Stadtverkehr in Köln | Bildquelle: ddp images/Kai Kr?ger

Nordrhein-Westfalen Diesel-Fahrverbote in Köln und Bonn

Stand: 08.11.2018 18:40 Uhr

Köln und Bonn müssen ab April 2019 Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge einführen. Das Verwaltungsgericht Köln gab der Deutschen Umwelthilfe recht. Das Land kündigte Berufung an.

Hier geht es zur Diskussion über Diesel-Fahrverbote

Köln und Bonn müssen wegen hoher Luftverschmutzung ab dem 1. April 2019 Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge einführen. Das hat das Kölner Verwaltungsgericht am Donnerstag (08.11.2018) nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) entschieden. Die Fahrverbote gelten für die Umweltzone in Köln und zwei Strecken in Bonn.

Verschärfung ab September 2019

Nach dem Urteil dürfen in Köln ab April 2019 Besitzer von Dieselfahrzeugen der Euroklasse vier oder schlechter sowie Benziner bis Klasse zwei nicht mehr in der Umweltzone fahren. Ab September 2019 gilt das Fahrverbot bis Klasse Euro fünf. In Bonn gelten Einschränkungen für zwei besonders stark befahrene Straßen für Diesel bis Klasse vier beziehungsweise fünf und für Benziner bis Euroklasse zwei.

Kleines Hintertürchen

Köln und Bonn hätten ihre Ziele zur Luftreinhaltung nicht erreicht, hieß es am Ende der Verhandlung. Ein Hintertürchen gibt es aber: Sollten die sehr hohen Schadstoffwerte deutlich sinken, könnte man nach Auffassung des Richters auf die Maßnahmen verzichten.

Messstation in Köln
galerie

Messstation in Köln

Überschrittene Grenzwerte in Köln und Bonn

In Köln sind an mehreren Messstellen die Grenzwerte von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft überschritten. Besonderes Sorgenkind ist ein Messcontainer im rechtsrheinischen Köln. Am Clevischen Ring lag der Mittelwert bei 62 Mikrogramm und somit deutlich zu hoch. An den anderen Stellen wurden Werte zwischen 43 bis 50 Mikrogramm gemessen. Auch in Bonn liegt die Stickoxid-Belastung in Teilen der Stadt über dem Grenzwert.

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sagte zum Urteil: "Es handelt sich um einen massiven Eingriff in die Verkehrsstruktur der Stadt Köln mit ganz erheblichen Auswirkungen für Anwohner, Pendler und den gesamten Wirtschaftsstandort der Stadt Köln. Die Verhältnismäßigkeit einer derart weitreichenden Entscheidung wurde nicht ausreichend dargelegt. Aus diesem Grund werden wir selbstverständlich in Berufung gehen." Parallel arbeite die Bezirksregierung mit Hochdruck an der Fortschreibung des Luftreinhalteplans.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte, die Gesundheit der Bevölkerung sei der Stadt enorm wichtig, doch "Fahreinschränkungen dürfen die Stadt und den Wirtschaftsstandort Köln nicht zum Erliegen bringen".

Bonns OB: "Harter Schlag"

Der Bonner OB Ashok Sridharan (CDU) sprach von "einem harten Schlag für die Bevölkerung und den Wirtschaftsstandort". Der Chef der Deutschen Umwelthilfe, (DUH) Jürgen Resch, freute sich hingegen "über die klaren Worte, die das Gericht gefunden hat."

Diesel-Skandal: Wie verunsichert sind die Autofahrer in NRW?
wdr
18.11.2018 09:30 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Hier ist Platz für Ihre Meinung:

Quelle: wdr.de

Darstellung: