Bei den Ermittlungen nach schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern steht ein Polizeibeamter vor der Gartenlaube, wo der vermutliche Haupttäter Teile seiner Server-Anlage unterbrachte (06.06.2020) | dpa

Missbrauchskomplex Münster Verdächtiger stellt sich nach Foto-Fahndung

Stand: 23.06.2021 12:47 Uhr

Im Missbrauchskomplex von Münster hatte die Polizei in Münster am Dienstag einen schnellen Fahndungserfolg. Ein per Foto öffentlich gesuchter Verdächtiger stellte sich noch am selben Tag.

Am Morgen hatte die Polizei das Fotos des Mannes veröffentlicht, und es verbreitete sich schnell im Internet. Wie die Polizei Münster am Abend mitteilte, waren im Laufe des Tages über die Hinweis-Hotline und per E-Mail knapp vier Dutzend Hinweise eingegangen. Mehrere davon hätten sich auf den 37-jährigen Berliner bezogen.

Gesuchter ruft die Polizei an

Aufgrund des großen Fahndungsdrucks meldete sich der 37-Jährige am Abend gegen 18 Uhr dann unmittelbar vor der Festnahme im Beisein seines Rechtsanwalts telefonisch bei der Polizei.

Bilder belasten den Gesuchten

Der Mann war laut Polizei auf Bildern zu erkennen, die beim Missbrauchsnetzwerk von Münster sichergestellt worden waren. Demnach war darauf zu sehen, wie er einen kleinen Jungen schwer sexuell missbraucht. Ein Richter wird nun entscheiden, ob der Tatverdächtige in Haft bleibt. Es war das erste Mal im Zuge der Ermittlungen zum Missbrauchskomplex Münster, dass die Polizei mit einem Fahndungsfoto an die Öffentlichkeit gegangen war.

Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Missbrauchsfällen der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen. Der Fall kam im Juni 2020 nach Ermittlungen in einer Gartenlaube ans Licht. Im Zuge dessen hatte es in mehreren Bundesländern und im Ausland Festnahmen gegeben.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete WDR 2 am 23. Juni 2021 um 00:00 Uhr.