Polizeiabsperrung auf dem Campinpgplatz Lügde | Bildquelle: dpa

Verdacht gegen Mutter Erpressung im Fall Lügde?

Stand: 09.07.2019 21:26 Uhr

Die Mutter eines betroffenen Kindes im Missbrauchsfall in Lügde soll den Hauptangeklagten Andreas V. erpresst haben. Das behauptet er in einer Strafanzeige. Der Anwalt der Mutter dementiert dies aber.

Von Oliver Köhler und Tim Belke

Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde widerspricht die Mutter eines betroffenen Kindes dem Vorwurf der Erpressung. Der Hauptbeschuldigte Andreas V. hat am Dienstag (09.07.2019) Strafanzeige gegen die Mutter gestellt. Sie soll 500 Euro und später 2.000 Euro von ihm gefordert und im Gegenzug ihr Schweigen angeboten haben.

Mutter eines betroffenen Kindes soll Hauptangeklagten erpresst haben

Der Anwalt der Mutter, Roman von Alvensleben, dementiert diese Darstellung gegenüber dem WDR: Die Vorwürfe der Erpressung seien erfunden. Der Hauptbeschuldigte im Missbrauchsfall Lügde, Andreas V. bezichtigt die Mutter eines betroffenen Kindes, sie habe von ihm 500 Euro für ihr Schweigen über den Missbrauch verlangt. Dieses Geld habe Andreas V. auch gezahlt, sagte sein Anwalt dem WDR. Einige Zeit später habe die Mutter erneut Geld verlangt - diesmal 2.000 Euro.

Anwalt der Mutter dementiert Anschuldigung

Der Anwalt der Mutter widerspricht dieser Darstellung. Er habe mit seiner Mandantin gesprochen, und sie habe die Anschuldigungen als Lüge bezeichnet. Es gebe auch keinen Anhaltspunkt dafür, wann, wie und wo eine Erpressung stattgefunden haben soll. Offenbar solle jetzt die Frau an den Pranger gestellt werden, die den Mut hatte, den ganzen Fall öffentlich zu machen. Dafür habe er überhaupt kein Verständnis, so Anwalt von Alvensleben gegenüber dem WDR.

Staatsanwaltschaft Detmold bestätigt Eingang der Strafanzeige

Inzwischen bestätigt die Staatsanwaltschaft Detmold den Eingang einer Strafanzeige wegen Erpressung. Ob die Strafanzeige in irgendeiner Art Einfluss auf den laufenden Missbrauchsprozess am Landgericht Detmold habe, lies die Sprecherin der Staatsanwaltschaft offen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags kam die beschuldigte Mutter nicht zu Wort. Der WDR hat jetzt mit ihrem Anwalt gesprochen: Dieser dementiert im Namen seiner Mandantin den Vorwurf der Erpressung.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 09. Juli 2019 um 19:04 Uhr.

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