Die geräumten Gleise der Hambachbahn. Auf den Gleisen steht ein Schienenbus.

Proteste im Tagebau Hambach Besetzte Gleise der Hambachbahn geräumt

Stand: 29.10.2018 16:25 Uhr

Die Gleise der Hambachbahn sind wieder frei. Die Polizei musste insgesamt rund 150 Menschen von den Schienen wegtragen.

Die Polizei hat am Sonntagnachmittag (28.10.2018) etwa 150 Menschen von den Schienen der Hambachbahn weggetragen. Seit Samstag (27.10.2018) hatten etwa 2.000 Aktivisten den RWE-Transportweg lahmgelegt. Die Polizei bot den Aktivisten an, auf eine Strafanzeige zu verzichten, wenn sie die Gleise freiwillig räumten. Dieser Aufforderung kamen die meisten nach. Nur ein harter Kern harrte aus.

Gleichzeitig kam es im Rahmen der Räumung der Hambachbahn fast zu einem schweren Unfall. Ein Triebwagen überrollte beinahe zwei Demonstranten, die sich an die Gleise gekettet hatten, so die Polizei. Der Lokführer leitete aber rechtzeitig eine Notbremsung ein und erlitt einen Schock.

Tageszusammenfassung (Stand 16:45 Uhr)
wdr
29.10.2018 20:11 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Polizeipräsident zieht positive Einsatzbilanz

Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach zog am Montag (29.10.2018) eine positive Bilanz des Einsatzes rund um den Hambacher Forst. Man habe schlimme Szenarien verhindern können - mit einem klugen Einsatz. Dennoch: Beim Aktionswochenende "Ende Gelände" seien 14 Polizisten verletzt worden. Von Freitag bis Sonntagabend habe es 187 Festnahmen gegeben, unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen Polizeibeamte.

Weinspach äußerte bereits am Sonntag die Hoffnung, dass das Rheinische Braunkohlerevier nach diesem Protestwochenende nun zur Ruhe käme. Der Konflikt um die Braunkohle müsse endlich von der Politik gelöst werden.

RWE bezeichnet Proteste als "unverantwortlichen Leichtsinn"

Obwohl während der Blockade mehrere Kraftwerke von RWE nicht mehr mit Kohle beliefert werden konnten, hatten die Proteste dem Unternehmen zufolge keinen Einfluss auf die Stromproduktion. Dennoch sei RWE ein wirtschaftlicher Schaden entstanden.

In einer Pressemitteilung sprach das Unternehmen von einem "unverantwortlichen Leichtsinn" der Aktionen. Sowohl das Betreten der Tagebaue als auch der Hambachbahn sei lebensgefährlich gewesen. Außerdem seien zahlreiche Industrieanlagen von den Aktivisten zerstört worden, so RWE-Pressesprecher Jan-Peter Cirkel.

1/12

Aktivisten campieren auf Gleisen

Aktivisten auf Bahngleisen

Am Sonntag (28.10.2018) gingen die Braunkohle-Proteste am Hambacher Forst weiter. Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" hatte dazu aufgerufen. Unter anderem hatten die Braunkohle-Gegner am Wochenende den Betrieb der Hambachbahn lahm gelegt.

Landwirte klagen wegen zerstörter Äcker

Betroffene Landwirte klagten über zerstörte Felder. "Ende Gelände" kündigte im Internet an, alle Ackerschäden, die Aktivisten verursacht haben, "angemessen zu entschädigen". Die Betroffenen sollten sich per E-Mail an "Ende Gelände" wenden.

Zudem sind in der Nacht zu Sonntag vier Busse in Titz-Rödingen ausgebrannt. Die Aachener Polizei untersucht, ob es einen Zusammenhang mit den Tagebau-Protesten gibt.

Quelle: wdr.de

Darstellung: