Polizisten durchsuchen ein italienisches Restaurant in Pulheim. | Bildquelle: SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX/Shu

Razzia gegen 'Ndrangheta Haben Beamte mit Mafia gekungelt?

Stand: 06.12.2018 18:31 Uhr

Schwere Vorwürfe gegen NRW-Beamte nach der Razzia gegen die Mafia-Organisation 'Ndrangheta: Sie sollen Dienstgeheimnisse an mutmaßliche Mafiosi verraten haben.

Reichen die Arme des organisierten Verbrechens in NRW bis in die Dienststellen der Behörden? Einen Tag nach der Razzia gegen die Mafia-Organisation 'Ndrangheta mit 18 Festnahmen in NRW wird gegen fünf Beamte wegen Verrats von Dienstgeheimnissen ermittelt, sagte eine Sprecherin der Duisburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag (06.12.2018).

Dabei handele es sich um zwei Polizisten, eine Regierungsbeschäftigte der Polizei, eine Mitarbeiterin der Stadt Wesseling bei Köln und eine ehemalige Mitarbeiterin der Stadt Duisburg. Sie sollen Informationen an mutmaßliche Mafiosi oder deren Helfer weitergegeben haben.

LIVE aus Duisburg: Tim Köksalan
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Laut Staatsanwaltschaft haben die Beschuldigten dafür keine finanzielle Gegenleistung erhalten und auch keine Ermittlungen gegen die Mafia gefährdet.

18 Personen festgenommen

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) bezeichnete die Razzia vom Mittwoch (05.12.2018) als "extrem erfolgreichen Vorgang, auch europaweit". Es seien auch drei Personen in Berlin aufgespürt worden, die von der Kölner Polizei gesucht würden.

Die Verdächtigen werden der mächtigen Mafiagruppe 'Ndrangheta zugerechnet, die ihre Wurzeln in Kalabrien hat. Ihnen wird unter anderem Betrug in Millionenhöhe und bandenmäßiger Kokainhandel vorgeworfen. Die Kölner Polizei legt den Verdächtigen 23 Fahrten mit je 80 Kilogramm Kokain zur Last.

Italienische Ermittler berichteten unterdessen, dass aus Lokalen im niederrheinischen Brüggen der Transport von Kokain aus Lateinamerika über Holland, Belgien und Deutschland bis nach Italien gesteuert worden sei.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete der WDR in der "Aktuellen Stunde" am 05. Dezember 2018 um 18:45 Uhr.

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