NRW-Trend Juni 2020

NRW-Trend Laschet verliert klar an Zuspruch

Stand: 14.06.2020 15:00 Uhr

NRW-Ministerpräsident Laschet hat an Zuspruch in der Bevölkerung verloren. Das zeigt der aktuelle NRW-Trend. Bei einer Wahl hätte die schwarz-gelbe Koaltion derzeit keine Mehrheit mehr.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat in den letzten zwei Monaten deutlich an Zustimmung bei den Wahlberechtigten verloren. Aktuell sind nur noch 46 Prozent der Befragten in NRW zufrieden mit seiner politischen Arbeit. 45 Prozent dagegen sind unzufrieden. Das ist das Ergebnis des NRW-Trends, den Infratest dimap im Auftrag des WDR-Magazins Westpol vom 8. bis 9. Juni 2020 erhoben hat.

Im Vergleich zu seinem persönlichen Bestwert während der Coronakrise im April 2020 verliert Laschet somit deutlich an Rückhalt in der Bevölkerung. Damals waren 65 Prozent der Befragten zufrieden und 30 Prozent unzufrieden. Zudem fällt das Urteil aktuell sogar schlechter aus, als vor der Coronakrise: Im November 2019 waren 54 Prozent der Befragten zufrieden und 35 Prozent unzufrieden.

NRW-Trend Juni 2020

Aktuell sind nur noch 46 Prozent der Befragten zufrieden mit der politischen Arbeit des CDU-Ministerpräsidenten. Im Vergleich zu seinem persönlichen Bestwert während der Coronakrise im April 2020 verliert Laschet somit deutlich an Rückhalt in der Bevölkerung. Damals waren 65 Prozent der Befragten zufrieden.

Mit Ausnahme der AfD-Anhänger wird Laschet dabei aus sämtlichen politischen Lagern kritischer bewertet als noch im April. Mehrheitlich zufrieden mit Laschet sind jetzt nur noch die Anhänger von CDU (68 Prozent, minus 16) und FDP (53 Prozent, minus 13). Die Anhänger von Grünen (40 Prozent zufrieden, minus 18) und SPD (35 Prozent zufrieden, minus 35) sind dagegen - anders als zuletzt im April - mehrheitlich unzufrieden. Dies gilt trotz gestiegener Sympathiewerte für Laschet weiter auch für die Anhänger der AfD (29 Prozent zufrieden, plus 9).

Zufriedenheit mit der Landesregierung aber weiter groß

Das schwarz-gelbe Kabinett bleibt im aktuellen Bevölkerungsurteil zwar ebenfalls hinter dem im Zuge der Corona-Bekämpfung erreichten Rekordwert aus dem April zurück, aber mit 62 Prozent (-8) ist weiterhin eine deutliche Mehrheit im Bundesland zufrieden mit der Arbeit der Landesregierung. 37 Prozent sind unzufrieden.

Sonntagsfrage: Verluste für die CDU – keine Mehrheit mehr für Schwarz-Gelb

Die insgesamt etwas kritischere Sicht auf die schwarz-gelbe Landesregierung schlägt sich auch in den Wählerpräferenzen nieder. Würde an diesem Sonntag ein neuer Landtag in NRW gewählt, käme die CDU auf 37 Prozent und damit 3 Prozentpunkte weniger als im April. Ihr Koalitionspartner FDP käme unverändert auf 7 Prozent. Damit hätte das Regierungsbündnis keine Mehrheit mehr im Düsseldorfer Landtag.

Die SPD könnte sich nach ihrem Negativrekord im April leicht erholen, sie liegt mit 20 Prozent (plus 1) gleichauf mit den Grünen (20 Prozent). Auch die AfD legt leicht zu und kommt auf 7 Prozent (plus 1). Die Linke würde mit unverändert 4 Prozent den Einzug in den Düsseldorfer Landtag verpassen.

Rückhalt für Lockerungen – Gegenwind für frühe Grundschulöffnung

Auf die rückläufigen Infektionszahlen hat die Politik auch in NRW bereits Ende April mit der Rücknahme bestehender Alltagsbeschränkungen reagiert. Eine Mehrheit von 60 Prozent der Befragten findet den Umfang der Erleichterungen alles in allem richtig - in allen Parteilagern.

28 Prozent empfinden die Normalisierungen als zu weitgehend, für 9 Prozent gehen die Kursänderungen nicht weit genug. Die jüngste Entscheidung für weitere Lockerungen in NRW ab dem 15. Juni lag zeitlich allerdings nach dem Befragungszeitraum.

Die Entscheidung der Landesregierung, die Grundschulen noch vor den Sommerferien wieder vollständig zu öffnen, wird allerdings mehrheitlich abgelehnt. Nach Ansicht von 52 Prozent der Wahlberechtigten hätte man damit bis nach den Sommerferien warten sollen. 40 Prozent finden die Entscheidung richtig. Rückhalt genießt der Schritt der liberalen Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) allein im eigenen Lager: Mit 64 Prozent finden fast zwei Drittel der FDP-Anhänger die Öffnung der Grundschulen ab dem 15.Juni richtig.

Sorge um Wirtschaft größer als Angst vor Ansteckung

Die Infektionsangst der Bevölkerung geht auch im größten deutschen Bundesland weiter zurück. Nach 36 Prozent im April sind aktuell 31 Prozent in NRW in Sorge, dass sie selbst oder Familienangehörige sich mit dem Corona-Virus anstecken könnten. Mit 72 Prozent (minus 2) deutlich größer ist weiterhin die Sorge, dass sich wegen Corona die wirtschaftliche Lage in NRW verschlechtern könnte.

Für den NRW-Trend hat Infratest dimap vom 08.06. bis 09.06.2020 1.001 Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen telefonisch befragt. Ihre Antworten sind repräsentativ für alle Wahlberechtigten.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete der WDR in der Sendung "Aktuelle Stunde" am 14. Juni 2020 um 18:45 Uhr.

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