SZ Photo

Nordrhein-Westfalen Paketzusteller klagen über hohen Druck und niedrige Löhne

Stand: 20.11.2018 13:40 Uhr

Vor Weihnachten haben Paketzusteller besonders viel zu tun. Ihre Arbeitsbedingungen sind hart, sagen sie: Zeitdruck, körperliche Belastung, wenig Geld.

Die Qual der Paketfahrer
Die Qual der Paketfahrer

Der Job von Paketzustellern ist körperlich so anstrengend, dass die Deutsche Post einen Begleitroboter testet. "Post-Bot" ist ein vierrädriges, 1,50 Meter hohes Gefährt, das dem Zusteller auf Schritt und Tritt folgt. Er kann Postsendungen mit einem Gewicht von bis zu 150 Kilogramm tragen.

Das scheint auch dringend nötig zu sein: Rund 20.000 Paketzusteller liefern pro Tag durchschnittlich 4,3 Millionen Pakete in Deutschland aus. Bis zu 31,5 Kilogramm dürfen Pakete wiegen: Kartons mit Wein oder Katzenstreu in Säcken - alles ist möglich.

Gewerkschaft: "Hoher Leistungs- und Zeitdruck"

Ein Zustell-Roboter "PostBOT" für Briefträger steht in einer Fußgängerzone | Bildquelle: dpa
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Der "Post-Bot" soll Paketzusteller unterstützen

"Die Paketzusteller bewegen mitunter mehrere Tonnen", sagt Christina Dahlhaus von der Fachgewerkschaft Post DPVKOM. "Sie haben einen enorm hohen Leistungsdruck und Zeitdruck."

Seit 2015 verdienen nicht mehr alle Post-Paketzusteller gleich viel. Es gibt mittlerweile zwei Tarifverträge. "Die einen werden regional unterschiedlich bezahlt, die anderen einheitlich nach dem alten Post-Haustarif", sagt Dahlhaus. "Darum sagen wir auch: gleiche Arbeit, dann bitte auch zu dem besseren Tarifvertrag der Deutschen Post AG".

Post: "Deutlich über Mindestlohn"

"Brutto verdiene ich knapp über 2.100 Euro", sagte ein Paketzusteller, der anonym bleiben will, dem WDR. "Bei Steuerklasse eins kriegt man so etwa 1.500, 1.600 Euro netto." Damit könne er seine Lebenskosten nicht bezahlen.

An einem ruhigen Tag seien rund 150 Päckchen zu verteilen. Bei acht Stunden Arbeitszeit sind das etwa drei Minuten pro Stück - für Anfahrt, Ausladen, Klingeln und Übergabe.

Die Post verweist darauf, dass sie "deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn und dem Lohnniveau von Wettbewerbern" zahle. Es handle sich um "attraktive Löhne nach dem jeweiligen Tarif der Speditions- und Logistikbranche".

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Quelle: wdr.de

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