Der Innogy-Manager Bernhard Günther rund ein Jahr nach dem Säureangriff (Aufnahme vom 13. März 2019) | Bildquelle: dpa

Säureanschlag auf Innogy-Manager Polizei nimmt Verdächtigen fest

Stand: 24.10.2019 18:45 Uhr

Vor eineinhalb Jahren wurde ein Manager des Energiekonzerns Innogy in Haan mit Säure schwer verletzt. Am Donnerstag meldet die Staatsanwaltschaft eine Festnahme.

Eineinhalb Jahre nach dem Säureanschlag auf Innogy-Manager Bernhard Günther in Haan bei Düsseldorf haben die Ermittler einen Verdächtigen festgenommen. Das bestätigte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft dem WDR am Donnerstag (24.10.2019) auf Anfrage.

Tatvorwurf: schwere Körperverletzung

Die Staatsanwaltschaft geht von zwei Tätern aus. Es gehe allerdings nicht mehr um den Tatvorwurf des versuchten Mordes, sondern um schwere Körperverletzung, so die Ermittler. Die Deutsche Presse-Agentur berichtet, eine Sprecherin der Wuppertaler Staatsanwaltschaft habe am Freitag (25.10.2019) gesagt: "Ziel des Anschlags war es, ihn zu entstellen". Für schwere Körperverletzung drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Laut Recherchen des Nachrichtenmagazins "Focus" soll der festgenommene mutmaßliche Täter Mitglied einer Rockergruppe sein. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft dem WDR nicht. Es werde intern ermittelt, wer dem "Focus" diese Informationen gegeben habe.

Verdächtiger schon eine Woche in Haft

Den 32-jährigen Verdächtigen hatte die Polizei nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits am vergangenen Freitag (18.10.2019) in Köln bei einer Sportveranstaltung festgenommen. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft in Wuppertal.

Die Ermittler hatten mehrere anonyme Hinweise bekommen und durchsuchten Wohnungen in mehreren Städten in NRW. Die gefundenen Beweismittel würden noch ausgewertet, hieß es.

Abgesperrte Parkanlage in Haan
galerie

Der Tatort in Haan

Manager nahe dem Wohnhaus überfallen

Der Innogy-Finanzchef war am 4. März 2018 – einem Sonntag – nach dem Joggen mit Freunden in der Nähe seines Wohnhauses überfallen worden. Zwei Männer warfen ihn zu Boden und übergossen ihn mit Säure.

Ermittlungen zunächst eingestellt

Günther wurde wenige Wochen nach der Tat aus dem Krankenhaus entlassen und nahm bald darauf die Arbeit wieder auf. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hatte ihre Ermittlungen wegen versuchten Mordes im September 2018 erfolglos eingestellt.

Hohe Belohnung für Hinweise

Trotz umfangreicher Untersuchungen seien die Identität der Täter sowie das Motiv für den Anschlag unklar geblieben, teilte die Behörde damals mit. Innogy hatte für Hinweise eine Belohnung von bis zu 80.000 Euro ausgesetzt. Günther war im März 2019 – rund ein Jahr nach dem Angriff – erstmals wieder öffentlich bei einer Bilanzpressekonferenz aufgetreten.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Oktober 2019 um 13:00 Uhr.

Darstellung: