Angeklagter verdeckt sein Gesicht, wird von der Polizei begleitet

Prozess in Düsseldorf Rizinbombe-Angeklagte schweigen

Stand: 07.06.2019 12:41 Uhr

Am ersten Prozesstag schweigt das angeklagte Kölner Ehepaar vor Gericht. Die beiden planten laut Anklage einen islamistisch motivierten Sprengstoffanschlag mit dem Gift Rizin.

Von Jochen Hilgers

Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht hat am Freitag (07.06.2019) der Prozess gegen einen 30-Jährigen und seine 43-jährige Ehefrau aus Köln begonnen. Sie sollen einen islamistisch motivierten Bombenanschlag mit hochgiftigem Rizin vorbereitet haben.

Am ersten Verhandlungstag im Gerichtsaal verbirgt der Angeklagte sein Gesicht. Er und seine mitangeklagte Frau schweigen. Damit fußt die Anklage lediglich auf Zeugenaussagen und Sachbeweisen.

SEK Beamte mit Atemschutzmasken verlassen am 12.06.2018 ein Hochhaus im Kölner Stadtteil Chorweiler, wo in der Wohnung eines Tunesiers hochgiftige Substanzen gefunden wurden | Bildquelle: dpa
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SEK-Beamte mit Schutzanzügen

Davon glaubt die Generalbundesanwaltschaft, genug zusammengetragen zu haben. Sie könne beweisen, dass das Paar eine ausreichende Menge des hochgiftigen Rizin in ihrer Wohnung in Köln-Chorweiler produziert hatte, um damit so viele Ungläubige wie möglich töten zu können. Der Prozess im Hochsicherheitstrakt des OLG Düsseldorf soll bis Ende August dieses Jahres dauern.

Es geht um den Vorwurf der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Laut Anklage soll der 30-jährige Tunesier unter Mithilfe seiner deutschen Ehefrau mit hochgiftigem Rizin experimentiert haben. Aus Sicherheitsgründen hatten Polizei, Feuerwehrleute und Chemiker bei den Ermittlungen in der Wohnung in Chorweiler Schutzanzüge getragen.

Tatvorbereitung war beinahe abgeschlossen

Das hochgiftige Rizin, gewonnen aus 3.000 Rizinussamen, war laut Ermittlern bereits hergestellt. Das Gift sollte an einem geschlossenen und belebten Ort mithilfe einer Splitterbombe gezündet werden. Die Anleitung dazu gab es wohl im Netz.

Verdächtiger wird abgeführt
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Verdächtiger bei seiner Festnahme

Geheimdienst gab Hinweise auf geplanten Anschlag

Die Bestellung der Rizinussamen im Netz blieb jedoch nicht unbemerkt. Sie fiel einem ausländischen Geheimdienst auf, der den Hinweis an die deutschen Behörden weitergab.

Ob der 30-Jährige zum Zeitpunkt seiner Verhaftung dem sogenannten IS angehörte, soll unklar sein. Laut Generalbundesanwaltschaft steht wohl fest, dass er ins Kampfgebiet reisen wollte.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete am 07. Juni 2019 Deutschlandfunk um 05:51 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen" und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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