Der freigestellte Schalke-Trainer Christian Gross | dpa

Fußball-Bundesliga Schalke entlässt Gross und Schneider

Stand: 28.02.2021 12:17 Uhr

Der FC Schalke 04 räumt angesichts des drohenden Abstiegs auf: Trainer Christian Gross und Sportvorstand Jochen Schneider sind einen Tag nach dem 1:5 beim VfB Stuttgart freigestellt worden. Auch Teammanager Sascha Riether und Athletiktrainer Werner Leuthard müssen nach Medienberichten gehen.

Von Marcus Bark

Sport1 und sky berichteten am Sonntagmorgen (28.02.2021) über den personellen Kahlschlag beim abgeschlagenen Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga. Eine Bestätigung vonseiten des Klubs steht noch aus.

Vor dem Spiel in Stuttgart hatte es Berichte über eine angebliche Revolte der Spieler gegeben. Einige Profis hätten nach dem verlorenen Derby gegen Borussia Dortmund bei Schneider die Ablösung von Gross gefordert. Dies habe der Sportvorstand allerdings abgelehnt.

Schneider hatte vor dem Derby angekündigt, dass er spätestens nach dem Ende der Saison seinen Platz räumen werde. Sein Vertrag war eigentlich bis Sommer 2022 gültig.

Über Nachfolgerregelungen auf den verschiedenen Posten ist noch nichts bekannt. Sport1 berichtet, dass der bisherige Nachwuchsdirektor Peter Knäbel ab sofort für das Sportliche verantwortlich sei.

Aufsichtsrat entscheider über Vorstand

Laut Satzung entscheidet der elfköpfige Aufsichtsrat über die Besetzung des Vorstands, dem weiterhin Christina Rühl-Hamers für Finanzen und Alexander Jobst (Marketing und Organsisation) angehören. Ob Schneider mit seinen beiden Kollegen noch die formelle Entscheidung traf, sich vom Trainer zu trennen, ist offen. Schneider hatte schon bei der Einstellung von Gross gesagt, dass er gehen werde, falls auch der Schweizer scheitere.

Gross als vierter Trainer der Saison

Christian Gross war bereits der vierte Trainer auf Schalke in dieser Saison. David Wagner wurde nach zwei Spieltagen beurlaubt, Manuel Baum im Dezember. Für eine Partie hatte Huub Stevens die Verantwortung übernommen, nach Weihnachten übernahm Gross. Unter dem 66 Jahre alten Schweizer feierten die Gelsenkirchener beim 4:0 gegen die TSG Hoffenheim den bislang einzigen Saisonsieg.

Schneiders spezielle Analyse

Jochen Schneider war im März 2019 von RB Leipzig ins Ruhrgebiet gekommen. Eine seiner ersten Handlungen war die Beurlaubung von Trainer Domenico Tedesco. Viele seiner Entscheidungen stellten sich als falsch heraus, allerdings musste er auch mit deutlich geringeren finanziellen Mitteln auskommen als etwa sein Vorgänger Christian Heidel.

Der Beginn der Corona-Pandemie fiel einher mit dem sportlichen Niedergang. Nach einer starken Hinrunde und einem 2:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach zu Beginn der Rückrunde im Januar 2020 ging es rapide bergab. Es gelang im Kalenderjahr 2020 kein weiterer Sieg in der Bundesliga.

Viele Muskelverletzungen

Schneider führte den dramatischen Abfall der Leistung vor allem auf mangelnde Fitness und viele Verletzungen zurück. Als Ergebnis der Analyse wechselte er im Athletikstab Personal aus und stellte Werner Leuthard als "Leiter Performance Lizenzspieler" ein. Er war schon zehn Jahre zuvor unter Felix Magath bei den Schalkern angestellt und galt als Vertreter der alten, harten Schule.

Schon vor Monaten gab es hinter vorgehaltener Hand Klagen, dass vor allem Leuthards Training zu den vielen Muskelverletzungen führe. Besonders brisant: Klaas-Jan Huntelaar wurde - wie Sead Kolasinac und Shkodran Mustafi - in der Wintertransferperiode als Hoffnungsträger verpflichtet, kam aber wegen einer Wadenverletzung bislang nur zu einem Kurzeinsatz, weil er sich während des Trainings auch noch an der anderen Wade verletzte.

Jetzt gegen den 1. FSV Mainz 05

Schalke hat als Tabellenletzter erst neun Punkte und somit schon neun Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz bei miserabler Tordifferenz. Am Freitag (05.03.2021) steht das Spiel gegen den Abstiegskonkurrenten 1. FSV Mainz 05 an.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Februar 2021 um 10:03 Uhr.