Ärger nach Europa-League-Spiel: Borussia-Fans im Stadion festgehalten | Bildquelle: AP

Verletzte Anhänger in Rom Gladbach kritisiert Polizei und Fans

Stand: 25.10.2019 14:55 Uhr

Ärger nach Europa-League-Spiel: Borussia-Fans im Stadion festgehalten | Bildquelle: imago images/Insidefoto
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Borussia-Fans in Rom festgesetzt

7.000 Borussia-Fans sind nach dem Europa-League-Spiel gegen den AS Rom im Gästeblock festgehalten worden. Zudem sollen Fans durch Knüppelschläge verletzt worden sein.

Nach dem Europa-League-Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen AS Rom am Donnerstag (24.10.2019) hat es Probleme beim Auslass der deutschen Fans aus dem Stadion gegeben.

Die italienische Polizei bestätigte am Freitag die Festnahme von drei deutschen Fans. Zwei von ihnen hätten nach dem Spiel einen Stadion-Offiziellen angegriffen und ihn mit Fahnenstangen, Fußtritten und Fausthieben attackiert. Ein weiterer habe Gegenstände auf die Polizei geworfen. Wie lange die drei in Arrest bleiben würden, war am Freitagnachmittag zunächst nicht klar.

Zudem sei nach Angaben des Bundesligisten ein Mitarbeiter in Polizeigewahrsam genommen worden. Der Vereinsmitarbeiter hätte zu Dokumentationszwecken das Vorgehen der italienischen Sicherheitskräfte im Gladbacher Fanblock mit seinem Handy gefilmt, bestätigte die Borussia. Er habe sich aber geweigert, der Polizei sein Smartphone zu übergeben. "Es ist für uns komplett inakzeptabel, dass ein Mitarbeiter, der seinen Job macht, in Gewahrsam genommen wird", sagte Gladbachs Vereinssprecher Markus Aretz.

Gladbach spricht von "überzogener Härte"

"Nach unseren Erkenntnissen und zu unserem Bedauern sind der italienische Ordnungsdienst und die Polizei mit für deutsche Verhältnisse überzogener Härte vorgegangen. Warum dies so war, können wir im Moment nur mutmaßen", sagte Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers.

Einige Fans durch Knüppelschläge verletzt

Rund 7.000 Gladbacher Anhänger seien nach Abpfiff mehr als eine Stunde im Block festgehalten worden, danach sei der Auslass "nur sehr schleppend und in extrem angespannter Atmosphäre" erfolgt. Wie die Fanhilfe Mönchengladbach mitteilte, seien außerdem mehrere Fans durch Knüppelschläge verletzt worden und hätten die Nacht im Krankenhaus verbringen müssen. Auch die Mannschaft konnte erst weit nach Mitternacht die Rückreise aus Italien antreten.

Für Sportdirektor Max Eberl war das Verhalten der Polizei auch gegenüber Frauen und Kindern inakzeptabel. "Zwei bis drei Stunden in einem Korridor zu stehen, das ist nicht gerechtfertigt. Das ist nicht der Europapokal, wie wir ihn uns vorstellen und wie wir ihn erleben wollen."

Mehrere Gladbach-Fans hatten zuvor pyrotechnische Gegenstände gezündet, die Polizei wollte die Übeltäter identifizieren. "Ich habe die 90-Minuten-Bengalo-Show mitbekommen. Es zeigt einmal mehr, dass Pyro blödsinnig ist", so Eberl. Die Polizei in Rom wollte sich zu den Vorgängen auf Anfrage zunächst nicht äußern.

Probleme auch beim Spiel gegen Istanbul

Schon beim Auswärtsspiel in Istanbul gegen den Verein Basaksehir Istanbul hatte es Probleme gegeben. Türkische Sicherheitskräfte hatten Fahnen der Gladbach-Fans konfisziert und Borussen-Anhänger des Stadions verwiesen.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete der WDR in "Lokalzeit Düsseldorf" am 25. Oktober 2019 um 19:30 Uhr.

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