Durchsuchungen auf Campingplatz Lügde

Missbrauchsfall in Lügde Polizei stellt weitere Beweise sicher

Stand: 02.03.2019 11:50 Uhr

Die Polizei hat im Missbrauchsskandal von Lügde noch einmal am Tatort nach Beweismaterial gesucht. Dabei wurde am Freitag eine Vielzahl von Datenträgern und Unterlagen sichergestellt.

Bei der größten Durchsuchungsaktion seit Bekanntwerden des Missbrauchsfalls in Lügde im Kreis Lippe hat die Polizei bis Freitag (01.03.2019) umfangreiches Beweismaterial gesichert. Die Ermittler fanden eine "mittlere zweistellige" Zahl an Unterlagen und Datenträgern. Darunter CDs, Disketten, SIM- und SD-Karten. Dazu hatten sie seit Mittwoch (27.02.2019) den Campingwagen und die Behausungen der Hauptbeschuldigten ausgeräumt und Spuren gesichert. Dabei fand ein spezieller Spürhund einen USB-Stick und andere Datenträger.

"Schlampige Arbeit der Polizei"

Peter Wüller, Anwalt von vier der Missbrauchsopfern, kritisiert die Arbeit der Behörden. "Es ist ein Unding, dass scheibchenweise, kleckerweise neues Beweismaterial sichergestellt wird. Das war eine ganz schlampige Arbeit der Polizei", so Wüller. Das dürfe nicht passieren, vor allem weil es um minderjährige Kinder und um schwerste Sexualstraftaten gehe.

Opfer müssen erneut befragt werden

Wüller hatte gehofft, dass seinen Mandanten wegen der Eindeutigkeit der Beweise eine erneute Befragung erspart bliebe. Wie die Staatsanwaltschaft jetzt mitteilte, müssen einige Opfer jedoch erneut vernommen werden. Auch, wenn dies eine zusätzliche Belastung der Opfer bedeute. Die Staatsanwaltschaft erhofft sich dadurch gemeinsam mit den bisherigen Ermittlungsergebnissen Verbindungen klären zu können. Außerdem glaubt der Staatsanwalt so noch wichtige Hinweise zu bekommen.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 01. März 2019 um 21:00 Uhr.

Darstellung: